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Jedesheim

17.07.2020

Jetzt wird der Friedhof in Jedesheim endlich saniert

Die einzige Zufahrt zur Aussegnungshalle in Jedesheim ist schmal, steil - und ziemlich marode. Für die Fahrzeuge der Bestatter ist der Weg in diesem Zustand auf Dauer nicht mehr nutzbar.
Bild: Rebekka Jakob

Plus Der Friedhof in Jedesheim ist der letzte im Stadtgebiet, der noch nicht erneuert wurde. Warum die Stadt in dem Ortsteil erst Überzeugungsarbeit leisten muss.

Der Friedhof von Jedesheim ist ein friedlicher Ort. Wasser plätschert aus einer der zahlreichen Quellen im Hang, die Wege hinter der Kirche sind schmal und oben am Hügel, mit den Bäumen als Hintergrund, steht die Aussegnungshalle aus den 1960er-Jahren. Der Weg dorthin ist schmal, die Böschungen steil, und der Belag alles andere als eben. Diese Zufahrt müssen die Fahrzeuge der Bestatter nehmen, wenn sie Särge mit Verstorbenen dorthin bringen. „Es ist ein reines Wunder, dass noch keiner da hinunter gerutscht ist“, findet Manfred Rauh, der sich als Landschaftsplaner im Auftrag der Stadt mit der Umgestaltung des Friedhofes beschäftigt hat. Die Pläne stellte Rauh jetzt im Bau- und Umweltausschuss vor. Denn der Jedesheimer Friedhof ist der letzte im Stadtgebiet, der noch nicht überarbeitet worden ist – jetzt soll das Projekt angegangen werden.

Die Zeit für den Umbau des Friedhofs in Jedesheim drängt bereits

Und die Zeit dafür drängt, wie Sachgebietsleiter Klaus Hermann deutlich machte: Denn Sargbestattungen sind auf dem Gelände in Kürze nicht mehr möglich, die Erweiterung auf dem benachbarten Grundstück des ehemaligen Kindergartens ist dringend notwendig. Hermann: „Auch Baumgräber können wir hier als einziger Friedhof im Stadtgebiet bislang nicht anbieten. Wir können die notwendigen Röhren auf dem Gelände nicht versenken. Bisher stößt man überall auf Wasser.“

Planer Manfred Rauh hat einen Bereich für die Baumbestattungen auf dem angrenzenden Grundstück zwischen den neuen Grabreihen vorgesehen. Außerdem plädiert er für eine ganz neue Zufahrt zum Friedhof – die Erschließung soll aus seiner Sicht über eine Trasse im Süden erfolgen. „Als Baustellenzufahrt müssten wir diesen Weg ohnehin zumindest teilweise herrichten“, erklärte Rauh den Stadträten. Weil der Weg vor Jahren schon einmal durch den Bauhof genutzt worden war, ist die Trasse frei von Bäumen, die man dafür fällen müsste.

Ein großes Problem ist die enge Zufahrt des Friedhofes

Dem schmalen Steg, den die Fahrzeuge bisher nach einer fast ebenso engen Zufahrt um die Kirche herum erreichen, gibt Rauh wenig Chancen. Zumal der Weg nicht nur ziemlich steil, sondern auch im Laufe der Jahre sehr uneben geworden ist. „Im Moment kommt man auch mit einem Rollstuhl nicht zur Aussegnungshalle.“ Auf die Dauer sei es für Fahrzeuge immer schwieriger, hier hochzufahren. Breiter kann der Weg auf voraussichtlich viele Jahre nicht werden, denn am Fuß der Böschung liegen zu beiden Seiten Familiengräber. Stützmauern und Geländer müssten deshalb angebracht werden, um die Zufahrt halbwegs zu sichern und zu ertüchtigen – allein 50.000 Euro würde das kosten, so der Planer.

Etwa 200.000 Euro würde im Gegensatz dazu die Einrichtung der Südzufahrt kosten, so Rauh. Insgesamt käme das Projekt dann auf gut 677.000 Euro. Im Vergleich dazu wäre es allerdings nur 100.000 Euro günstiger, wenn die schmale bestehende Zufahrt ertüchtigt wird. Denn die südliche Anbindung müsste in diesem Fall zumindest als Baustraße hergestellt werden, damit Bagger und Lastwagen Zugang zum Gelände bekommen.

Viele Jedesheimer wollen die bisherige Zufahrt erhalten

Dennoch wollen viele Jedesheimer offenbar die bisherige Zufahrt erhalten. „Ich höre aus Jedesheim immer nur, dass die einfache Lösung reicht“, berichtete Bürgermeister Jürgen Eisen aus Gesprächen in dem Stadtteil. Er sei sich nicht ganz sicher, ob den Bürgern wirklich klar ist, was hier entstehen soll. Die Mitglieder des Bauausschusses beschlossen deshalb, dem Antrag von Ewald Ott (CSU) zu folgen: Im Rahmen einer Bürgerversammlung sollen die Jedesheimer im Detail über das Projekt informiert und dann gefragt werden, ob ihnen der schmale Weg wirklich reicht – oder ob die Stadt die größere Summe in eine neue Zufahrt investieren soll.

Friedhöfe sind aktuell ein großes Thema in vielen Gemeinden. Hier lesen Sie mehr darüber:

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