Newsticker

Zahl der Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden fast auf Rekordhoch
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Jugendliche lassen Treff links liegen

Illertissen

08.02.2018

Jugendliche lassen Treff links liegen

Ein wenig trist wirkt das Illertisser Jugendhaus auf diesem Foto: Das ist aber wohl nicht der Grund für die sinkenden Besucherzahlen. Jetzt soll am Angebot gefeilt werden.
Bild: Franziska Wolfinger

Die Einrichtung in Illertissen ist 2017 deutlich weniger stark besucht worden, als in den Jahren davor. Das hat offenbar mehrere Gründe. Was nun getan werden soll.

Sie sitzen in einem Kellerraum beisammen und lassen eine Wasserpfeife kreisen: Das würden viele Jugendliche in ihrer Freizeit am liebsten tun, wenn man ihnen freie Hand lässt. Davon geht jedenfalls die Illertisser Stadtjugendpflegerin Kathrin Grimm aus, die um die Vorlieben ihrer Zielgruppe weiß. Und die sind möglicherweise ein Problem: Denn der städtische Jugendtreff ist im Jahr 2017 schwach besucht worden. Zwölf junge Leute schauten pro Öffnungstag im Schnitt vorbei. Das sind deutlich weniger als zuvor: 2015 waren es 18, im vergangenen Jahr 20. „Wir sind nicht konkurrenzfähig“, stellte Grimm nun in einer Sitzung des Kulturausschusses fest. Und vermutete mit Blick auf die Interessen ihres Klientels: „Wenn man sagen würde ’Macht im Jugendhaus einfach, was ihr wollt’, würde es wohl super laufen.“

Doch das ist freilich keine Alternative: Man wille über die Betreuung Halt und Hilfe anbieten. Klar ist aus Sicht der Jugendpflegerin: Einiges muss sich ändern, um das Jugendhaus für junge Leute wieder attraktiv zu machen. Denn nur weil weniger Jugendliche den Treff besuchen, bedeute das nicht, dass keine Unterstützung gefragt ist, sagte Grimm. Hier ein Überblick.

Gründe: Die sinkenden Besucherzahlen seien nicht allein auf Desinteresse zurückzuführen, hieß es. Viele Jugendliche seien nach einem langen Schultag einfach zu müde für Aktivitäten: „Sie kommen abends heim und wollen dann von engen Vorgaben nix mehr wissen.“ Auch dank des Angebots vieler Vereine sei der klassische Jugendtreff nicht mehr so gefragt wie früher. Und in Altenstadt habe zuletzt ein eigenes Domizil für junge Leute eröffnet.

Doch auch der Abschied von Jugendpfleger Volker Witt habe zu einem Rückgang geführt. In einer als hektisch empfundenen Welt brauchten Jugendliche feste Ansprechpartner. „Das fehlt einfach“, sagte Grimm. Überhaupt habe es in Illertissen zuletzt viele Personalwechsel gegeben: In den vergangenen Jahren hätten fünf Frauen und zwei Männer das hiesige Team verlassen.

Insgesamt habe das Jugendhaus – wie andere Einrichtungen dieser Art auch – mit einem schlechten Ruf zu kämpfen, so Grimm. „Es liegt zwar nichts im Argen, aber wir müssen daran arbeiten.“

Betreuer: Jetzt soll ein funktionierendes und konstantes Mitarbeiter-Team gebildet werden. Hierbei sind laut Grimm die Stadträte gefragt: Wenn es darum geht, die momentan freie Stelle des zweiten Jugendpflegers zu besetzen. Vieles stehe und falle mit dem neuen Kollegen, sagte Grimm. Wie aktiv er sei, welche Akzente er setze – und welche möglicherweise nicht.

Aktivitäten: Zu bieten hat die Illertisser Jugendpflege einiges, dazu gehören Mädchenaktionstag, Babycafé und Improvisationstheater. Der Wettbewerb auf der Skateanlage sei im vergangenen Sommer sehr gut besucht gewesen und soll heuer wiederholt werden, sagte Grimm. Und die Ferienfreizeiten, bei denen Jugendliche als Betreuer eingesetzt werden, erfreuten sich steigender Nachfrage: Die über Ostern sei 2017 zum ersten Mal zwei Wochen lang offeriert worden. Mit großem Erfolg: Bei 95 Anmeldungen habe die Liste geschlossen werden müssen.

Im Jugendhaus geht es hingegen meist um eine andere Zielgruppe: „Wer kommt, hat wenig Interesse an Aktivitäten“, betonte Grimm im Ausschuss. Das seien eben nicht die engagierten und gut in Vereinen integrierten Jugendlichen. Genau diese sollen nun wieder stärker in den Treff gelockt werden.

Jugendparlament: Dazu will Grimm auf „Außenwerbung“ setzen – mit den Schulen könnten nachmittägliche und abendliche Angebote koordiniert werden.

Zudem soll das izuletzt spontan aufgelöste Jugendparlament wiederbelebt werden. Das Gremium habe großen Einfluss, sagte Grimm. So sei der große Skaterplatz auf sein Betreiben umgesetzt worden. Kürzlich haben die Jugendpflegerin , Bürgermeister Jürgen Eisen und Schulamtsdirektor Ansgar Batzner gemeinsam die Webetrommel gerührt. Bei einem Infotag hätten sich viele Mittel- und Realschüler interessiert gezeigt, hieß es. Derzeit werden Anmeldungen gesammelt.

Ausblick: Man sei zwar nicht „total abgesagt“, fasste Grimm ihren Bericht zusammen. Aber es sei einfach spürbar wenig los in im Jugendhaus. De wolle jemand sein, zu dem die Jugendlichen gerne kommen, sagt Grimm. „Das ist momentan halt nicht so. Schade.“ "Kommentar

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren