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Festival

11.10.2016

Jugendlicher Charme und Perfektion

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Jonathan Reith, Soloposaunist im „Orchestre de Paris“, bot besondere Musik.

Junges Kammerorchester Stuttgart eröffnet mit Solisten an Posaune und Violine die Illertisser Konzertreihe „Junge Künstler – Stars von morgen“. Zuhörer sind hingerissen

Das Festival „Junge Künstler – Stars von morgen“ habe sich in der „bayerischen Festspiellandschaft“ einen festen Platz erobert, sagte Schirmherrin Beate Merk zum Auftakt. Der Festsaal im Kolleg war am Samstag bestens besucht und das Publikum am Ende hingerissen.

Die Mischung aus jugendlichem Charme und hoher Perfektion an ihren Instrumenten ließ staunen oder gar den Atem anhalten, um sich am Ende zu fragen, was wohl hätte schöner klingen können. Mit Spannung wurden die Solisten erwartet: Einmal Jonathan Reith, der auf seiner Posaune bei der Solo-Zugabe, einer Improvisation von Enrique Crespo (geboren 1941), experimentell anmutende Musik mit schwierigsten Glissandi meisterhaft zu Gehör brachte. Oder Albrecht Menzel als künftiger Teufelsgeiger, indem er als Solo-Zugabe den „Erlkönig“ von Heinrich Wilhelm Ernst (1814- 1865) mit technischer Perfektion und hoher Musikalität im Affentempo vortrug. Menzel kündigte ihn als eines der schwersten Violinstücke an und konzertierte, wie sein Vorbild Ernst, auf einer Stradivari.

Schon zu Konzertbeginn wurde das Publikum verwöhnt: Jonathan Reith und eine Streicherauswahl des Jungen Kammerorchesters Stuttgart boten das selten zu hörende Konzert in B-Dur für Posaune und Orchester von Johann Georg Albrechtsberger (1736-1809). Dabei gelang dem Solisten, trotz technischer Raffinessen wie Triller und Vorschläge, differenziertes dynamisches Spiel. Souverän reihte der Posaunist die Melodiefolgen aneinander, das Luftholen oder Atmen schien, wenn überhaupt, beiläufig stattzufinden.

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Danach krönte Albrecht Menzel mit seinem Spiel das überaus feinsinnig interpretierte Violinkonzert Nr. 5 in A-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart (1756- 1791). Ein Erlebnis, wie der Solist einzelne Orchesterpassagen aufgreifen und fortführen konnte. Oder vorweg spielte und dem dritten Satz, einem Rondeau, auf virtuose Weise eine Dynamik gab, als ob er den geschickt agierenden Dirigenten Alexander G. Adiarte die Führung abnehmen wollte. Auch Menzel war keine Herausforderung zu viel, ließ seine Finger in traumwandlerischer Sicherheit die Saiten rauf und runter flitzen. Unter den Zuhörern war Geigenlehrer Peter Hupfer, der fasziniert feststellte: „Menzel hat als 24-Jähriger die Reife, Mozart zu verstehen. Ihm kann man nichts vorspielen, höchstens etwas sagen.“

Die zweite Konzerthälfte gehörte den Spielern des jungen Orchesters, das mit ganzer Leidenschaft in der Serenade für Streicher in E-Dur, Opus 22, von Antonin Dvorak (1841-1904), aufging. Sie präsentierten sich als überaus flexibles Orchester, das den teils temperamentvollen Anweisungen ihres langjährigen Dirigenten mühelos folgte. Mit klangvollen Glissandi quer über die Saiten und fetzigen Rhythmen ließ das eingespielte Stuttgarter Ensemble beim Libertango von Astor Piazzolla (1921- 1992) als Zugabe den Abend enden. Die jungen Künstler hatten sich während der Auftritte in ihre Rollen hineingesteigert und unverfälschte authentische Musik geboten.

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