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Buch

01.10.2019

Junge Bucher stehen im Bann der bunten Pfeile

Das Bogenschießen erfreut sich in Buch großer Beliebtheit: Seit April bietet der Schützenverein die neue Sparte an – das hat ihm neue Interessenten beschert.
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Das Bogenschießen erfreut sich in Buch großer Beliebtheit: Seit April bietet der Schützenverein die neue Sparte an – das hat ihm neue Interessenten beschert.
Bild: Julian Leitenstorfer

Mit der neuen Sparte ist der Schützenverein Buch auf Erfolgskurs. Es gibt neue Mitglieder und an sonnigen Tagen ist vor den Zielscheiben einiges los.

Bei schönen Wetter surren freitags auf der Freiluftanlage am Bucher Schützenheim die Pfeile: Bogenschießen steht im Ort hoch in Kurs. Gerade bei jüngeren Schützen: Einige Kinder steigen schon in voller Montur, mit umgeschnalltem Köcher, Bogen und Armschutz aus dem Auto. Die Eltern bringen ihre Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren zum Schützenheim. Nur in Begleitung eines Erwachsenen dürfen sie am Training teilnehmen. Den örtlichen Schützenverein gibt es seit 136 Jahren und er ist mit seinen 150 Mitgliedern gar nicht so klein. Doch seit ungefähr zwei Jahren kreisten die Gedanken des Vereinsvorsitzenden Robert Escher um die Frage: „Wie können wir unseren traditionsträchtigen Verein in die Zukunft retten.“ Die Antwortet lautete: Bogenschießen. Und der Plan scheint aufzugehen.

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Wie in anderen Vereinen auch habe man im Bucher Schützenverein den Zeitwandel zu spüren bekommen. Die Vorstandsmitglieder hätten sich daher dazu entschlossen, das Bogenschießen als neue Sparte anzubieten. Im April dieses Jahrs war es soweit: In Buch wurde die erste Bogenschießsaison eröffnet.Zuvor war auf den sechs Ständen mit dem Kleinkalibergewehren auf 50 Meter geschossen worden. Die umgebauten Stände stehen jetzt den Bogenschützen zur Verfügung. Junge Nachwuchsschützen, Anfänger und geübte Teilnehmer probieren sich auf der Anlage aus. Wer noch keine Ausrüstung hat, dem stellt der Verein einen passgenauen Recurve-Bogen, den dazugehörigen Köcher mit Pfeilen aus Carbon, einen Armschutz und einen Fingertab zur Verfügung.

Der Zuwachs beim Bucher Schützenverein. Die jungen Bogenschützen lassen mit großem Eifer die Pfeile surren – nach Möglichkeit „ins Gold“.
Bild: Julian Leitenstorfer

An diesem Nachmittag sind viele junge Bogenschützen auf dem Platz. Sie scheinen von dieser Sportart fasziniert. Doch bevor die Pfeile fliegen, ist Marcus Füßl der Materialwart gefragt. Genau wie Jacqueline und Sascha Schmid hat er in Marktoberdorf einen sogenannten Jedermannlehrgang absolviert. Bis die drei ihre Fähigkeiten und Tipps an die Teilnehmer weitergeben konnten und der Verein mit dem Bogenschießen für die Öffentlichkeit starten konnte, war eine einjährige Vorbereitungs- und Trainingsphase nötig. Gekonnt spannt Füßl nun den Bogen mit Hilfe einer Spannschnur. „Beim Schießen ist es wichtig, die Sehne so weit zu ziehen bis die Mittelfinger am Mundwinkel sind.“ Der Schütze müsse seinen Ankerpunkt finden, nur dann könne er solide Schüsse abgeben. Durch Zuggewichte könnten schon die Jüngsten ohne viel Kraftanstrengung den Bogen spannen.

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Bogenschießen in Buch: Wer an Robin Hood denkt, liegt erst einmal falsch

Wer an „Bogenschützen“ denkt, sieht vor seinem geistigen Auge Bilder von Robin Hood, der mit Pfeil und Bogen in heißen Gefechten die tollsten Kunststücke vollbringt. Auf dem Platz in Buch ist vor allem Ruhe angesagt: Sportlich gekleidete Kinder und Erwachsene, von Hektik und Stress ist nichts zu spüren. Das liegt möglicherweise auch am schönen Wetter und der frischen Luft. Viele Eltern haben den Ausbildern bereits bestätigt, dass ihre sonst aktiven Kinder beim Training wesentlich ruhiger und konzentrierter seien. Die achtjährige Johanna Palm schießt im Gegensatz zu den anderen Kindern anstatt von zehn Metern schon aus 14 Meter Entfernung. Souverän nimmt sie einen Aluminium-Pfeil aus dem Köcher. Sie steht ruhig an der Schießlinie, ihre Schulter zeigt in Richtung Zielscheibe. Nach dem „Einnocken“ des Pfeils in der Sehne ist der richtige Griff in den Bogen wichtig. An ihrer Seite steht ein Betreuer der korrigiert, wenn Ellenbogen und Pfeil nicht optimal in einer Linie liegen.

Das Training des Bewegungsablaufs wird in Buch großgeschrieben: Johanna hat die richtige Haltung eingenommen, das Ziel ins Auge gefasst, die Sehne gespannt – und lässt im richtigen Moment los. Mit einem Klack trifft der Pfeil in den roten Kreis. Am Ende steckt jeder der sechs Pfeile in der Zielscheibe.

Schützenverein Buch: das Motto lautet "alle ins Gold"

Unter dem Motto „Alle ins Gold“ probieren die Kinder nun eines nach dem anderen ihre Pfeile, in der goldenen Fläche der Scheibe zu platzieren. „Anders als beim Schießen, wo die kleinste Bewegung große Verfehlungen d zur Folge haben, kann man sich ohne perfekte Technik an das Ziel herantasten,“ erklärt Sascha Schmid der Jugendleiter des Vereins. Das motiviere jeden noch so ungeübten Schützen. Die Kinder kämen schon in kurzer Zeit in „einen Flow“. Ruhig stehen, Pfeil greifen, im korrekten Ablauf den Bogen spannen, den Körper in die richtige Haltung bringen, zielen, schießen. Danach den Bogen in den Bogenständer stecken. Die Jungschützen Dominik Escher und Maxi Klewar, die auch am Luftgewehr versiert sind, zeigen sich begeistert von der neuen Sportart in Buch. Das erklären sie so: „Man braucht nicht erst eine Schießjacke anziehen, der Bogen ist leichter, als das Gewehr. Atmet man beim Schießen falsch oder wackelt, geht der Schuss schnell daneben.“ Dank der neuen Sportart kann der Verein schon Erfolge verbuchen: 15 neue Mitglieder wurden gewonnen. Die zukunftsorientierte Blickweise haben also Früchte getragen, sagen die Vereinsverantwortlichen. Hier haben sie laut dem Motto der Bogenschützen „Ins Gold“ getroffen. (zedo)

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