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Gedenkkonzert

05.03.2013

Junge Künstler und wertvolle Geigen

Als Hommage an Albert Eckstein gaben Stipendiaten der Albert-Eckstein-Stiftung ein brillantes Konzert im Vöhringer Wolfgang-Eychmüller-Haus.
Bild: Dave Stonies

Zum 100. Geburtstag von Albert Eckstein im Kulturzentrum

Vöhringen Auch heute noch, 21 Jahre nach seinem Tod, hat der ehemalige Mitbürger Albert Eckstein in Vöhringen eine große Gemeinde. Das bewies das Interesse am ausverkauften Konzert der von Sohn Rolf begründeten Albert-Eckstein-Stiftung, zu dem die mitwirkenden Stipendiaten aus acht verschiedenen Ländern angereist waren. Sie alle spielen Leihinstrumente der Sammlung Eckstein, mit deren Hilfe sie ihr künstlerisches Naturell zielstrebiger entfalten können. Zum wiederholten Male bereits stellten sie das im Wolfgang-Eychmüller-Haus unter Beweis, wiederum unter Führung von Dirigent und Solist Giovanni Angeleri. Als ehemaliger Freund und Weggenosse Ecksteins war er selbst mit einer seiner Violinen zu großen Erfolgen – Gewinn des Paganini-Wettbewerbs – gekommen. Nun erweist er sich immer mehr als Mentor der jüngeren Stipendiaten-Kollegen. Zwei Tage lang wurde mit ihnen, die an verschiedenen Hochschulen in Deutschland, den Niederlanden und in Ungarn studieren, geprobt und danach ein Ensemblespiel erreicht, das sich fast mit dem Niveau etablierter Kammerorchester vergleichen ließ.

Den Anfang bildete, ohne Dirigent, ein humorvoller Bezug auf den Anlass des Konzerts: In zehn verschiedenen Variationen stand die Melodie „Happy birthday“ stilverwandt aus der Sicht Haydns, Mozarts, Beethovens, und danach bis zu Jazz- und Filmklängen umgeformt, im Mittelpunkt.

Solistinnen präsentieren solides Können

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Zwei mutige Solistinnen präsentierten solides Können: Die Argentinierin Sofia Roldan Cativa, die es bereits zu einem Vertrag an der Frankfurter Oper brachte, glänzte kräftig zupackend, mit großem Ton und technischer Brillanz in den melodisch eingängigen, von jungen Musikern immer wieder gern vorgetragenen Zigeunerweisen von Pablo de Sarasate. Die aus Ungarn stammende Kollegin Eszter Stankowsky vertrat den erkrankten Elin Kolev in einem Ungarischen Tanz von Johannes Brahms. Trotz des engagierten, schlackenlosen Vortrags zeigte sie sich selbst nicht ganz zufrieden, weil es im Zusammenspiel mit dem weit entfernten Flügel etwas haperte. Das Publikum applaudierte für eine ebenfalls reife Leistung.

Mit feiner Gliederung und kontrastreicher Wiedergabe realisierte das Kammerorchester der Stipendiaten die zehnte Streichersinfonie von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Der Vater hatte ihm ein Hausorchester zur Verfügung gestellt, das die ersten Kompositionen des Jugendlichen in privaten Konzerten aufführte. Felix experimentierte damit schon als Zwölfjähriger. Das in Vöhringen aufgeführte Werk zeigte seine Auseinandersetzung mit berühmten Vorbildern und das Heranreifen eines eigenen Stils.

Nach der Pause brillierte Giovanni Angeleri als Solist in Antonio Vivaldis berühmten „Jahreszeiten“, die in der Musikgeschichte auf mehrfache Weise herausragen: In ihnen vollzieht sich anschaulich die Entwicklung vom Concerto grosso, mit kleiner Solistengruppe, hin zum Solokonzert. Und die vorangestellten Sonette, möglicherweise von Vivaldi selbst, verweisen auf ein musikalisches Programm, für das die damaligen Mittel des Orchesterklangs überlegen ausgereizt werden. Angeleri liebt straffes, klangsattes Musizieren und beschwingte, teilweise forsche Tempi. Überlegen meisterte er die Soloparts, in mehreren Sätzen tatkräftig unterstützt von Stipendiaten an den ersten Pulten.

Das verstimmte Cembalo konnte den blendenden Gesamteindruck nur wenig trüben. Erst nach zwei Zugaben verabschiedete sich Angeleri von der Bühne.

Ohne Dirigent servierten die Stipendiaten als Kontrastprogramm noch den Titel „Joke-Souvenir“ von Igor Frolow. Und im Foyer unterhielt danach die Sinti-Kapelle von Romeo Franz.

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