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Illertissen

15.10.2018

Junge Solistinnen begeistern mit temporeicher Musik

Sarah Christian und Lilit Grigoryan boten bei ihrem Spiel auf Geige und Flügel durchwegs temporeiche Musik.
Bild: Regina Langhans

Sarah Christian und Lilit Grigoryan überzeugen im ausverkauften Barocksaal in Illertissen mit ihrem Können.

Es sind bekannte Komponisten wie Ludwig van Beethoven und schwere Stücke wie dessen Kreutzersonate, die auf dem Programm der Geigensolistin Sarah Christian und ihrer am Klavier ebenbürtigen Begleiterin Lilit Grigoryan gestanden haben. Ihr Auftritt im ausverkauften Barocksaal des Vöhlinschlosses in Illertissen war das dritte Konzert des Festivals für junge Stars.

Das Duo überraschte mit hohem technischen Können bei gleichzeitig feinfühligem Zusammenspiel. Trotz herausfordernder Finger- und Bogenarbeit hielten sie die Spannung und ihren musikalischen Charakter bis zum Schluss mit scheinbarer Leichtigkeit durch. Dafür gab es langen Applaus. Die Künstlerinnen beendeten mit einem Scherzo von Johannes Brahms als Zugabe den Abend, den sie mit Musik desselben Komponisten begonnen hatten.

Dessen Sonate in G-Dur für Violine und Klavier – ein Spätwerk Brahms von 1879 – gab den Auftakt. So setzte Sarah Christian zu den perlenden Klängen des Flügels mit weich gestrichenen Tönen auf ihrer Geige ein. Dazu verstand es die Solistin, die vielen Doppelgriffe auf ihrer Geige – aus der Werkstatt von Stefan-Peter Greiner – zu samtig-sonoren Akkorden zu verweben. In den verträumten Passagen spielte sie mit allerlei warmen Tonfarben.

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Darauf Szenenwechsel von der Romantik zum Impressionismus mit Maurice Ravel und Claude Debussy: Bei Ravels Sonate in G-Dur für Violine und Klavier von 1927 bot das Duo furioses Spiel: Mit spitz gestrichenen Bögen prasselten die Töne auf das Publikum ein und die Pianistin konterte mit virtuosem Fingertanz. Die Raserei schien ihnen nichts auszumachen, das Zuhören konne atemlos werden lassen. Debussy verwendete in seiner Sonate in g-Moll für Violine und Klavier von 1917 verschwimmende Klangbilder. Christian gab sie mit schwebenden, sogenannten Flageoletttönen oder verschleifenden, sich beim Spiel auflösenden Akkorden treffend wieder: gebanntes Zuhören im Raum.

Gespielt wurden auch Stücke von Ludwig van Beethoven

Mit Ludwig van Beethovens Sonate in A-Dur für Klavier und Violine kehrte die romantische Epoche mit aller klanglichen Wucht zurück. Der Komponist hat die Sonate dem zeitgenössischen Geiger Rodolphe Kreutzer gewidmet und virtuose Herausforderungen eingebaut. So hatte Christian wortwörtlich alle Hände voll zu tun: zum Beispiel um sich in Trillern tonleiterartig nach oben zu schrauben oder um mit wuchtigen Bogenstrichen das Spiel zu forcieren. Für Grigoryan war es keine Mühe, den Ausschweifungen der Geige am Flügel zu folgen. Bei gemeinsamen Passagen kam ihre Musik wie aus einer Hand. Zeitweise spielte sich die Pianistin auch souverän in den Vordergrund und die Geige übernahm den Begleiterpart. Beethoven hatte die Sonate 1803 geschrieben und dabei Klavier und Violine in gleicher Weise mit Solopassagen ausgestattet.

Damit war der Konzertabend rund, was etliche Besucher Fritz Unglert als dem Organisator bestätigten. Er hatte die Geigerin, die den zweiten sowie den Publikumspreis bei einem ARD-Wettbewerb gewonnen hatte, ausfindig gemacht und nach Illertissen geholt.

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