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Kaputte Pappel: Rettungsversuch mit Signalwirkung

Kaputte Pappel: Rettungsversuch mit Signalwirkung
Kommentar Von Jens Carsten
10.10.2018

Ein Baum weniger - das wäre bei rund 6000 im Illertisser Stadtgebiet kein großer Verlust. Oder? Eben doch. Denn es geht ums Prinzip. Und um unsere Zukunft.

Was ist schon ein einzelner Baum, wenn im Gegenzug ein ganzes Wohngebiet entsteht: Diese Frage kann man stellen – und zu der Antwort gelangen, dass das Pflanzenopfer zu verschmerzen wäre. Gut gelaufen ist die Sache mit der Pappel im Neubaugebiet an der Dietenheimer Straße in Illertissen trotzdem nicht. Die Stadträte reagieren mit ihrem Rettungsversuch deshalb richtig.

Sie wollen dem schwer beschädigten Baum eine Chance geben. Alles andere hätte auch nicht ins Bild von der Garten- und Bienenstadt gepasst: Hier schlägt das Herz gewissermaßen Grün, könnte man sagen. Ob aber mehr davon übrig bleibt als die Absichtsbekundung, ist unklar. Ein Experte schätzt die Überlebenschancen der Pappel jedenfalls als überschaubar ein. Dennoch ist das Bekenntnis zum Baum ein wichtiges Signal. Nicht nur in Illertissen. Industrie, Wohnraum, Verkehr: Wachstum wird heute gerne als eine dominierende Maxime ausgegeben. Für Bäume gilt sie offensichtlich nicht. Wir setzen unsere Interessen zu oft und zu radikal auf Kosten der Natur durch. Wer in den unlängst veröffentlichten und alarmierenden Bericht des Weltklimarates schaut, muss diesen Eindruck gewinnen.

Da heißt es: Um die Erwärmung der Erde auf ein nicht katastrophales Maß zu begrenzen, sollten wir uns schleunigst neue Verhaltensweisen auferlegen. Wirksam ist so ein Umdenken aber nur, wenn es sich schon im Kleinen zeigt – also auch am einzelnen Baum.

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