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Ausstellung

11.04.2014

Kein Etiketten-Schwindel

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Berufsschüler haben Montagehilfen für die Behinderteneinrichtung in Heggbach entwickelt

Berufsschüler der zwölften Metallklasse in Illertissen haben erneut Prototypen für die Heggbacher Werkstätten gebaut und jetzt auf der „Fachmesse für Montagehilfen“ in der Berufsschule präsentiert. Es handelt sich um Sonderanfertigungen, die die künftigen Industriemechaniker nach den Bedürfnissen der Behinderten angefertigt haben.

Kein Etiketten-Schwindel, sondern ein echter Etikettenschneider sowie zwei Varianten an Etikettiervorrichtungen wurden im Rahmen des Lehrplans hergestellt. Die damit bis auf die Beschriftung fertigstellbaren Etikettenanhänger werden zum Beispiel von der Illertisser Firma Kränzle in Auftrag gegeben. Als Drittes war eine Vorkehrung zur Montage zweier O-Ringe in eine Messingbuchse gewünscht. In zwei sehr unterschiedlichen Lösungen wurden sie gefertigt. Davon profitiert die werkstatteigene Gärtnerei, indem Zubehörteile für die Pneumatik an den Gewächshausfenstern selbst gefertigt werden. „Wir machen kein Projekt für die Schrottkiste“, sagt Fachbereichsleiter Ludwig Rapp, der mit den Fachkollegen Siggi Förster und Helmut Walcher die fünf Gruppen mit insgesamt 25 Schülern betreute. „Wir besuchen die Werkstätten und sehen uns die Arbeitsabläufe an“, so Rapp. Damit überschreiten sie die Vorgaben des Lehrplans, dessen Projektunterricht ein fertiges Produkt zum Ziel hat. In der Berufsschule wird geplant und in den Ausbildungsbetrieben müssen die Lehrlinge ihre Objekte bauen, oft in firmenübergreifender Kooperation, wenn die Azubis verschiedene Arbeitsplätze hatten.

Zur Fachmesse waren Vertreter der Ausbildungsbetriebe, der Politik, des Lehrerkollegiums und tieferen Schulklassen gekommen, aber auch Werkstattleiter Walter Egelhofer in Begleitung von Werkstatt-rat Peter Müller und Mitarbeiterin Qendresa Nosha, die Schulleiter Josef Petz begrüßte.

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In der Einrichtung in Heggbach, einem Ortsteil von Maselheim, werden 174 Menschen mit Handicap und 65 Schwerstbehinderte betreut. Egelhofer bedankte sich für die insgesamt fünf Geräte, die als Montagehilfen vielfach die Handarbeit ablösen könnten. „Das hat zwei Vorteile“, so Egelhofer, „die Maschinen können die Produktion beschleunigen, aber auch weiteren Behinderten Arbeit verschaffen, wenn die Bedienung der Maschine einfacher ist als die manuelle Herstellung“. Der Leiter sieht seine Aufgabe auch darin, immer mehr Menschen mit Behinderung die Teilnahme am Arbeitsleben zu ermöglichen.

Aufgabe der angehenden Industriemechaniker war, beim Planen ihrer Geräte besondere Kriterien zu beachten und vor allem eine Verletzungsgefahr beim Bedienen auszuschließen. Weitere Vorgaben lauteten: Die zu montierenden Teile dürfen nicht beschädigt und präzise in einfachen Schritten verarbeitet werden können, wobei der Montageablauf eindeutig festgelegt sein muss. Die Montagevorrichtung soll möglichst gut an das Umfeld der behinderten Mitarbeiter angepasst sein.

Beim Vorführen ihrer Geräte konnten die Berufsschüler ihr Publikum überzeugen, dass das gelungen ist. Dennis Schwager erklärt, dass die Etiketten-Schneidevorrichtung über die Vorgabe hinaus flexibel für verschiedene Größen hinaus einstellbar ist. Die Gruppen um Stefan Schiller und Andreas Zeller haben die zur Weiterverarbeitung der Aufkleber erforderliche Etikettiervorrichtung in zwei Varianten gebaut und Spaß gehabt, obwohl ihre verschiedenen Ausbildungsstandorte die Zusammenarbeit erschwerten. Zweierlei Lösungen gab es auch für die Montagevorrichtung zweier O-Ringe. Eine rein mechanische Konstruktion lieferte die Gruppe um Paul Kilgas, und das Team um Michael Schäfer hatte um das Gerät einen Glaskasten gebaut, wobei mit dem Schließen der Tür der Arbeitsvorgang in Betrieb gesetzt wird.

Alle Geräte waren der Jury eine Würdigung wert, bevor sie auf die Reise nach Heggbach gingen.

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