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Kommentar

15.05.2020

Kein schöner Anfang im Illertisser Stadtrat

Die Vereidigung der neuen Stadträte in Illertissen durch Bürgermeister Jürgen Eisen. Sieben neue sitzen jetzt im Ratsgremium.
Bild: Rebekka Jakob

Plus Der Illertisser Stadtrat wählte die Stellvertreter von Bürgermeister Eisen. Bereits die erste Personalfrage hatte reichlich Zündstoffpotential.

Es hätte richtig nett werden können im Illertisser Stadtrat, fast so wie am ersten Schultag: Auf den Einzeltischen in der Aula der Bischof-Ulrich-Grundschule standen Fleißige Lieschen in bunten Töpfen, die den neuen Ratsmitgliedern durch die Blume zeigten, was ihnen in den nächsten sechs Jahren blüht: Eine ganze Menge Arbeit nämlich, die für einen tüchtigen Stadtrat aber Ertrag bringen soll. Zunächst aber führte eine Personalfrage zu Spannung zwischen den Parteien.

Die Wahl der Stellvertreter hatte von Anfang an Zündstoffpotential

Auch Bürgermeister Jürgen Eisen hieß die Neuen im Ratsgremium willkommen mit einem Wort der Warnung: „Sie werden es nicht allen recht machen können.“ Eisen sprach dabei zwar von finanziellen Grenzen und Sachzwängen, um die es dabei gehen könnte. Doch er ahnte vermutlich schon, dass wenige Minuten später eine Personalfrage für die erste Unruhe in der Klasse sorgen würde: Die Wahl seiner beiden Stellvertreter hatte von Anfang an Zündstoffpotenzial.

Oberdorfer-Bögel hatte bei der Wahl ein historisches Ergebnis eingefahren

CSU und SPD haben bei den Kommunalwahlen jeweils einen Sitz im Stadtrat verloren. Die Freien Wähler haben dafür als zweitstärkste Fraktion mit Susanna Oberdorfer-Bögel eine neue Ratsfrau dazugewonnen, die bei ihrer ersten Kandidatur ein historisches Ergebnis eingefahren hat. 7798 Stimmen gab es für die Illertisserin, die sich zugleich um den Posten des Landrats beworben hatte. Susanne Kränzle-Riedl, die später neu gewählte Dritte Bürgermeisterin, erhielt im März mit 5111 die zweitmeisten Stimmen. Dass die Freien mit diesen guten Argumenten Anspruch auf einen der Stellvertreterposten erheben würden, war zu erwarten.

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Die Erfahrung des eingespielten Teams ist nicht zu unterschätzen

Doch da ist eben auch die Erfahrung des eingespielten Teams Jürgen Eisen und Wolfgang Ostermann, die eine Nominierung des langjährigen zweiten Stellvertreters von der SPD durch die CSU-Fraktion des Bürgermeisters ebenfalls nahe legte. In seiner ersten Amtszeit hatte sich der Bürgermeister neben seiner Parteikollegin Gaby Weikmann-Kristen auf den SPD-Mann verlassen können. Dass nach dem freiwilligen Abschied der langgedienten zweiten Bürgermeisterin die „Beförderung“ von Ostermann zum ersten Stellvertreter kommen würde, haben sich viele schon gedacht.

Vielleicht haben die Freien Wähler aber auch einfach zu hoch gezielt. Immerhin hat Susanna Oberdorfer-Bögel trotz ihrer hohen Zustimmungswerte bei der Wahl noch keine Erfahrung mit einem Amt in der Kommunalpolitik sammeln können. Der erste Vertreter des Bürgermeisters muss aber neben Repräsentationspflichten auch viele Verwaltungsaufgaben übernehmen, gerade wenn der Bürgermeister im Urlaub oder erkrankt ist.

Die zweitstärkste Fraktion im Stadtrat ging leer aus

Den erfahrenen Ostermann bei seiner sicheren Wahl zum zweiten Bürgermeister zu unterstützen und Susanna Oberdorfer-Bögel für den Job der Dritten Bürgermeisterin ins Spiel zu bringen, hätte vielleicht ein anderes Ergebnis zustande gebracht. So aber endete nach der ersten Niederlage auch diese Wahl anders. Und die zweitstärkste Stadtratsfraktion ging bei der Postenverteilung gänzlich leer aus.

Für Jürgen Eisen, Wolfgang Ostermann und Susanne Kränzle-Riedl ist nun eine schwierige Aufgabe dazu gekommen: Das neue Gremium nach seinem schwierigen Start wieder zu vereinen. Denn an schwierigen Aufgaben wird es nicht mangeln.

Lesen Sie hier mehr über die Wahl und die Reaktionen:

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