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Illertissen

28.01.2021

Kinder erhielten Coupons für FFP2-Masken: Panne bei den Krankenkassen?

FFP2-Masken sollen vor allem Risikogruppen vor einer Infektion schützen. Coupons dafür erreichten auch Kinder und junge Erwachsene.
Foto: Alexander Kaya

Plus Die Coupons der Bundesregierung für FFP2-Masken erreichen viele Menschen – auch die falschen. Was Krankenkassen zu den Vorwürfen sagen.

FFP2-Masken für junge Erwachsene und Kinder: Auch in Illertissen haben einige Menschen fälschlicherweise Coupons der Bundesregierung bekommen. Manche Empfänger sind teilweise nicht einmal volljährig, gehören nicht zu Risikogruppen und haben keine Vorerkrankungen. Woran liegt das?

Ein Illertisser Stadtrat erhielt Coupons für FFP2-Masken - zu Unrecht

Einer von ihnen ist der Illertisser Stadtrat Kasim Kocakaplan (SPD). Er erhielt ein Schreiben von der Bundesregierung mit dem Gutschein – und ist unter 50. Aus seinem Umfeld habe der Stadtrat ähnliche Geschichten gehört: Die Kinder eines Kollegen, beide Schüler einer Realschule, hätten Coupons erhalten. Ebenso wie ein 27-jähriger Bekannter. Umgekehrt seien einige ältere Menschen bisher leer ausgegangen, unter anderem Kocakaplans 80-jähriger Vater. „Irgendwas läuft hier schief“, sagt der Stadtrat.

Nach einer Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit müssen die Krankenkassen unter ihren Versicherten diejenigen ermitteln, die einen Anspruch auf die Masken haben. Also etwa Menschen über 60 Jahre, mit Risikofaktoren wie beispielsweise Asthma, Niereninsuffizienz oder Demenz. Kontakt zu den Krankenkassen ist derzeit wegen Anfragen zu den Masken schwierig. Die enorme Summe von 34,1 Millionen Schreiben werden bis Mitte Februar verschickt, Internetseiten weisen auf die Lieferzeiten hin und bitten um Geduld.

FFP2-Masken an falsche Empfänger: Das sagen Krankenkassen

Eine Sprecherin der Kaufmännischen Krankenkasse KKH beschreibt das Prozedere: „Wir bekommen die unbedruckten Coupons von der Bundesdruckerei geliefert und schicken sie weiter.“ Wer genau die Coupons erhält, ermitteln die Krankenkassen. Ob es dabei zu Fehlern kommen kann? „Wir gehen gewissenhaft mit den Daten um“, sagt die Sprecherin der KKH. „Aus der Mitgliederstatistik filtern wir je nach Alter und Vorerkrankungen Menschen der Risikogruppen heraus.“ Dabei könne es in „ganz unglücklichen Einzelfällen“ dazu kommen, dass Gutscheine an verstorbene Personen verschickt werden. „Bei uns ist aber kein Fall bekannt, dass Coupons an Kinder verschickt wurden.“

Auch bei der AOK und der Techniker Krankenkasse habe man nicht von ähnlichen internen Fehlern gehört. Ein Sprecher der TK sagt trotzdem: „Etwa jeder dritte Deutsche erhält Coupons, das ist eine riesige Summe. Die Probleme ziehen sich durch die ganze Bundesrepublik und treten bei verschiedenen Krankenkassen auf.“

Das Schreiben der Bundesregierung an Kocakaplan enthält eine genaue Anleitung, wie er die Gutscheine gegen Masken einlöst und endet ohne Grüße mit einem „Bleiben Sie gesund. Ihre Bundesregierung.“ Was er mit den Gutscheinen macht? „Vielleicht spende ich sie.“ Er und seine Familie hätten bereits FFP2-Masken gekauft und benötigten keine mehr.

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