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06.02.2015

Kindergärten bereiten Kopfzerbrechen

Der Kindergarten „Regenbogen“ in Obenhausen wurde Ende des 19. Jahrhunderts gebaut. Vertreter des Landratsamts meldeten unlängst schwere Bedenken an, was den Brandschutz im Gebäude anbelangt.
Bild: Regina Langhans

Die Einrichtungen im Markt Buch haben Mängel beim Brandschutz. Bürgermeister lotet Alternativen aus

Der Zustand der vier Kindergärten im Markt Buch bereitet der Verwaltung Sorgen. Mängel gibt es besonders beim Brandschutz, auch weil die Anforderungen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen sind. Bei einem Treffen, das unlängst mit Vertretern des Landratsamtes stattgefunden hat, haben die Fachleute für den Kindergarten „Regenbogen“ in Obenhausen schwere Bedenken angemeldet, berichtet Bürgermeister Roland Biesenberger. Bedenken, die der Rathauschef teilt.

Das Haus, das Ende des 19. Jahrhunderts errichtet worden ist, sei teils wie ein alter Bauernstadel mit Holzwänden und Stroh dazwischen gebaut. 90 Minuten müsse es laut Vorschrift aber dauern, bis eine Wand durchgebrannt ist, so Biesenberger. Als Notlösung kann vorerst eine weitere Brandwand dienen, jedoch könne die Einrichtung so nicht auf Dauer betrieben werden. Nach derzeitigem Stand geht das noch bis 2017. Ein Kindergarten sei ein Sonderbau mit hohen Sicherheitsauflagen, kein normales Einfamilienhaus, so Biesenberger.

Auch in pädagogischer Hinsicht haben die Behördenvertreter Kritik geäußert. Das habe nichts mit dem Personal zu tun, das eine sehr gute Arbeit mache, so Biesenberger. Vielmehr sei heutzutage beispielsweise ein ruhiger Arbeitsraum erforderlich, für den es dann auch wieder viele Auflagen gibt.

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Die Katholischen Landjugend, die das Gebäude ebenfalls nutzt, könne vielleicht langfristig in den unteren Räumen bleiben, da diese genehmigt seien.

Im Bucher Kindergarten St. Valentin und in Ritzisried gibt es ähnliche Probleme, in Gannertshofen fehlt ein zweiter Fluchtweg. „Alle Kindergärten im Markt Buch kommen auf den Prüfstand. Da kommt eine Kostenlawine auf uns zu“, sagt Biesenberger. Mit zwei Ulmer Architekten, die gute Konzepte für Kitas hätten, hat der Rathauschef schon Kontakt aufgenommen. Sie würden sich mit einer Voruntersuchung einen Überblick verschaffen, so der Bürgermeister. Jedoch seien die Lösungen, die die Architekten anbieten, für die Gemeinde Buch zu teuer. Es müssten letztendlich andere Wege gefunden werden. Eine Rolle spielt auch, dass die Förderung für Kindergärten nicht besonders hoch ist.

Eine Lösung für das Kindergartenproblem könnte das 12000 Quadratmeter große Grundstück neben der Schule bieten, das die Gemeinde von der Diözese vor ein paar Jahren zu günstigen Konditionen erworben hat. Dort könnten zwei Kindergärten für Obenhausen und Buch sowie die Krippe neu entstehen. Einen großen Vorteil sieht Biesenberger vor allem in der immer bedeutender werdenden Verzahnung von Kindergarten und Schule, die dann auch räumlich vollzogen werden kann. Einen großen Bau, in dem dann alle Kinder untergebracht sind, befürwortet er nicht. „Man könnte mehrer Gebäude und mehrere Konzepte anbieten“, so die Vorstellung des Bürgermeisters.

Zu den neuen Kindergärten hätten dann sowohl die Kinder aus dem Bucher Süden als auch die aus Obenhausen etwa einen Kilometer Entfernung zurückzulegen. Wenn sie eingeschult werden, müssten sie quasi nur ins Gebäude nebenan wechseln, so Biesenberger.

Die Neubauten bei der Schule müssten 100 bis 125 Plätze bieten, je nachdem, ob der Kindergarten in Ritzisried dauerhaft erhalten werden kann oder nicht, erklärt der Bürgermeister. Es käme darauf an, wie sich die Belegungszahlen entwickeln. Langfristig bestehen bleiben soll nach Biesenbergers Vorstellung der Kindergarten in Gannertshofen, da die dortigen Kinder einen weiten Weg zum neuen Standort in Buch hätten.

Das Thema Kindergärten sei insgesamt auch eine Generationsfrage, hat der Bürgermeister festgestellt. Älteren Bürgern sei oft der Ortsbezug wichtiger, jüngere legten häufig den Fokus darauf, wie die Kinder untergebracht sind. Wichtig sei deshalb eine Vielfalt an Angeboten und Arbeitsweisen, die Eltern Wahlmöglichkeiten bietet, sagt Biesenberger.

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