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Bellenberg

28.01.2020

Kirche gibt das Bellenberger Gemeindehaus ab

Künftig finden hier keine Gottesdienste mehr statt.
Bild: Regina Langhans

Plus Das Gebäude soll an die Kommune verpachtet werden. Der vorerst letzte Gottesdienst wird dort am 29. März gefeiert.

„Kirchenaustritte erreichen Rekordniveau“ – so oder so ähnlich titeln dieser Tage wieder viele Zeitungen. Die Entwicklung, dass immer mehr Menschen der Kirche den Rücken kehren, ist nicht neu. Und sie betrifft die evangelische Kirche ebenso wie die katholische. Nun verpachtet die Kirchengemeinde Vöhringen das evangelische Gemeindehaus in Bellenberg an die dortige „weltliche“ Gemeinde.

Einen direkten Zusammenhang zu Kirchenaustritten sieht Pfarrer Jochen Teuffel in dieser Entwicklung allerdings nicht. Er sagt, die Zahl der Gläubigen sei in der Kirchengemeinde in den vergangenen Jahren konstant geblieben. Mit ein Grund dafür seien Zuzüge. In Bellenberg leben derzeit rund 500 evangelische Christen, sagt Teuffel. Doch die hätten ihr gottesdienstliches Leben in den vergangenen Jahren immer mehr nach Vöhringen verlagert.

Bellenberger besuchen Gottesdienste in Vöhringen

Während in Bellenberg zwar regelmäßig Gottesdienste gefeiert wurden, gibt es in Vöhringen zusätzliche Angebote für die Gläubigen, beispielsweise die Wegweisergottesdienste, die einmal im Monat zusätzlich zu den regulären Gottesdiensten stattfinden. Das Motto beim vergangenen Mal: „Aufgeräumt“. Dabei ging es auch um die japanische Aufräummethode, die dank einer Netflix-Serie gerade besonders im Trend liegt. Nächstes Mal wird die „Bibel als Buch mit sieben Siegeln“ das Thema sein. Auch an Angeboten wie Kindergottesdiensten oder Kinderchor nehmen die Bellenberger Gemeindemitglieder rege teil. Zehn von 15 Teilnehmern eines Abendmahlkurses für Kinder kamen aus Bellenberg, erzählt Pfarrer Teuffel.

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Das Gemeindehaus in Bellenberg wurde vor gut 40 Jahren eingeweiht. In den 1970er-Jahren seien viele solcher Gebäude als Außenstellen größerer Orte entstanden, erklärt Teuffel. Auch in Wullenstetten gab es ein solches Gemeindehaus, das für Gottesdienste und andere Veranstaltungen genutzt wurde. Während die dortige Kirchengemeinde das Haus verkauft hat, wird es in Bellenberg künftig von der Gemeinde gepachtet. Es soll ein Erbbaupachtvertrag mit einer Laufzeit von 30 Jahren unterzeichnet werden, der es der Gemeinde erlaubt, auch bauliche Änderungen vorzunehmen. Teuffel scheint froh zu sein, dass Kommune und Kirchengemeinde sich einig wurden. Er sagt: „Es ist schön, dass das Haus weiterhin als Gemeindehaus genutzt wird.“

Logistische Grenzen für die Kirche

Auf die Dauer werden sich Gottesdienststellen in Dörfern, in denen kein Pfarrer vor Ort ist, nicht aufrecht erhalten lassen, prophezeit Teuffel. Wenn die Kirche ihre Arbeit qualifizieren möchte, also den Gläubigen ein breites Angebot an Gottesdiensten und Aktionen bieten möchte, könne man das nicht doppeln, sagt der Pfarrer. Das sei logistisch nicht möglich.

Der Bellenberger Gemeinderat hatte in seiner vergangenen Sitzung über das Thema beraten. Dort hatte der Zweite Bürgermeister Wolfgang Schrapp erklärt, was dann künftig mit dem Haus passieren soll: Die Kommune will einen Raum für Gruppen und Treffen außerhalb des Vereinslebens schaffen.

Termin: Am Sonntag, 29. März, findet ein Abschiedsgottesdienst mit anschließendem Empfang im Bellenberger Gemeindehaus statt.

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