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Babenhausen

15.04.2020

Kita und andere Pläne: Das Fuggerschloss soll sich öffnen

Ehemalige Ökonomiegebäude sollen saniert und umgebaut werden. Künftig könnten Kinder dort betreut werden.

Plus Die geplante Kindertagesstätte im Ökonomietrakt gilt als vorrangiges Projekt – aber nicht als das einzige. Im Babenhauser Marktrat werden Visionen vorgestellt.

Die Pläne für die Kindertagesstätte auf dem Babenhauser Schlossareal nehmen Form an. In der Sitzung des Marktrats haben Alexander Graf Fugger und ein Vertreter des beauftragten Architekturbüros die Fortschritte präsentiert – und erläutert, welche Ideen es darüber hinaus für das Schloss gibt. Im Mittelpunkt steht demnach der Wunsch, das Gelände und die Gebäude zunehmend zu öffnen und, so die Worte des Architekten, „den Ort mehr mit dem Schloss zu verweben“.

Projekte werden in der Finanzplanung berücksichtigt - trotz Corona

Unglücklich: Beim vorausgegangenen Tagesordnungspunkt – der Verabschiedung des Haushaltsplans 2020 – hatte der Marktrat noch kontrovers über die finanzielle Beteiligung an den Vorhaben auf dem Schlossgelände debattiert (wir berichteten). Die Freien Wähler plädierten dafür, die Projekte Kita und Zehentstadel angesichts der Corona-Krise und deren nicht absehbaren Auswirkungen auf die kommunalen Finanzen zunächst noch im Haushaltsplan auszuklammern. Mit einem Nachtragshaushalt könne nachjustiert werden, hieß es. Letztendlich entschied die Mehrheit der Räte, die beiden Projekten wie vorgesehen in der Finanzplanung für dieses Jahr zu berücksichtigen. Wie berichtet, ist vonseiten der Marktgemeinde noch offen, inwieweit eine Beteiligung an der Kita über die Miete oder einen Investitionszuschuss erfolgen soll.

Eine solche Diskussion hätten sich Alexander Graf Fugger und der Architekt gewiss nicht als Vorspann für ihre Präsentation gewünscht. Umso mehr bemühten sie sich dann auch, für ihre Pläne und Visionen zu werben. Im Zentrum des Vortrags: die Kindertagesstätte, die in unter Denkmalschutz stehenden Ökonomiegebäuden auf dem Schlossgelände entstehen soll. Seit dem vergangenen Jahr verfolgen das fürstliche Haus als Bauherr und die Gemeinde als langfristiger Nutzer diesen Plan.

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Umbau und Erweiterung historischer Gebäude: "Geschichte fortschreiben"

Wie berichtet, sollen mitunter ehemalige Stallungen und das Torhaus umgebaut und teils erweitert werden. Architektonisch laute das Motto: „Geschichte fortschreiben“. So soll etwa der Charakter der ehemaligen Orangerie neu interpretiert werden. Die Sanierung und Umnutzung bestehender Gebäude bedeuteten dabei keine Kompromisse für den Betrieb einer modernen Kita, hieß es. Diese soll sich künftig über zwei Stockwerke hinweg erstrecken, unter anderem mit Mehrzweck-, Therapie- und Speiseräumen, mit Bereichen für Regelgruppen, aber auch für Krippenkinder.

„Wir sind mit einem Sprint gestartet“, blickte Alexander Graf Fugger auf das vergangene Jahr zurück. Grund war ein Datum im August, an dem ein wichtiger Zuschussantrag eingereicht werden musste. Mittlerweile seien die Fachplaner zu Gange. „Das Projekt ist gewachsen und optimiert worden“, so der Architekt. Damit stiegen offenbar auch die kalkulierten Kosten. Während in der Machbarkeitsstudie noch von 6,7 Millionen Euro die Rede gewesen sei, beliefen sich die Gesamtkosten – diejenigen für die Planung inbegriffen – nun schätzungsweise auf etwa 9,5 Millionen Euro. „Auch das Fördermittelaufkommen steigt linear“, betonte Graf Fugger und sprach von erwarteten Zuschüssen in Höhe von rund 7,5 Millionen Euro. Ihm zufolge reagierten potenzielle Zuschussgeber überaus positiv auf das Vorhaben.

Es gibt weitere kreative Ideen für das Schloss

Von der Kita abgesehen, wurden in der Sitzung weitere Ideen für das Schloss, das derzeit in vielen Bereichen ungenutzt ist, erläutert. Dazu gehört es, den Ausführungen zufolge, über die Schlossmauer und einen Aufzug einen weiteren Zugang zum Fuggerareal zu schaffen. Ebenso wurden neue Parkmöglichkeiten und ein Hotel erwähnt. Bereits viel diskutiert worden ist die Überlegung, ein Kulturzentrum im Zehentstadel zu schaffen. Die Gemeinde und das fürstliche Haus bemühen sich hierfür bereits seit geraumer Zeit um Zuschüsse – mit Erfolg.

Marktrat Benedikt Neubauer riet zu einer öffentlichen Infoveranstaltung, um auch die Bürger „mitzunehmen“. Graf Fugger und Bürgermeister Otto Göppel stimmten zu.

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