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Illertissen

18.10.2013

Kletterjugend steht auf der Straße

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3 Bilder
Sportliche Höchstleistung: Unser Archivbild zeigt Christoph Zöh, einen der besten Kletterer des Illertisser Alpenvereins an der Wand im Betlinshauser Stadel. Der musste nun geschlossen werden, weil das Gebälk wegen eindringender Feuchtigkeit nicht mehr die erforderliche Statik bietet. Der Alpenverein sucht nun dringend Ersatz und plant längerfristig den Bau eines Freiluft-Kletterturmes.
Bild: Roland Furthmair

 Alpenverein sucht kurzfristig Ersatz für marode Halle und schmiedet Pläne

Normalerweise ist den Kletter-Assen des Illertisser Alpenvereins kein Berg zu hoch und keine Wand zu steil. Aber jetzt stehen sie wie der gesamte Verein vor einer Hürde, die sich nicht so leicht überwinden lässt. Die Sektion hat kein Domizil mehr. Die seit 1993 genutzte Kletterhalle in Betlinshausen musste Hals über Kopf geschlossen werden. Das feuchte Gebälk bietet nicht mehr die erforderliche Statik. Die Halle war ein beliebter Treffpunkt für alle Sparten des Vereins (siehe Info „Alpenverein Illertissen“). Erstmals seit 20 Jahren hat der weithin bekannte Klettercup in Betlinshausen heuer nicht stattfinden können. Hart trifft es die Kletterjugend und deren ambitionierte Betreuer, die zwar im Winter in eine beheizte Halle in Vöhringen ausweichen, aber ansonsten auf der Straße stehen.

Jetzt geht es auch um die Zukunft der Sektion

Das darf kein Zustand von Dauer sein, weiß die Vereinsführung. Die Sektion spürt den demografischen Wandel ebenso wie die gesamte Gesellschaft. Deshalb ist es umso wichtiger, die Jugendlichen unter den rund 500 Aktiven nicht zu verlieren. Das ist schwierig, denn beim Alpenverein können sogenannte B-Mitgliedschaften abgeschlossen werden. Das heißt, für ein geringes Aufgeld zum Jahresbeitrag können Illertisser sich auch Neu-Ulm anschließen und damit Eintrittskosten im Kletter-Eldorado Sparkassen-Dome sparen. Gibt es in Illertissen gar keine Gelegenheit mehr, zu klettern, und auch keinen Vereinstreffpunkt mehr, könnte manch einer auf die Idee kommen, zu wechseln. Die Befürchtung haben der Zweite Vorsitzende Jörg Sager und Jungmannschaft-Leiter Thomas Ertle. Sie wollten den Teufel nicht an die Wand malen, sagen sie beim Besuch in der Illertisser Zeitung, „aber es geht hier auch um die Zukunft des zweitgrößten Vereines in der Stadt. Allerdings: Es wäre nicht der Alpenverein, wenn das Problem nicht nach dem Motto angegangen würde, „wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“. Genau genommen will die Sektion, wie Sager und Ertle berichten, zwei Wege einschlagen. Kurzfristig suchen sie eine Halle oder eine freie Ecke in einer Halle, in der eine Kletterwand für eine gewisse Zeit aufgestellt werden könnte. „Glauben Sie uns, in einem Monat würde das Ding stehen“, sagen die Redaktionsbesucher. In den nächsten Tagen wolle der Alpenverein bei Betrieben oder Landwirten in und um Illertissen verstärkt nach einer freien Hallenecke fragen. „Wir wären natürlich auch dankbar, wenn sich jemand melden würde“, erklären Sager und Ertle.

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Vereinsgelände mit Kletterturm: „Das wäre ein Traum“

Es gibt auch einen Plan Nummer zwei. Damit richtet der Alpenverein den Blick in die Zukunft und auf den enormen Boom, den Sportklettern derzeit erlebt. Ein Vereinsgelände, bestenfalls 3500 Quadratmeter groß, auf dem ein vielleicht zwölf oder 16 Meter hoher Freiluft-Kletterturm stünde; dazu ein Geräteschuppen, in dem Leihski, Kletterausrüstungen und alles andere verstaut werden können, was sich jetzt noch auf mehrere Keller in Illertissen verteilt; schließlich noch eine Vereinshütte mit kleiner Touren-Bibliothek als Treffpunkt – „das wäre ein Traum“, meinen Ertle und Sager. Dieser Traum wäre nicht ganz billig. Etwa 500000 Euro würde der Kletterturm mit Sitzgelegenheiten rundherum, Einzäunung und Kassenautomat kosten. Monatliche Betriebskosten: etwa 500 Euro, die sich über Eintrittsgelder finanzieren. „Wir sind kein reicher Verein, weil uns die Schwarzenberghütte auch permanent Geld kostet. Aber wir bräuchten nur ein Grundstück kostenlos oder in günstiger Pacht sowie vielleicht eine Bürgschaft der Stadt.“ Den Turmbau, so sind sich Sager und Ertle sicher, könnte der Alpenverein mithilfe von Sponsoren alleine stemmen. Dabei wäre ein prominenter Standort natürlich hilfreich; etwa in der Nähe von Nautilla und Sportzentrum. Eine Verbindung mit dem geplanten Jugendfreizeitzentrum der Stadt war mal im Gespräch, sei aber keinesfalls machbar, weil die Sicherheit am Klettertrum nicht zu gewährleisten sei.

Bis jetzt vergeblich auf Hilfe der Stadt gewartet

Vor rund zwei Jahren, als die Schließung der Halle in Betlinshausen noch kein akutes Thema war, hatte der Alpenverein bereits eine Präsentation für ein Vereinsgelände mit Kletterturm verfasst und der Bürgermeisterin und den Fraktionsvorsitzenden vorgestellt. Die Reaktion sei sehr positiv ausgefallen. Die Gesprächspartner hätten zugesagt, bei der Suche nach einem Grundstück behilflich zu sein.

Gehört habe man seither nichts mehr. Das sei schon enttäuschend, finden die Vertreter des Alpenvereins.

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