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Vöhringen

26.01.2019

Knaur-Haus in Vöhringen wird künftig zur Kinderbetreuung genutzt

Im Knaur-Haus wird eine Großtagespflege eingerichtet. Die Betreuungseinrichtung für Kinder wird als Ergänzung zum bestehenden Angebot der Kindertagesstätten gesehen.
Bild: Ursula Katharina Balken

Der Stadtrat hat beschlossen, in dem Gebäude eine Großtagespflege einzurichten. Damit will er den aktuellen Bedarf an Betreuungsplätzen abfangen. Was geplant ist.

Im Knaur-Haus in Vöhringen werden künftig Mädchen und Buben spielen, singen, basteln. Das zweistöckige Gebäude direkt neben dem Rathaus wird im Laufe des Jahres in eine Großtagespflege umgebaut. Damit will die Stadt den aktuellen Bedarf an Betreuungsplätzen decken. Der Stadtrat stimmte dem Vorhaben nach einer Besichtigung des Gebäudes zu. Die mehrheitliche Meinung: Das Haus erfüllt seinen Zweck. Zur Verfügung stehen im Erdgeschoss zwei mittelgroße Räume und ein kleineres Zimmer, eventuell als Küche nutzbar.

In Vöhringen ist die Verwaltung – wie berichtet – auf Raumsuche für die Betreuung von Kindern. Aktuell sind alle Krippen- und Kindergartenplätze belegt. Es gibt Wartelisten. Bürgermeister Karl Janson war sich mit den Stadträten einig: Es besteht Handlungsbedarf und zwar sofort. Damit will Vöhringen den gesetzlichen Anspruch erfüllen, nach welchem jedem Kind ein Betreuungsplatz zusteht. Das bedeutet auch, dass die Kommunen in der Pflicht sind.

Das Landratsamt, so Janson, könne sich durchaus vorstellen, das Knaur-Haus in eine Großtagespflege umzuwandeln. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Treppe, die jetzt zum Eingang führt, in eine behindertengerechte Rampe umgebaut wird. Das dürfte kein Problem sein, versicherte Timo Söhner vom Bauamt.

Der Bedarf an Betreuungsplätzen ist groß

Im Bauausschuss war das Thema bereits diskutiert worden. Ein neues Modell der Kinderbetreuung wurde vorgestellt, das bei näherem Hinsehen so neu gar nicht ist. In der Großtagespflege könnten sich Tagesmütter um die Kinder kümmern. Die gab es auch früher schon, wie Bürgermeister Karl Janson anmerkte. Heute müssten Tagesmütter aber eine bestimmte Qualifikation vorweisen.

Bei der Großtagespflege könnten mehrere Kinder von mehreren Tagesmüttern betreut werden, und zwar nicht im eigenen Haus oder in der Wohnung, sondern in Räumen außerhalb. Janson favorisiert die neue, kurzfristig umzusetzende Lösung schon allein deshalb, weil der Bau einer neuen Kindertagesstätte im Norden der Stadt mindestens ein Zeitfenster von zwei Jahren erfordern würde.

Der Gedanke, eine Betreuungseinrichtung im Knaur-Haus zu schaffen, tauchte bereits vor einem Jahr auf, wurde aber damals zurückgestellt. Denn die Bedarfssituation war nicht so deutlich wie sie sich jetzt darstellt. Das ursprünglich angedachte Vorhaben, die Räume im Knaur-Haus den Mitarbeitern des Rathauses zur Verfügung zu stellen, muss jetzt zurückgestellt werden. Wie berichtet, herrscht auch in der Verwaltung Raumnot.

Für die Einrichtung einer Großtagespflege gibt es einen staatlichen Zuschuss, allerdings nur unter gewissen Bedingungen. Die Kosten müssten 50000 Euro überschreiten und die Einrichtung muss dann für zehn Jahre im selben Gebäude garantiert sein, so die Verwaltung.

Bei der Aussprache im Sitzungssaal unterstrich Bürgermeister Janson, „dass eine Großtagespflege eine zweckmäßige und zielführende Ergänzung zu den bestehenden Betreuungsplätzen ist“. Diese Ansicht teilten auch der Fraktionssprecher der CSU, Michael Neher, sowie der Fraktionssprecher der SPD, Volker Barth. Letzterer hatte bereits im Hauptausschuss Zustimmung signalisiert. Sascha Frick, FWG, hingegen äußerte Bedenken. Die richteten sich gegen das Preisgefüge. Wenn ein Kindergartenplatz bei 71 Euro liegt, der einer Kinderkrippe bei 129 Euro, dann wären die prognostizierten Kosten in Höhe von 265 Euro für die Großtagespflege doch recht teuer. Da würden sich manche Eltern vielleicht doch lieber für eine preiswertere Einrichtung entscheiden. Die Abstimmung ergab deutlichen Zuspruch für die Großtagespflege im Knaur-Haus: 18 Stadträte votierten dafür, sechs waren dagegen.

Was für viele Vöhringer interessant ist: Das Knaur-Haus ist nach dem ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde benannt. Er hatte dort seine Bleibe.

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