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09.06.2009

Kollmer nimmt neuen Anlauf

Illertissen Nach dem Brand seiner großen Hallen im August 2007, bei dem die Flammen fast nichts mehr übrig gelassen hatte, nimmt der Illertisser Kühlhausbetreiber Kollmer einen neuen Anlauf. Auf der Südseite des Betriebsgeländes entstehen auf rund 600 Quadratmetern Fläche Kühlhalle und Frost-Anlage. Dort werde ausschließlich K 3-Material verarbeitet und eingefroren, erklärt Seniorchef Ernst Kollmer. Im Herbst sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein und der Betrieb beginnen.

Genehmigung eingezogen

Als "K 3" werden Restprodukte aus Schlachtungen bezeichnet, die für den menschlichen Verzehr nicht geeignet sind. Eine Genehmigung zur Verarbeitung von lebensmitteltauglichen Schlachtprodukten besitzt das Unternehmen derzeit nicht. Die Regierung von Schwaben hatte sie eingezogen, nachdem das Unternehmen in den sogenannten Gammelfleischskandal verwickelt war. Der Vorwurf lautete, es sei K 3-Material als für den menschlichen Verzehr geeignet deklariert und in Umlauf gebracht worden.

In einem vom Landtag dazu eingesetzten Untersuchungsausschuss waren Regierung und Opposition letztlich zu unterschiedlichen Ergebnissen gelangt. Ein Ermittlungsverfahren gegen den Juniorchef durch die Staatsanwaltschaft hat laut Staatsanwalt Andreas Rossa zum Vorwurf des Betrugs und Verstoßes gegen Lebensmittelgesetze in 15 Fällen gelegt. Die Anklageschrift liegt seit Herbst 2007 beim Landgericht in Memmingen. Eröffnet wurde das Verfahren noch nicht.

Ernst Kollmer will wieder für Lebensmittelbranchen arbeiten. Eine Baugenehmigung liege auch für den Bereich der abgebrannten Hallen vor. Mit der Brandversicherung sei bis auf Details alles abgeklärt. Beginnen will er mit dem Bau, sobald ihm wieder eine Genehmigung erteilt worden ist. Doch die werde mit dem Hinweis auf das schwebende Strafverfahren am Landgericht verweigert. Kollmer-Senior fühlt sich gemobbt und seinen Ruf ruiniert, denn einen eindeutigen Schuldspruch habe es nie gegeben. Kürzlich habe sich sein Sohn zu einem allgemein zugänglichen Fachseminar anmelden wollen. Die Teilnahme sei ihm unter fadenscheinigen Gründen verweigert worden.

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