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Babenhausen

18.01.2019

Kommt eine Tempo-Bremse am Babenhauser Wertstoffhof?

Auf der Zufahrt zum Wertstoffhof verläuft auch ein Radweg. Müssen zwei Autos aneinander vorbei, kann der Platz für Radfahrer ganz schön eng werden.
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Auf der Zufahrt zum Wertstoffhof verläuft auch ein Radweg. Müssen zwei Autos aneinander vorbei, kann der Platz für Radfahrer ganz schön eng werden.
Bild: Sabrina Schatz

Autofahrer sollen bald langsamer fahren, wenn sie Abfall zu der Anlage nördlich von Babenhausen transportieren. Das fordern zumindest einige Markträte.

Müssen die Babenhauser auf dem Weg zum Wertstoffhof künftig auf die Bremse treten? Dafür sprach sich ein Teil der Markträte aus. Für die Autofahrer, die ihren Abfall zu der Einrichtung nördlich des Fuggermarktes transportieren, soll Tempo 30 statt 100 gelten – aus Gründen der Sicherheit. Die Polizei allerdings sieht das Limit nicht als notwendig an. Das sorgte bei manchen für Irritation.

Laut einer Statistik, welche die Marktgemeinde von der Polizeiinspektion Memmingen angefordert hatte, wurde in den vergangenen fünf Jahren an der direkten Zufahrt, die an manchen Stellen eng und kurvenreich ist, kein einziger Unfall gemeldet. Um Tempo-30-Schilder aufzustellen, wäre jedoch eine „konkrete Gefahr“ erforderlich.

Die Polizei merkte laut Bürgermeister Otto Göppel an, dass Autofahrer wahrscheinlich nur schwer nachvollziehen könnten, weshalb dort 30 Stundenkilometer angeordnet würden. Ohne Kontrollen würden sie die vermutlich auch nicht einhalten, so die Polizei. Und für Messungen stünden die tatsächlich unfallträchtigen Straßen im Fokus.

Werden Verkehrsteilnehmer dazu „erzogen“, Tempolimits zu missachten, wenn Verstöße nicht geahndet werden? Und wirkt sich das wiederum negativ auf Straßen aus, auf denen es wirklich oft kracht? Über diese Einschätzungen, die Göppel aus der Stellungnahme der Polizei vorlas, schüttelten manche Räte den Kopf.

Josef Deggendorfer (Freie Wähler) sagte zur Unfallstatistik: „Nominell mag sie stimmen, faktisch aber nicht.“ Es gebe viele „Beinahe-Unfälle“ und kleinere Blessuren am Auto würden vermutlich auch nicht vermerkt. Dem stimmte Fraktionskollege Armin Schröter zu, der den Wertstoffhof leitet und daher „die erste Anlaufstelle“ ist. Er wisse von Beschwerden. „Muss denn immer erst etwas passieren, damit man tätig wird?“, fragte Alex Maier-Graf (SPD). Ob Autofahrer letztlich 30, 50 oder 60 Stundenkilometer fahren sollten, das könne die Polizei besser einschätzen.

Zu manchen Zeiten sind einige Autos auf dem Weg zum Wertstoffhof nördlich von Babenhausen.
Bild: Sabrina Schatz

Dass vor Wertstoffhöfen und Kompostanlagen oft reger Verkehr herrscht, ist auch dem Landratsamt bekannt. Im Sommer des vergangenen Jahres bat die Abfallwirtschaftsberatung die Unterallgäuer deshalb, die Sammelstellen erst zu den Öffnungszeiten anzusteuern. Denn bisweilen bildeten sich schon eine Viertelstunde zuvor „lange Autoschlangen“ vor dem jeweiligen Gelände, hieß es. Das könne zu gefährlichen Verkehrssituationen führen.

Bürgermeister Göppel fragte, ob sich der Verkehr durch die Einführung der Gelben Tonne zum Jahresanfang reduziert habe. Wie berichtet, wurde der Gelbe Sack abgeschafft, den die Bürger bis dahin zum Wertstoffhof bringen mussten. Laut Schröter ist es in der Tat derzeit etwas ruhiger. Er verwies jedoch auf die Jahreszeit: „Wir haben noch kein Grüngut und gebaut wird gerade auch nicht. Darauf wirkt sich die Gelbe Tonne nicht aus.“

Oft herrscht reger Verkehr vor Sammelstellen

Ein zweites Argument, weshalb die Autos langsamer zum Wertstoffhof rollen sollen, betrifft Fußgänger und Radfahrer – immerhin verläuft der Günztalradweg dort. Laut Andreas Birk (CSU) müssen die Autos entweder langsamer fahren, damit keine Steinchen aufwirbeln und zu Geschossen werden – oder am Bankett müsse etwas gemacht werden. Dieter Miller (Freie Wähler) schlug außerdem vor zu prüfen, ob man für die schwächeren Verkehrsteilnehmer eine alternative, nahegelegene Route schaffen könnte.

Hinzu kommt laut Wertstoffhofleiter Schröter das Thema Lärm. Wenn Autos die geleerten Behälter abtransportieren, scheppere es manchmal ganz schön. Fahren sie langsamer, sei die Geräuschkulisse womöglich leiser.

Eine andere Meinung vertrat Quirin Rothdach (Junge Wähler Union): Er verstehe nicht, wieso über ein Tempolimit in diesem Bereich diskutiert werde. „Mir fallen fünf andere ein, wo es sinnvoller wäre.“ Das Gremium einigte sich auf einen Ortstermin mit der Polizei. Zudem appellierte Göppel an die Vernunft der Autofahrer, die Geschwindigkeit an die Straßenverhältnisse anzupassen. Auch, wenn nach dem Ortsschild theoretisch 100 Stundenkilometer erlaubt sind, so sei das bei der kurvenreichen Strecke nicht ratsam.

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