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29.12.2010

Künftiges Gewerbegebiet soll Nachteile beseitigen

Da innerhalb der Ortslage von Oberroth keine gewerblichen Bauflächen vorhanden sind, hat die Gemeinde bereits im Juli 2010 die Ausweisung des "Gewerbegebiet Oberroth" an der Kreisstraße NU 7 vorangebracht. Gemeinsam mit Städteplaner Erwin Zint wurden nun im Gemeinderat die von einem Bürger vorgebrachte Äußerung und Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange abgewogen. Der Bebauungsplanentwurf bekam das einstimmige O. k.

Für das bereits im Jahr 1990 in den gemeindlichen Flächennut-zungsplan aufgenommene Gewerbegebiet im Norden von Oberroth sei während der zurückliegenden 20 Jahre keine einzige Nachfrage eingegangen, informierte Bürgermeister Reiter. Deshalb verliere das Gebiet seine Gültigkeit und werde aufgehoben.

Das neue Gewerbegebiet liegt südlich der Kreisstraße Richtung Osterberg. Es umfasst Teilflächen mehrerer Flurstücke sowie zusätzlich einen Fußweg in den Ortsbereich. Damit sollen drei ortsansässige Betriebe die Möglichkeit zur Umsiedlung erhalten und somit den Fortbestand von Arbeitsplätzen im Ort sichern. Gleichzeitig werden störende gewerbliche Beeinträchtigungen in der Ortslage von Oberroth beseitigt.

Während der Auslegungszeit hat Anton Zanker die mit sechs Metern für breite landwirtschaftliche Fahrzeuge zu schmale Zufahrtsstraße moniert. Dieser Einwand wird vom Bayerischen Bauernverband bekräftigt. "Für die Erschließung eines kleinen Baugebiets ist diese Fahrbahnbreite mit zusätzlichem einseitigen Entwässerungsstreifen von 1,5 Metern ausreichend dimensioniert", hielt der Gemeinderat dagegen. Die Straße wird auf der Westseite um eine Bankette von 50 Zentimetern verbreitert.

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Von 16 angeschriebenen Behörden und Trägern öffentlicher Belan-ge haben elf Stellungnahmen vorgebracht, informierte Städteplaner Zint. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Krumbach äußerte erhebliche Bedenken, da das Gewerbegebiet im Außenbereich auf besten Ackerflächen liege.

Eine Bewirtschaftung der angrenzenden landwirtschaftlichen Nutzflächen werde nicht beeinträchtigt, lautete das Gegenargument der Gemeinde. Lediglich für das restliche Grundstück sei eine neue Erschließung erforderlich. "Im Umfeld des Plangebietes ist kein Hochwasserschutzgebiet festgesetzt. Überschwemmungsereignisse sind nicht bekannt", äußerte sich Architekt Zint zu Bedenken des Wasserwirtschaftsamtes.

Während die Handwerkskammer die Ausweisung des Gewerbegebietes befürwortet, lehnte der Bund Naturschutz Bayern die Planung ab: Sie führe zu einer weiteren Zersiedelung der freien Landschaft mit entsprechender Flächenversiegelung.

Aus regionalplanerischer Sicht sei der Standort aufgrund der isolierten Lage für ein Gewerbegebiet weniger gut geeignet, gab der Regionalverband Donau-Iller zu bedenken. Gleichzeitig komme dem Erhalt und der langfristigen Sicherung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum eine wesentliche Bedeutung zu.

Info Die Entwürfe des Bebauungsplans "Gewerbegebiet Oberroth" so-wie der Flächennutzungsplanänderung können von Montag, 27. Dezember, bis Freitag, 4. Februar, während der Öffnungszeiten im Rathaus der Gemeinde Oberroth, Kirchstraße 1, eingesehen werden.

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