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Illertissen

27.01.2020

"Kultur im Schloss" bietet eine beschwipste Operettengala

Beim Faschingskonzert mit Frank Lippe am Piano, seinem Salonorchester sowie den Solisten Hubert Schmid, Elke Kottmair und Simone Werner (von links) gab es neben anderen beflügelnden Melodien auch ein Schwipslied zu hören. Das Publikum in der Kollegsaula in Illertissen war begeistert.
Foto: Regina Langhans

Elke Kottmair, Simone Werner, Hubert Schmid und Frank Lippe mit seinem Salonorchester sind sich für keine Nummer zu schade. Das kommt beim Publikum an.

Beschwipste Solisten und Musiker mit roten Nasen, die ihr Publikum zum Klatschen, vor allem aber zum Singen, Tanzen und Lachen bringen: Das hat es beim Faschingskonzert mit Elke Kottmair, Simone Werner, Hubert Schmid und dem Salonorchester Frank Lippe Samstagabend in der Kollegsaula in Illertissen gegeben. 300 Gäste waren zu der Veranstaltung aus der Reihe „Kultur im Schloss“ gekommen.

Das Konzertjahr begann also in Faschingslaune. Im Programm war mit Masken, Verkleidung und Einlagen entsprechend vorgesorgt. Auch Kulturmanager Fritz Unglert betrat die Bühne und präsentierte das brillant gesungene Stück „A klane Drahrerei“ aus der Wiener Operette „Das Sperrsechserl“.

Die Künstler hatten das Motto „Karneval in Venedig“ ausgegeben, und das Orchester eröffnete den Abend mit der Johann-Strauß-Melodie „Alle maskiert“ (aus der Komischen Oper „Eine Nacht in Venedig“). Bald stimmten die Solisten ein und Tenor Hubert Schmid kündigte anlässlich der Auszüge aus der Operette „Die Fledermaus“ von Strauß noch mehr aus dieser Sparte an. Die in Illertissen bekannte Sopranistin Elke Kottmair begeisterte schnell mit ausgefeilter Bühnenpräsenz, aber auch Simone Werner beeindruckte mit wandlungsfähigem Mezzosopran. Im Sologesang, zu zweit oder zu dritt inszenierten und besangen sie höchst amüsant das stets schwierige Verhältnis zwischen Mann und Frau. Köstlich, wie die Damen in ihren Roben die Einfühlsamen mimten, dann aber wütend über die Bühne tobten.

Der Abend endet mit einer Polonaise durch den Saal

Zum Faschingsball gehörten Einlagen, auch gerne von Seiten des Publikums, war während des Abends zu hören. Das war der Moment für den langjährigen Sänger Fritz Unglert, um sich mit volumenreicher Stimme einzubringen. Der nächste „Gast“ war „Julischka aus Budapest“ („Maske in Blau“ von Fred Raymond): Tanzend und singend versprühte Simone Werner Folkloreflair. Beim Csárdás der Rosalinde (aus „Die Fledermaus“) tanzte und sang sich Elke Kottmair durch alle Gefühlslagen. Um darauf beim „Schwipslied“ (aus „La Périchole“ von Jacques Offenbach) übers Parkett zu torkeln. Eine Verschnaufpause schenkte das Salonorchester den Solisten, indem es im Affentempo die Tritsch-Tratsch-Polka von Strauß vorspielte. Das gab Extra-Applaus.

Die Faschingslaune war längst im Publikum angekommen, sodass die Künstler nun auch zum Mittanzen auf die Bühne einluden. Ragtime sei Nachfolger der Marschmusik gewesen, informierte der Pianist Frank Lippe. Und die tanzfreudige Gesellschaft in den 1920-er Jahren habe darauf Foxtrott getanzt, ergänzte Elke Kottmair. Doch in dieser Faschingssaison würden Tierkostüme getragen, weshalb Sopranistin und Tenor zur von Lippe effektvoll gespielten Entertainer-Melodie von Scott Joplin den Grizzlybären-Foxtrott tanzten. Darauf holte Kottmair Herren aus dem Publikum auf die Bühne, um als Formation den Känguru-Foxtrott vorzuführen. Das Publikum hatte vor lauter Lachen kaum Zeit zum Klatschen.

Was die Faschingsverkleidung anging, lieferte die Operettenliteratur ebenfalls jede Menge Stoff: Hubert Schmid legte einen exzellenten Auftritt hin mit „Ich bin nur ein armer Wandergesell“ (aus „Der Vetter aus Dingsda“ von Eduard Künneke). Zum Ausklang versprühten die Künstler mit Operettenlegende Emmerich Kálmán noch jede Menge Herz-Schmerz-Gefühle. Das Publikum konnte den launigen Rat mit nach Hause nehmen: „Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht“ (aus „Die Csárdásfürstin“). Davor zogen Künstler und Zuhörer jedoch noch in einer lustigen Polonaise durch den ganzen Saal, wie es sich für eine Faschingsveranstaltung gehört.

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