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Buch

03.09.2019

Lässt sich’s im Bucher Dorfstadl wirklich feiern?

Mitten in Buch steht der Gasthof Lamm mit dem Dorfstadl. Seit rund sieben Jahren bewirtet das Ehepaar Schulze dort seine Gäste.
Bild: Franziska Wolfinger

Plus Nach der Kritik am Dorfstadl erklärt der Bürgermeister, warum sich der Saal doch für Feste eignet und warum Hochzeiten ein Problem sind.

Früher als geplant hören die Pächter des Bucher Landgasthofs Lamm auf. Die Wirte Gabi und Gert Schulze haben ihren Pachtvertrag mit der Gemeinde, der eigentlich bis 2021 laufen sollte, zum 31. Januar 2020 gekündigt.

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Ein Grund für diese Entscheidung war der Ärger um den Dorfstadl, der an den Gasthof angegliedert ist und in dem das Gastronomenehepaar große Veranstaltungen bewirtschaftete. Probleme habe es insbesondere bei Hochzeiten gegeben, die mitten im Ort manchmal zu laut waren. Im Sommer sei es zum Teil einfach zu heiß in dem Saal geworden. Besonders, wenn abends wegen des strengen Lärmschutzes alle Fenster geschlossen bleiben müssen, erklärte die Wirtin Gabi Schulze. All das hatte ihrer Ansicht nach dazu geführt, dass immer weniger Leute im Dorfstadl feiern wollten. Für die Wirte, die 70 Prozent ihrer Einnahmen mit Großveranstaltungen und nur 30 Prozent mit dem Restaurant generierten, war es an der Zeit, die Reißleine zu ziehen. Bis Ende Januar wird der Betrieb wie gewohnt weiterlaufen, dann ist für die beiden im Lamm Schluss. (Näheres zur Entscheidung der Wirte lesen Sie hier: Die Wirte geben auf: Im Januar schließen sie das "Lamm" in Buch )

Lamm und Dorfstadel wurden für 1,45 Millionen Euro saniert

Die Gemeinde, die das Lamm 2012 für rund 1,45 Millionen Euro sanieren lies, den Dorfstadl anbaute und auch den Platz um das Gebäude herum neu gestaltete, ist bereits auf der Suche nach Nachfolgern. Bürgermeister Roland Biesenberger, der die Arbeit, die das Wirtsehepaar Schulze in den vergangenen sieben Jahren in Buch geleistet hat, sehr zu schätzen weiß, sagt, die beiden seien eine Bereicherung für den Ort gewesen. Doch die Meinung der Wirte zum Dorfstadl teilt er nicht. Im Gegenteil: Er verteidigt das Gebäude als Veranstaltungslocation. Nur ein Hochzeits- oder Partystadl werde er nicht werden können, sagt Biesenberger. Ein solches Konzept sei auch nie angedacht gewesen.

Lässt sich’s im Bucher Dorfstadl wirklich feiern?

Die strengen Lärmvorschriften, von denen die Pächter sprechen, gelten genau so in ganz Deutschland, sagt der Bürgermeister. Ab 22 Uhr müsse es ruhig sein. Mit Hochzeitsgesellschaften, die oft erst ab 22 Uhr richtig aufdrehen, sei das schlichtweg nicht kompatibel. Andere größere Familienfeiern, zum Beispiel Geburtstage oder Kommunionen, könnten ohne Probleme im Dorfstadl stattfinden. Auch bei Konzerten, etwa von örtlichen Musikvereinen, seien noch nie Klagen von Nachbarn gekommen, sagt Biesenberger. Ihm ist wichtig, keine Fronten zwischen den Anwohnern und Wirten aufzubauen. Er könne beide Seiten gut nachvollziehen, sagt er. Und die meisten Veranstaltungen im Dorfstadel seien ohnehin ohne Beanstandungen geblieben. Den Saal nutzen zum Beispiel auch Vereine für Versammlungen oder Veranstaltungen wie den Winterzauber vor Weihnachten.

Die Dorfwirtschaft läuft auch ohne Hochzeitspartys

Dass es im Sommer bisweilen sehr warm im Saal werde, nannten die scheidenden Wirtsleute als weiteren Grund, warum für sie zu wenig Veranstaltungen im Dorfstadel statt fanden. Eine Klimaanlage würde Abhilfe schaffen, so die Meinung der Gastronomen. Biesenberger sieht das jedoch anders. Man habe bereits prüfen lassen, ob eine Klimaanlage in dem Gebäude Sinn machen würde. Damals war das Ergebnis negativ. Der Gemeinderat könne aber natürlich beschließen, dass ein solches Gerät eingebaut werde, sagt Biesenberger.

Er ist auch der Überzeugung, eine Dorfwirtschaft wie das Lamm sei nicht auf Hochzeitspartys angewiesen, um genug Umsatz zu machen. Das zeigen Beispiele aus umliegenden Orten, wie etwa das Gasthaus Zur blauen Traube in Obenhausen.

Dass es schwierig wird, passende Pächter für das Lamm zu finden, weiß der Bürgermeister. Denn die Ansprüche an mögliche Nachfolger des Ehepaars Schulze sind hoch. Es werde ein guter Allrounder gesucht, sagt Biesenberger. Ein Wirt, der im Biergarten auch einfachere Gerichte, etwa einen Wurstsalat, anbietet, aber bei Feiern im Dorfstadl das Catering stemmen kann. Das Lamm soll weiter für einen lebendigen Ortskern sorgen. „Wir wollen eine vernünftige Dorfwirtschaft im Ort“, sagt Biesenberger.

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