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Unfall

18.01.2020

Lastwagen weicht Tier aus und landet im Gleisbett

Mit schwerem Gerät rückte ein Bergungsunternehmen in Altenstadt an, um einen verunglückten Lastwagen aus dem Gleisbett der Illertalbahn zu holen.
Bild: Wilhelm Schmid

Illertalbahn ist wegen Einsatz in Altenstadt drei Stunden gesperrt

Ein im Gleiskörper festgefahrener Lkw mit Hebebühne war die Ursache dafür, dass am Donnerstagabend die Bahnstrecke Ulm - Memmingen bei Altenstadt fast drei Stunden lang gesperrt werden musste.

Wie die Polizei an der Unfallstelle berichtete, war der 46 Jahre alte Fahrer einer 7,5-Tonnen-Hebebühne kurz nach 20 Uhr auf der Danziger Straße in Richtung Norden unterwegs. Seine Firma hatte das Fahrzeug von einem anderen Unternehmen ausgeliehen. Die Straße verläuft direkt neben dem Bahngleis und ist von diesem nur durch einen schmalen Grasstreifen getrennt. Der Fahrer gab gegenüber der Polizei an, dass plötzlich ein dunkles Tier in die Fahrbahn gesprungen sei, sodass er bei einem Ausweichversuch die Lenkung verrissen habe. Dadurch kam sein Fahrzeug nach rechts von der Fahrbahn ab und blieb im Schotterbett des Bahngleises hängen.

Der Fahrer blieb bei dem Unfall unverletzt. Das rechte Vorderrad hatte eine Schiene überfahren, weshalb ein Zurücksetzen des Lastwagens nicht mehr möglich war. Am gegenüberliegenden Hinterrad war die ausfahrbare Stütze im Boden verklemmt. Dadurch war wenigstens die Gefahr des Umkippens gebannt.

Lastwagen weicht Tier aus und landet im Gleisbett

Nach der Unfallmeldung ließ die Polizei die Bahnlinie sofort sperren. Die Züge aus Richtung Ulm fuhren nur noch bis zum Bahnhof Altenstadt und wendeten dort; die von Memmingen kommenden Züge konnten bis Kellmünz fahren und mussten dort wenden. Zwischen Altenstadt und Kellmünz ließ der DB-Notfallmanager einen Schienenersatzverkehr mit Bussen einrichten. Das von der Polizei zu Hilfe gerufene Bergungsunternehmen brachte neben einem Gerätewagen und einem Lkw-Abschleppfahrzeug (einem sogenannten Unterfahrlift) auch einen 55-Tonnen-Autokran in den Einsatz. Die Feuerwehr wurde in diesem Fall nicht alarmiert, da die Unfallstelle durch Straßenlampen und die Scheinwerfer der Bergungsfahrzeuge gut ausgeleuchtet war und keine Verkehrsabsicherung nötig war. Nach dem Aufrüsten des Krans wurde der Hebebühnen-Lkw angehoben und vom Gleiskörper zurück auf die Straße gesetzt. Dort musste noch ein Ersatzrad montiert werden, da ein Hinterreifen platt war. Schließlich konnte der Lkw vom Unterfahrlift aufgenommen und abgeschleppt werden. Inzwischen hatte der Notfallmanager festgestellt, dass der Gleiskörper unbeschädigt geblieben war. Deshalb konnte er kurz vor 23 Uhr die Strecke wieder freigeben.

Den entstandenen Sachschaden schätzt die Polizei auf etwa 20000 Euro. Bei dem 46-jährigen Unfallverursacher stellten die aufnehmenden Polizeibeamten eine leichte Alkoholisierung fest. Zur Beweissicherung erfolgte eine Blutentnahme. Ob die Alkoholisierung tatsächlich die Ursache für den Unfall war, ist Gegenstand er polizeilichen Ermittlungen. Der Führerschein des 46-Jährigen wurde nicht sichergestellt, so die Polizei.

Ein Video und eine Bildergalerie zu dem Unfall finden Sie online unter illertisser-zeitung.de

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