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Illertissen/Tiefenbach

05.11.2018

Leonhardiritt: Hoch zu Ross durch Tiefenbach

Am Sonntag zogen rund 100 Reiter durch Tiefenbach.
Bild: Andreas Brücken

Nach zweijähriger Pause ist der Leonhardiritt zurück – prächtiger denn je. Was es dabei alles zu sehen gab.

Auf diesen Segen Gottes beim Leonhardiritt in Tiefenbach haben Ross und Reiter zwei Jahre lang warten müssen. Wie berichtet, musste der Umritt erst aus Versicherungsgründen, danach wegen der Witterung ausfallen. Dafür ist er heuer umso prächtiger ausgefallen. Vereinsringvorsitzender Gerhard Leopold, der mit Organisator Heiner Loop die kirchliche Veranstaltung umgesetzt hat, freute sich abschließend: „Aus 80 angemeldeten Tieren sind bestimmt 100 geworden und die Zahl der Zuschauer schätze ich auf 800 bis 1000.“

Gespanne müssen aufwendig zusammengestellt werden

Neben den unterschiedlichsten Reitergruppen nahmen acht Gespanne, Kutschen oder Wagen teil. Darunter – traditionell aufwendig geschmückt – etwa der Spruchwagen mit Helmut Ritter am Kutschbock oder der Wagen mit Nachbildung der Tiefenbacher Kirche, gelenkt von Manfred Schenk. Zwei Kutschen, für den Autenrieder Bierwagen mit Reinhold Gresser aus Emerkingen sowie für die Festgäste mit Anna Hahn aus Sontbergen, hatte wieder Karl Barth aus seinem Fuhrpark in Tiefenbach zur Verfügung gestellt.

Die Kutschleute, Gespanne und Pferde befinden sich teils an unterschiedlichen Standorten und müssen oft aufwendig zusammengestellt werden. Reinhold Gresser vom Bierwagen erklärte: „Die Kunst, schwere Gespanne zu lenken, beherrschen immer weniger.“ Anna Hahn ergänzte: „Die Sicherheitsvorschriften werden auch immer strenger.“ Viel Zeit für Unterhaltung blieb nicht, die schön herausgeputzten Tiere forderten alle Aufmerksamkeit.

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Rund 100 Reiter ziehen am Sonntag mit Kutschen und Pferden durch Tiefenbach.
Video: Wilhelm Schmid

Um die Sicherheit bemüht waren aber auch die Reitergruppen. Traditionell wurden sie von Vorreiterin Regina Mayer vom gleichnamigen örtlichen Pferdehof angeführt. Sie freute sich ganz besonders, dass die in Tiefenbach seit 1830 verbürgte und 1947 nach Kriegsende wieder aufgenommene Tradition nun weiterleben kann. „Ich kann es kaum erwarten, dass es wieder losgeht.“ Zu ihrer Gruppe gehörte auch Bettina Barth. Die Tiefenbacherin ritt auf ihrem zehn Jahre alten Wallach Charlie Sheen Seite an Seite mit Freundin Marika Schnürle aus Bermaringen, die deswegen eigens angereist war. Dass sie beide nebeneinander, ohne sich ins Gehege zu kommen, reiten konnten, rechnet sie ihrem turniererfahrenen Pferd zu. „Es gehört meinem Sohn Andreas, der mit ihm schon auf Meisterschaften unterwegs war.“

Beim Leonhardiritt waren einige Kostüme zu sehen

Sogar zu fünft in einer Reihe kam eine Abordnung der Pferderesidenz Illerberg-Thal unter der sicheren Führung von Gabi Mettenleiter im Damensattel daher. Als ausgewiesener Fan hatte sie direkt am selben Tag vormittags beim Umzug in Inchenhofen teilgenommen und nachmittags den Leonhardiritt in Tiefenbach eingeplant. An vier derartigen Traditionsveranstaltungen nimmt sie heuer teil. „Ich bin katholisch, da geht es mir natürlich auch um den Segen“, sagt sie augenzwinkernd. Da lohne es sich, dass sie sich und ihre Mitreiterin Jana Hantel mit selbst genähten Barockkostümen aus der Zeit um 1630 ausgestattet habe.

Der Leonhardiritt in Bildern:

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34 Bilder
100 Reiter und Gespanne ziehen beim Leonhardiritt durch Tiefenbach
Bild: Andreas Brücken

Den Leonhardiritt in Tiefenbach kennzeichneten diesmal zahlreiche historische Kostüme: Zum Beispiel Maria, Patricia und Hermann Maier aus Ulm, die sich als „Freunde der iberischen Reitkunst“ die barocke Tracht der spanischen Hofreitschule zugelegt hatten. Oder die Rothtaler Barockfreunde aus Emershofen auf Lippizzanern im Reitgewand des 17. Jahrhunderts, Westernreiter oder eine Abordnung mit sogenannten Miniature Horses, ebenfalls aus Emershofen.

Die Musikvereinigung Tiefenbach sowie eine Abordnung der Stadtkapelle umrahmten den farbenfrohen Zug von Ross und Reiter mit passender Musik.

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