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Kreistag

02.10.2013

Lessing-Gymnasium: Neubau scheint wahrscheinlich

Ursprünglich hätte das Lessing-Gymnasium in Neu-Ulm saniert werden sollen. Doch als sich herausstellte, dass dies über 40 Millionen Euro verschlingen würde, zog Landrat Erich Josef Geßner die Notbremse. Jetzt scheint ein Neubau wahrscheinlich. Die Frage ist nur, wo.
Bild: Alexander Kaya

Verwaltung prüft, ob und wo Schule neu errichtet werden kann

Landkreis Fest steht bislang eigentlich nur: das Neu-Ulmer Lessing-Gymnasium wird es auch in Zukunft geben. Nur: Wie es aussehen wird und wo Schüler dereinst pauken werden, steht derzeit in den Sternen. Das ist, stark vereinfacht, das Ergebnis der gestrigen gemeinsamen Sitzung des Schul- und des Bauausschusses des Neu-Ulmer Kreistags.

Ursprüngliche Kostenschätzung: 24 Millionen Euro

Wie berichtet, sollte die Schule saniert und erweitert werden. Nach ersten Schätzungen waren die Baufachleute im Landratsamt von Kosten um die 24 Millionen Euro ausgegangen. Es erfolgte ein Wettbewerb, aus dem das Düsseldorfer Büro Schuster Architekten als Sieger hervorging. Die Kreisräte waren regelrecht begeistert, als ihnen Anfang Juni ein Vertreter des Büros die Ideen für den Schulumbau präsentierte. Allerdings war damals quasi die Rechnung ohne den Wirt gemacht worden – sprich: die Kosten waren aufgrund der Wettbewerbsmodalitäten nicht ermittelt worden.

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Das böse Erwachen kam zwei Monate später, als klar wurde, dass Sanierung und Anbau nach Schuster-Vorstellungen insgesamt über 41 Millionen Euro kosten werden, die Generalsanierung des Altbaus allein 23. Landrat Erich Josef Geßner zog nach Bekanntwerden dieser Zahlen Ende August die Notbremse und verhängte einen sofortigen Planungsstopp. Die Reaktion Geßners wurde gestern fraktionsübergreifend als richtig bezeichnet, wenngleich bis zu diesem Zeitpunkt bereits Kosten von 850000 Euro aufgelaufen waren, denen noch weitere Ansprüche von Architekten und Fachingenieuren folgen könnten.

Ersatzbau am alten Platz oder im Süden Neu-Ulms

Mittlerweile ist man in der Landkreisverwaltung angesichts der Summen zu dem Schluss gekommen, neu zu bauen. Die Frage ist nur, wo. Landrat Geßner beispielsweise befürwortet einen „Ersatzbau“ am bisherigen Standort an der Augsburger Straße, Karl-Martin Wöhner von der SPD zum Beispiel präferiert einen Neubau im Süden der Stadt beim Muthenhölzle. Beide Lösungen haben Vor- und Nachteile, wie in der über einstündigen Diskussion gestern herausgearbeitet wurde. Ein Neubau an der alten Stelle würde mehr oder weniger stark den Schulbetrieb stören, zudem müssten wohl etliche Klassen in Container umsiedeln – mit negativen Auswirkungen auf die Attraktivität der Schule, wie Gabriele Rzehak-Wartha (Grüne) warnte.

Offenhausen bekäme ein städtisches Filetstück

Wird andernorts neu gebaut, entfallen Beeinträchtigungen des Schulbetriebs – die Schule könnte in aller Ruhe nach Fertigstellung in das neue Domizil umziehen. Zudem hätte Neu-Ulm beim Abriss des jetzigen Gymnasiums ein „Filetstück“ an städtischer Fläche gewonnen, das sich für die „Entwicklung“ des Stadtteils Offenhausen positiv auswirken würde, wie Karl-Martin Wöhner sagte.

Nachteil eines Neubaus in Neu-Ulms Süden ist, dass sich die Schülerströme verändern würden – mit Auswirkungen auf das Bertha-von-Suttner-Gymnasium in Pfuhl und sogar auf das Illertal-Gymnasium in Vöhringen-Illerzell. Ohnehin kehren rund 1100 Jugendliche, die eine weiterführende Schule besuchen, dem Landkreis den Rücken zu und gehen auf Schulen in Baden-Württemberg. Allerdings ist dies keine Frage der „Schulgebäude“, wie Landrat Geßner klarstellte, sondern eine des „Schulsystems“.

Landkreis muss eventuell Zuschüsse zurückzahlen

Gravierender Nachteil eines Neubaus ist aber die Zuschussfrage. Landrat Geßner will nicht ausschließen, dass der Kreis die staatlichen Zuwendungen, die vor circa drei Jahren für die neue Küche und die Erweiterung des Lessing-Gymnasiums geflossen sind, auf Heller und Pfennig zurückzahlen muss.

Werner Zanker (SPD) und Ansgar Batzner (Freie Wähler) regten deshalb an, die Möglichkeit einer Sanierung in „abgespeckter“ Form zu überprüfen, bei der beispielsweise die neue Küche erhalten werden kann. (kr)

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