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Hochwasserschutz

12.03.2020

Lieber „100 Jahre Ruhe“

Babenhauser Marktrat will Unterhalt für das geplante Drosselbauwerk nicht übernehmen

Eine weitere Entscheidung ist in Bezug auf den innerörtlichen Hochwasserschutz in Babenhausen gefallen: Die Kommune will weder den Unterhalt des geplanten Drosselbauwerks übernehmen, noch für damit zusammenhängende Reinvestitionen aufkommen. Das hat der Marktrat so beschlossen.

Das Drosselbauwerk soll im Babenhauser Süden – in einem Bereich nahe der Fabrikstraße, an der sich Mühlbach und Günz trennen – entstehen. Es soll gebaut werden, bevor die fünf geplanten Rückhaltebecken in den Oberläufen der Günz fertiggestellt sind. Dadurch sollen die Anlieger des Mühlbachs in Babenhausen bereits vorher besser vor Überschwemmungen geschützt sein.

Stefanie Kienle vom zuständigen Wasserwirtschaftsamt (WWA) in Kempten hatte die Pläne für den innerörtlichen Ausbau des Hochwasserschutzes vor ein paar Wochen im Marktrat vorgestellt (wir berichteten). Diese erhielten Zustimmung. Eine Frage ließ das Gremium dabei allerdings noch offen: Inwiefern sich Babenhausen an dem Drosselbauwerk beteiligen möchte.

Lieber „100 Jahre Ruhe“

Die kalkulierten Kosten für den Bau liegen bei 340000 Euro, wovon der Markt die Hälfte beisteuern muss. Diesen Eigenanteil könnte die Kommune senken, wenn sie einerseits für 100 Jahre oder unbefristet den Unterhalt übernimmt und/oder andererseits Reinvestitionen trägt. Babenhausen könnte sich auf diese Weise Summen im mittleren fünfstelligen Bereich sparen, hieß es. Übernimmt die Kommune Unterhalt und Instandhaltung hingegen nicht, wäre die Flussmeisterei gemeinsam mit dem WWA zuständig.

Die Meinungen dazu im Gremium: „Das Angebot ist äußerst attraktiv – aber nur für das WWA“, sagte Quirin Rothdach (Junge Wähler Union). „Zahlen wir die 42000 Euro mehr und haben 100 Jahre Ruhe“, appellierte er. Auch Johannes Nägele (Freie Wähler) befürchtete eine „Mogelpackung“ und plädierte dafür, die gesamten Kosten zu tragen. Ilona Keller (Freie Wähler) dachte an diejenigen, die ebenfalls von einer Übernahme des Unterhalts für die kommenden 100 Jahren betroffen wären: „Es wäre unanständig, das der nächsten Generation zuzumuten.“ Fraktionskollege und Zweiter Bürgermeister Dieter Miller gab zu bedenken, dass die Marktgemeinde trotzdem eine „Abschottmöglichkeit“ anstreben sollte. Dies wurde schließlich per Beschluss festgehalten. (stz)

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