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Lockerungen des Lockdowns: Die Verwirrung im Landkreis Neu-Ulm ist perfekt

Kommentar Von Rebekka Jakob
08.03.2021

Plus Geschäftsleute und Sportvereine im Landkreis Neu-Ulm stehen vor demselben Problem: Theoretisch dürfen sie öffnen. Doch die Vorgaben sind nebulös.

Es ging hoch her am Sonntagabend in den Sozialen Netzwerken. Geschäftsleute, Wirtschaftsvereinigungen und Kommunalpolitiker im Landkreis Neu-Ulm verbreiteten so schnell es ging die Nachricht: Am Montag dürfen die Geschäfte wieder öffnen, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt unter 50. Wohl dem, der sich und seine Mitarbeiter darauf vorbereitet hatte. Kurzfristiger ging es wohl kaum noch.

Die Hektik am Sonntagabend dürfte aber nur ein Vorgeschmack auf die kommenden Tage und Wochen sein. Denn so wirklich klar ist kaum jemandem, was bei welcher Inzidenz gilt - und vor allem, wie schnell ein steigender oder sinkender Inzidenzwert die Planungen wieder über den Haufen wirft. Das ist ärgerlich für Geschäftsleute, die aber zumindest einen Großteil ihrer Energie in Konzepte und das Einhalten von tagesaktuellen Vorgaben stecken können. Für Ehrenamtliche in den Vereinen ist es fast unmöglich.

Jugendliche durften nicht Fußball spielen - wie ist es jetzt?

Erst am vergangenen Wochenende hat die Polizei eine Gruppe Jugendlicher erwischt, die sich in Illertissen auf dem Bolzplatz zum Kicken getroffen hatten.Definitiv war das nach den Regeln, die noch bis zum Sonntag galten, nicht erlaubt. Aber was ist heute? Man muss genau nachlesen, um diese Frage beantworten zu können. Selbst beim Bayerischen Landessportverband liest man die Ratlosigkeit über das, was jetzt gelten soll, aus der jüngsten Information an die Sportvereine heraus. Eine vernünftige Planung für die Vereine - sie ist auch jetzt fast unmöglich.

Kommerzielle Anbieter trifft das Wirrwarr doppelt

Kommerzielle Sportanbieter wie Fitnessstudios und Tanzschulen trifft die Unsicherheit gleich doppelt. Sie sind ebenfalls Geschäftsleute - und sie können nur hoffen und bangen, wie und ob sie ab dem 22. März wieder öffnen können. Auch hier fehlen bislang klare Vorgaben. Sollte dann der Inzidenzwert zwischen 50 und 100 liegen, wird ein tagesaktueller Schnell- oder Selbsttest von den Teilnehmern gefordert. Aber: Wer soll das bitte kontrollieren? Haben die Betreiber überhaupt das Recht, sich einen negativen Test eines Mitglieds zeigen zu lassen? Und wer garantiert, dass der Test auch von demjenigen gemacht wurde, der ihn ins Studio mitbringt?

Bei diesem Chaos gibt es noch eine weitere Gruppe von Menschen, die nicht zu beneiden sind: diejenigen nämlich, die die Einhaltung der geltenden Regeln kontrollieren und Verstöße ahnden sollen. Wenn keiner mehr durchblickt, wie sollen sie ihre Arbeit gerecht und vernünftig machen können? Zumindest in einer Sache sind jetzt alle auf dem gleichen Stand: Die Verwirrung ist perfekt.

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