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25.03.2009

"Märkten klare Spielregeln geben"

Neu-Ulm/Finningen (AZ) - Zu einem persönlichen Unternehmergespräch mit dem bayerischen Staatsminister der Finanzen Georg Fahrenschon hatte Ministerin Dr. Beate Merk in den Landgasthof Hirsch nach Finningen eingeladen.

In ihrer Begrüßung betonte Merk, wie wichtig ihr der stete Kontakt und Austausch mit den Unternehmern vor Ort sei, "um zu erfahren, wo die Probleme liegen, wo Änderungs- und Handlungsbedarf besteht". Viel Lob erhielt von ihr der Mittelstand: "Gerade bei den mittelständischen Unternehmen wird der Blick noch über den kurzfristigen Erfolg hinaus gerichtet auf ein langfristiges Gedeihen des Unternehmens. Zudem sind es gerade die Mittelständler, die sich der Verantwortung für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewusst sind und auf einen gerechten Ausgleich der Interessen von Beschäftigten und Unternehmen achten."

Als "im Grundsatz auch für schwierige Zeiten gut gerüstet", bezeichnete Merk die mittelständischen Unternehmen in der Region Neu-Ulm. "Allerdings haben auch gesunde Unternehmen zunehmend Probleme, Kredite zu akzeptablen Bedingungen zu erhalten. "Deshalb wurde im Rahmen des Konjunkturpakets II der "Wirtschaftsfonds Deutschland" geschaffen, der 75 Milliarden Euro für Bürgschaften und 25 Milliarden Euro für Kredithilfen für Unternehmer bereitstellt", erläuterte Merk. Finanzminister Fahrenschon begann seine Rede mit einer umfassenden Analyse der aktuellen Situation: Gleich einem "Wettersturz" sei die Finanz- und Wirtschaftskrise gekommen. Die Krise sei in ihrer Art einmalig, denn: "Kein Land, keine Region und keine Branche bleibt verschont". Die Banken untereinander trauten sich nicht mehr. "Die Geldversorgung aber ist wie der Blutkreislauf im Körper. Ohne eine ausreichende Versorgung droht der Kollaps". Notfallmaßnahmen seien daher unverzichtbar gewesen. Die Politik habe "rasch und umfassend" gehandelt, Bayern noch im November mit dem bayerischen Mittelstandsschirm und dem Vorziehen von Investitionen, der Bund mit den Konjunkturpakten I und II.

Was ist zu tun? Dazu Fahrenschon: "Soziale Marktwirtschaft heißt, den Märkten klare Spielregeln und Leitplanken zu geben. Richtschnur unserer Politik ist die Sicherung von Arbeitsplätzen, egal ob in großen oder kleinen Unternehmen." Die Kontrolle der Märkte sei zu verbessern, es dürfe "keine weisen Flecken" mehr geben. Zudem seien Änderungen bei Bilanzierungsregelungen und im Steuerrecht dringend notwendig. Wie lange die Wirtschaftskrise dauern werde, wisse niemand, so Fahrenschon. Aber es gebe gute Gründe gegen Pessimismus: "Gerade Bayern hat bessere Chancen als andere, gut aus der Krise zu kommen. Die bayerischen Unternehmen sind fit für den Wettbewerb. Zudem hat Bayern einen breiten, inhabergeführten Mittelstand, der in viel stärkerem Mase Verantwortung für das eigene Unternehmen und die Mitarbeiter übernimmt." Zudem erweise sich der Euro als "Stabilitätsanker" in der Finanzkrise. "Wir haben alle Möglichkeiten, müssen uns aber darauf konzentrieren, dass wir sie ausspielen".

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