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26.03.2009

Mann auf Parkplatz brutal geschlagen

Landkreis (mick) - Zu sieben Monaten Haft auf Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung ist ein 21-Jähriger vor dem Neu-Ulmer Amtsgericht verurteilt worden.

Der derzeit arbeitslose Mann aus dem südlichen Landkreis hat im Oktober des vergangenen Jahres einen 22-Jährigen auf einem Illertisser Supermarktparkplatz mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Als sein Opfer am Boden lag, soll er noch in den Magen des jungen Mannes getreten haben, bis dieser bewusstlos wurde.

Der Angeklagte räumte die Tat - in abgemilderter Form - ein. Nur über die Hintergründe des Angriffs gingen die Aussagen auseinander. "Er hat meine Mutter bedroht und beschimpft", sagte der Beschuldigte gegenüber Richter Dr. Bernt Münzenberg. Monatelang sei diese oft verängstigt zu ihm gekommen. Der Geschädigte habe der Frau unterstellt, sein Fahrrad gestohlen zu haben. "Ich habe das am Anfang gar nicht so ernst genommen", so der Angeklagte. Dann habe er den 22-Jährigen an besagtem Tag zur Rede gestellt und anschließend geschlagen.

Das Opfer erzählte indessen eine andere Geschichte. Die Mutter des Angeklagten habe tatsächlich ein Fahrrad gestohlen. Nur sei es nicht sein Drahtesel, sondern der seiner Großmutter gewesen. Bedroht habe er die Mutter des Beschuldigten auf keinen Fall. "Ich habe nur mal zu ihr gesagt, sie soll das Fahrrad rausrücken", erklärte der Zeuge.

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Vielmehr sei er als Ausschussmitglied eines lokalen Kegelvereins am Vereinsausschluss der Frau beteiligt gewesen, weil diese keine Beiträge mehr gezahlt habe. "Sie hat auch allen möglichen Leuten Drohbriefe geschrieben", fügte der 22-Jährige hinzu. Nun vermute er, dass sich die Frau für den Rausschmiss rächen wollte und ihren Sohn quasi als Schläger auf ihn angesetzt habe.

Auf dem Parkplatz habe der Täter unvermittelt zugeschlagen und ihm mit Stahlkappenschuhen in den Bauch getreten, so das Opfer. Auch seine Freundin bestätigte dies. Oberstaatsanwalt Markus Schroth schenkte der Version der Zeugen uneingeschränkt Glauben. Er forderte sieben Monate Haft auf Bewährung. Richter Dr. Bernt Münzenberg entsprach Schroths Antrag und verurteilte den jungen Mann. "Was wir überhaupt nicht mögen, ist das Nachtreten, wenn ein Opfer schon auf dem Boden liegt", betonte der Richter. Er erlegte ihm zudem 100 Stunden gemeinnützige Arbeit auf.

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