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Altenstadt

03.05.2020

Mariengrotte in Herrenstetten erstrahlt in neuer Pracht

Ein besonderes Kulturgut von Herrenstetten: Die 100 Jahre alte Mariengrotte mit der Gipsfigur wurde renoviert. Vorlage für den Neuanstrich war die Originalfassung der Figur, die nach Entfernung der alten Schichten zutage kam.
Bild: Zita Schmid

Plus Das Kulturgut in Herrenstetten erhält eine umfassende Renovierung. Dafür gab es zahlreiche Spenden. Warum das Projekt den Bürgern so am Herzen liegt.

Als „richtiges Kleinod“ und „schützenswertes Kulturgut“ bezeichneten Altenstadts Bürgermeister Wolfgang Höß und sein Stellvertreter Ernst Wüst die mehr als 100 Jahre alte Mariengrotte im Ortsteil Herrenstetten. Das war bei der Sitzung Anfang des Jahres, als der Marktgemeinderat beschloss, einen 50-prozentigen Zuschuss auf die Renovierung der dortigen Marienfigur (die IZ berichtete) zu gewähren. Insgesamt 1500 Euro netto waren dafür veranschlagt worden.

„Diese Kosten konnten auch eingehalten werden“, sagt nun Hugo Ritter, der als Mitglied der Kirchenverwaltung die Renovierung organisierte. Von der im Grunde gut erhaltenen Gipsfigur wurden zunächst die alten und bereits gerissenen Farbschichten vergangener Renovierungen vom beauftragten Restaurator entfernt. Ganz unten sei die Originalfassung der Statue zutage getreten, berichtet Ritter. Diese blieb erhalten und war Vorlage für den Neuanstrich, sodass die Madonna heute ihr ursprüngliches Aussehen wiedererhalten hat.

Ein kleines Holzschild weist den Weg

Seit einigen Wochen steht sie auch wieder an ihrem angestammten Platz in der Felsenhöhle der Herrenstetter Lourdes-Grotte. Diese Bezeichnung erhalten Grotten, wenn sie eine Nachbildung der Grotte vom südfranzösischen Wallfahrtsort Lourdes sind. Die Gartenanlage rund um die Anbetungsstätte, unter anderem mit Sitzbank und kleinem Teich, ist sehr gepflegt.

Mariengrotte in Herrenstetten erstrahlt in neuer Pracht

Wer sie besuchen will, dem weist ein kleines hölzernes Schild mit der Aufschrift „Zur Grotte“ den etwas versteckten Weg zu dem Kleinod. Denn es ist nur ein schmaler Fußweg, der neben dem ehemaligen Pfarrhof, der heute als Kindergarten genutzt wird, verläuft und hinter das Gebäude führt.

Pfarrer Joseph Häfele, der von 1890 bis 1897 in Herrenstetten tätig war, hat hier in der Ecke des einstigen Pfarrgartens die Grotte gebaut. Wie genau diese damals aussah, ist nicht bekannt. Er habe dazu keinerlei Unterlagen gefunden, berichtet Alwin Müller, der das Pfarrarchiv der ganzen Pfarreiengemeinschaft Altenstadt verwaltet. Auch auf Rechnungen sei er bei seiner Suche nicht gestoßen.

„Deshalb kann man davon ausgehen, dass Pfarrer Häfele die Grotte einst privat gebaut und bezahlt hat“, sagt Müller. Vielleicht aufgrund eines Gelübdes, vermutet er. Denn solche Versprechen wurden damals gemacht, als Dank etwa für die Genesung nach Krankheit oder die unbeschadete Heimkehr vom Krieg. Im Jahr 1917 bekam die Grotte unter Pfarrer Mayer wahrscheinlich ihr erstes Holzdach.

Ein Team von 21 Frauen schmückt die Grotte in Herrenstetten

Laut den Geschichtsunterlagen wurde sie 1953 von Lehrer Koch und Pfarrer Ziegler wieder renoviert. Dazu wurden von der Iller Steine entnommen und mit Pferden nach Herrenstetten transportiert. Dabei mussten auch die damaligen Schüler mit anpacken und der Lehrer war der Fuhrmann. In jüngerer Zeit kümmerte sich die Frauenbundgruppe „Frauen miteinander“ um die Grotte.

Heute wird sie von einem Team von 21 Frauen rund um Leni Maier und Edeltraud Göttinger gepflegt und geschmückt. „Die Grotte ist den Herrenstettern viel wert und sie setzen sich dafür ein“, meint Ritter. Das wurde auch bei der Renovierung deutlich. Da die Kirchenverwaltung mit der anstehenden Friedhofsmauersanierung finanziell bereits stark belastet ist, wurden Spender gesucht.

„Wir haben quasi offene Türen eingerannt“, erinnert sich Ritter und freut sich. Denn neben der Marktgemeinde waren mit den Herrenstetter Vereinen und etlichen Privatpersonen die weiteren notwendigen Sponsoren schnell gefunden.

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