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Illertissen

23.01.2020

Marionettentheater: Der fliegende Teppich hängt am seidenen Faden

Sie ziehen bei dem Märchen maßgeblich die Fäden: Dorothee Flüs mit der Marionette des Dieners Aladin und Aurelia Koch, die den Prinzen Achmed führt. Im Hintergrund eines der Bühnenbilder, die Noah Khan gemalt hat.
Foto: Regina Langhans

Was für die Zuschauer spielend leicht aussieht, ist das Ergebnis einer ganzen Menge Arbeit im Kolleg

Die Fäden ziehen sie im Hintergrund. Und auch sonst halten sie sich zurück und überlassen lieber ihre putzigen Gesellen dem Scheinwerferlicht: Das Marionettentheater im Kolleg der Schulbrüder in Illertissen feiert am Samstag, 1. Februar, um 15 Uhr Premiere mit „Der fliegende Teppich“. Für das Zaubermärchen nach Gert Richter aus 1001 Nacht lassen 20 Schüler ihre Puppen tanzen.

Vor genau 50 Jahren hat Studienrat Michael Piller begonnen, am Kolleg ein Marionettentheater einzurichten. Seitdem haben engagierte Schüler und Lehrer das Puppenspiel weitergeführt. Inzwischen ist eine Tradition daraus geworden, die sich für viele Jugendliche zum lieb gewordenen Hobby entwickelt hat. Auch Dorothee Flüs aus Vöhringen und Aurelia Koch aus Altenstadt geht es so. Für die beiden 16-Jährigen ist es heuer allerdings die letzte Saison: Anstatt Puppenspielen ist dann nämlich pauken fürs Abitur angesagt.

Anregungen aus der Augsburger Puppenkiste geholt

Fünf Jahre sind sie nun dabei und haben die alte Kunst der Puppenspieler von der Pike auf gelernt. Was Dorothee Flüs an ihrem Hobby schätzt, ist die Tüftelei, sei es beim Marionettenbau oder dem, viel Fingergeschick erforderlichen Führen des Fadenkreuzes für das enge Zusammenspiel auf der kleinen Bühne. Sie sagt: „Mir gefällt unsere Gruppe, zusammen haben wir auch eine Vorstellung der Augsburger Puppenkiste besucht.“ Klar, dass die jungen Experten die Inszenierung mit ganz anderen Augen verfolgt haben. Aurelia Koch darf vor ihrem Abschied von der Marionettenbühne mit Prinz Achmed den Hauptdarsteller führen. Die Teilnahme am Marionettenspiel bedeutet für sie Kreativität und Teamarbeit, wobei ihr beides liegt.

Wer bei der Marionetten-AG am Kolleg mitmacht, hat stets gut zu tun. Maximilian Kempter ist in der Technik engagiert und kennt die Abläufe: „In der ersten Jahreshälfte werden die Puppen gebaut, aus Holzklötzen, dünnen Rundhölzern und Lederbändern für die Gelenke“, erzählt er. Normalerweise hänge eine Marionette an acht Fäden. Das Anfertigen der Kostüme sei dann besonders interessant. Zusätzlich zu seiner Aufgabe in der Technik führt Maximilian Kempter als kleine Rolle einen Drachen. Der soll dann natürlich über besondere Kräfte verfügen – mehr über die Spezialkräfte will der Puppenspieler aber noch nicht verraten.

Bühnenbildner wurde beim Comiczeichnen "entdeckt"

Im zweiten Halbjahr wird geprobt, Requisite und Bühnenbild festgelegt. Letzteres hat Noah Khan angefertigt. Lehrerin Anna Orth, die zusammen mit Daniela Döll Regie führt, hat den Bühnenbildner „entdeckt“, als er im Unterricht Comics gezeichnet hatte. Für die Inszenierung des „fliegenden Teppichs“ hat Khan fünf Szenenbilder für den Hintergrund mehrere Seitenwände mit Acrylfarben bemalt. Das braucht Zeit, erzählt er: „Ich habe viel zu Hause gearbeitet, weil ich da Farben und Pinsel schon kenne – insgesamt vielleicht 80 Stunden.“ Eine Herausforderung seien dabei die großen Waldflächen gewesen. „Sie sollten nicht als grüner Klecks, sondern abwechslungsreich gestaltetet erscheinen, ohne aber die Szenen mit den Figuren dadurch zu lebhaft und bunt werden zu lassen.“

Auf das Zusammenspiel dieser festen und beweglichen Faktoren auf der Bühne und die Kunst der Puppenspieler, ihre Figuren zu bewegen, darf der Besucher gespannt sein. Sie haben die Fäden bei der Befreiung der Prinzessin Fatima aus den Fängen des bösen Zauberers Harimann zu befreien, buchstäblich in der Hand.

Premiere im Kolleg ist am Samstag, 1. Februar. Weitere Termine am Sonntag, 2., Samstag, 8., Sonntag, 9. Februar jeweils um 15 Uhr. Karten kann man in der Pforte des Kollegs unter der Telefonnummer 07303/9603-0 erhalten.

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