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Babenhausen

25.07.2020

Marktrat lehnt erneut ein Zwölfparteienhaus in Babenhausen ab

Zumindest vorerst erteilte der Babenhauser Marktrat einer Bauwerberin eine klare Absage, auf dem Areal der ehemaligen Hofstelle Bammert ein Zwölfparteienhaus zu errichten.
Bild: Fritz Settele

Plus Das Gremium sieht ein Bauprojekt auf dem ehemaligen Bammert-Areal weiterhin kritisch, eine zweite Anfrage wurde abgelehnt. Das sind die Gründe.

Nicht zum ersten Mal hat sich der Babenhauser Marktrat mit einer Bauvoranfrage zum Abbruch eines ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäudes und einem geplanten Neubau auf einem Grundstück an der Clemens-Hofbauer-Straße befasst. Das neue Haus soll zwölf Wohneinheiten umfassen, zudem ist der Bau einer Tiefgarage beabsichtigt. Erneut hat das Gremium aber entschieden, dass ein solches Gebäude auf der ehemaligen Hofstelle Bammert wegen der Dreigeschossigkeit und einer Firsthöhe von mehr als zwölf Metern sich nicht in die Umgebungsbebauung einfügt. Das sind die Gründe für die Ablehnung.

Bereits 2019 gab es dazu einen Bauantrag

Zu diesem Bauvorhaben gab es bereits 2019 einen Bauantrag, welchen die Markträte im Dezember ablehnten. Zur Begründung hieß es damals, dass sich „das Gebäude aufgrund seiner Höhe und Geschossigkeit nicht in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt“. Im ursprünglichen Antrag war ein Walmdach mit einer Firsthöhe von 11,51 Metern geplant. Die Traufhöhe sollte 8,85 Meter betragen. Drei Vollgeschosse waren vorgesehen.

Die Bauherrin reichte nun eine Bauvoranfrage ein. Bis zum ersten Obergeschoss ist die Planung laut Bürgermeister Otto Göppel „praktisch unverändert“. Die neu eingereichten Änderungen beziehen sich hauptsächlich auf das Dachgeschoss. Inzwischen ist ein Satteldach mit mehreren Dachgauben vorgesehen. Die Firsthöhe ist nun mit 12,49 Metern angegeben, die Traufhöhe soll weiterhin 8,85 Meter betragen. Nach wie vor sind drei Vollgeschosse geplant, ebenso eine Tiefgarage, die von Westen her ebenerdig anfahrbar sein soll. Die Ansicht von Westen macht Göppel zufolge deshalb weiterhin einen „viergeschossigen Eindruck“.

Die kritischen Punkte wurden kaum überarbeitet

Eine Bauvoranfrage dient nach Angaben des Bürgermeisters „der Beantwortung einzelner gezielter Fragen zu einem Bauvorhaben“. Die vorgelegte Stellungnahme der Verwaltung unterschied sich kaum von derjenigen des Vorjahres, da die maßgeblichen Punkte in Bezug auf Höhe und Geschossigkeit, die zur Ablehnung geführt hatten, nur unwesentlich verändert wurden.

Das Grundstück befindet sich im unbeplanten Innenbereich. Innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile ist ein Vorhaben zulässig, „wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der zu überbauenden Grundstücksfläche in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt“, wie es in der Sitzungsvorlage heißt.

In der Umgebung des Baugrundstückes befinden sich derzeit (ehemalige) landwirtschaftliche Höfe, eine Gärtnerei mit Gewächshäusern und Einfamilienhäuser. Die Gebäude in der Umgebung sind zumeist zweigeschossig mit einem Satteldach. In unmittelbarer Umgebung befindet sich zudem das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Wohnhaus von Clemens Maria Hofbauer, das eine Traufhöhe von lediglich 5,20 Metern hat. Die weiteren umliegenden Gebäude haben Traufhöhen von rund fünf Metern. Das Bestandsgebäude, welches abgerissen werden soll, besitzt eine Traufhöhe von 5,80 Metern.

Kritik an "riesigem steilen Dach"

Das neu geplante Gebäude weist mit drei Vollgeschossen und Satteldach sowie einer Firsthöhe von 12,49 Metern beziehungsweise einer Traufhöhe von 8,85 Metern deutlich höhere Werte als die Umgebungsbebauung aus. Die Höhe des Gebäudes sowie die Geschosszahl seien Einfügungskriterien nach Paragraf 34 Baugesetzbuch und müssten sich deshalb nach der Umgebungsbebauung richten, sagte Göppel. „Der Bezugspunkt ist dafür die Traufhöhe.“

Marktrat Karsten Körper (Freie Wähler) konnte sich bezüglich der Firsthöhe, aber auch bezüglich des „riesigen steilen Dachs“ überhaupt nicht mit dem Bauvorhaben anfreunden, zumal sich die Firsthöhen gegenüber den früheren Plänen zusätzlich erhöhten. Das sahen die anderen Markträte wegen der „wenig veränderten Kubatur“ ebenso und lehnten die Bauvoranfrage in der vorliegenden Form einstimmig ab. Offen blieb, ob eine Zweieinhalbgeschossigkeit des Bauprojekts in einem weiteren Anlauf eine Chance hätte.

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