Newsticker

Steigende Infektionszahlen: Bundesregierung spricht für ganz Belgien eine Reisewarnung aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Mehr als die Hälfte der Belegschaft arbeitet kurz

11.03.2009

Mehr als die Hälfte der Belegschaft arbeitet kurz

Ulm/Vöhringen "Auf Sicht" fährt die Besatzung bei Wieland, sagte gestern Harald Kroener, der Vorstandsvorsitzende der Wieland Gruppe bei der Jahrespressekonferenz und reihte sich damit in die lange Reihe der unter der Wirtschaftskrise leidenden Firmen ein.

Die "Vollbremsung" der Weltwirtschaft hat Wieland voll erwischt. Für 3450 Mitarbeiter habe die Geschäftsleitung deswegen Kurzarbeit angemeldet. Davon 800 in Ulm und 2150 in Vöhringen. Der Großteil der Betroffenen arbeite 20 Prozent weniger, 50 Prozent sei die Höchstmarke einer Minderheit.

Damit hat sich die Lage verschärft: Noch im Februar arbeiteten (wie berichtet) in Vöhringen nur 1100 Personen kurz. Entlassungen stünden nach wie vor nicht zur Diskussion. "Es gibt keine Planungen, sich von Mitarbeitern zu trennen", sagte Harald Kroener auf Nachfrage.

Die Aussichten sind alles andere als rosig: Nach wie vor sei die Auftragslage "unbefriedigend" und gegenwärtig seien keine Anzeichen für eine Veränderung der Situation zu registrieren. Somit werde die Kurzarbeit "bis auf Weiteres" fortgesetzt. Es werde auch überlegt rund um Feiertage wie an Ostern Werke inklusive Gießerei komplett zu schließen. Der Beginn des aktuellen Geschäftsjahres sei von einer sehr schwachen Nachfrage geprägt gewesen. Und das aus nahezu allen Branchen und Regionen. Insbesondere der Bedarf an Produkten für die Automobilindustrie sei massiv eingebrochen. Auch die Nachfrage nach Erzeugnissen für den Baubereich liege unter den Erwartungen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Vor lauter Rezession und Kurzarbeit gingen die guten Bilanzen des zurückliegenden Jahres in der Zentrale der Wieland-Werke AG im Ulmer Donautal fast unter: So freute sich Kroener über das "zweitbeste Ergebnis der Geschichte".

Der Umsatz der Wieland-Gruppe, an der die Wieland-Werke einen Anteil von 80 Prozent ausmachen, erreichte 2,93 Milliarden Euro. Dies allerdings nur, weil erstmalig das Tochterunternehmen KobeWieland Copper Products in den USA einbezogen wurde. Ohne diese Änderung hätten sich sowohl Umsatz als auch Absatz vermindert.

Der Umsatz der Wieland-Werke AG (Werke Ulm, Velbert-Langenberg, Villingen-Schwenningen und Vöhringen) ging auf 2.087 Milliarden Euro zurück (Vorjahr: 2.25 Milliarden Euro), der Absatz fiel mit 391 000 Tonnen geringer aus als im Vorjahr (Vorjahr: 403 000 Tonnen). Es wurde ein Gewinn von 46 Millionen Euro (Vorjahr: 80 Millionen Euro) erreicht. Der Exportanteil lag mit 66 Prozent auf Vorjahresniveau.

Das Ziel für das laufende Geschäftsjahr, das im Oktober endet, formulierte Kroener bescheiden: "Eine schwarze Zahl sollte dort stehen." Doch Prognosen seien seriös kaum aufzustellen.

Gute Auslastung im Bereich regenerative Energien

Düsteren Szenarien zum Trotz, bemühte sich Harald Kroener auch positive Aspekte zu betonen. Bei Produkten für den Einsatz im Bereich regenerative Energien sei Wieland etwa "sehr gut ausgelastet". Mit Bauteilen für Solarkollektoren, geothermischen Anlagen, Windrädern, Wärmepumpen und Co. erziele Wieland etwa ein Sechstel des Umsatzes. Zudem seien die jüngsten Investitionen in Vöhringen (eigener Bericht) ein Zeichen für die Zuversicht im Haus.

"Klar ist", so Kroener, dass es angesichts der Flaute nun länger dauert, bis sich die Investitionen rechnen. Dennoch seien sie richtig und notwendig.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren