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Illerberg

09.10.2019

Minihaus des Illerberger Waldkindergartens sorgt für Ärger

Auf dem Gelände der Sportanlage in Illerberg hat die Stadt Vöhringen einen Waldkindergarten geschaffen. Im mobilen Tiny Home sind Kinder und Erzieherinnen untergebracht.
Bild: Dominik Stenzel

Plus Ein mobiles Tiny Home bietet Kindern im neuen Naturkindergarten Unterschlupf. Ein Waldbesitzer fühlt sich von der Stadt übergangen und sieht in dem Konzept eine Gefahr.

Seit kurzem spielen im Waldbereich an der Sportanlage in Illerberg Kinder. Sie besuchen den neuen Waldkindergarten Fuchsbau, den die Stadt dort geschaffen hat. Bei Regen oder Kälte sind die Kinder und Erzieher in einem mobilen Wagen, einem sogenannten Tiny Home, untergebracht. Das Minihaus steht nach Angaben der Stadt seit Anfang August auf dem städtischen Grundstück. Doch bei einem angrenzenden Waldbesitzer sorgt das für Unmut. Er fühlt sich von der Stadt übergangen.

Ohne genaue Informationen sei ihm ein Vertrag über die Nutzung seiner angrenzenden Waldflächen zugeschickt worden. Rückfragen seien ergebnislos geblieben. Den Vertrag habe er bis heute nicht unterschrieben. Zwar gelte das bayerische Waldrecht, nach dem er jedem Zutritt zum Wald gewähren müsse. Doch: „Es wäre schön gewesen, wenn die Stadt auf mich zugekommen wäre und mich ordentlich über das Vorhaben informiert hätte“, sagt der Waldbesitzer.

Waldbesitzer fürchtet herabfallende Äste

Vöhringens Bürgermeister Karl Janson hält auf Nachfrage dagegen. Die Stadtverwaltung habe im Vorfeld mit dem Waldbesitzer über das Vorhaben gesprochen. Die Kooperationsvereinbarung sei nicht unterschrieben worden, aber das sei aufgrund des geltenden Rechts nicht zwingend notwendig. Die Stelle, an der das Tiny Home aufgestellt wurde, sei vom Landratsamt Neu-Ulm empfohlen worden.

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Doch der angrenzende Waldbesitzer kritisiert nicht nur das Vorgehen der Stadt, sondern sieht auch eine Gefahr im Konzept des Kindergartens: „Der Wald ist kein Spielplatz für Kinder.“ Es handle sich teilweise um alten Laubholzbestand. „Ein Ast kündigt sich nicht an, bevor er runterfällt“, so der Waldbesitzer. Auf seiner Sicht hat die Stadt nach einer schnellen und günstige Lösung gesucht, um den Bedarf an Betreuungsplätzen zu decken.

Aus Sicht der Stadt besteht keine Gefahr

Derzeit sind drei Kinder im Waldkindergarten untergebracht, sie werden von zwei Erzieherinnen und einer Kinderpflegerin betreut. Demnächst kommen vier weitere Kinder zum Schnuppern hinzu, teilt Janson mit. Den Vorwurf, die Kinder seien im Wald nicht sicher, weist er entschieden zurück: „Bei der Auswahl des Geländes wurde speziell darauf geachtet, dass keine besonderen Gefahrenquellen vorhanden sind“, teilt er schriftlich mit.

Es werde ein räumlich abgegrenztes Gebiet als Aufenthaltsbereich genutzt – so auf den Waldgrundstücken, mit denen eine Kooperationsvereinbarung besteht. Die Erzieherinnen seien sämtliche Gefahrenquellen in dem Bereich mit einem Vertreter des Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten abgegangen. Die Bäume auf städtischem Grund würden regelmäßig auf ihre Sicherheit überprüft.

Auch andernorts gab es bereits Diskussionen um ein Tiny Home ähnlich dem des Waldkindergartens. In Attenhofen wollte sich ein Paar seinen Wohntraum erfüllen und ein Minihaus auf einem freien Grundstück aufstellen. Der Weißenhorner Bauausschuss stimmte zu, doch die Nachbarn wehrten sich gegen das Vorhaben. Der Grund: das Minihaus sollte ein Pultdach bekommen, laut Bebauungsplan sind in dem Wohngebiet nur Häuser mit Satteldach erlaubt. Über das Vorhaben wurde viel diskutiert. Das Paar zog den Bauantrag Ende September zurück. Das Landratsamt Neu-Ulm hätte das Vorhaben nur mit Satteldach genehmigt.

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