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Illertissen

16.06.2017

Minimalistisch kleiden und wohnen: So geht’s

Der Kleiderschrank quillt über. Minimalisten machen Schluss damit und verzichten bewusst auf alles Unnötige – nicht nur bei den Klamotten.
Bild: Tabea Becker (Symbol)

Ein neuer Trend aus dem Internet löst viel Begeisterung aus. Warum es auch Skepsis gibt.

In Zeiten des Konsums, des Kapitalismus und des Kaufwahns hat sich nun ein Trend im Internet aufgetan, der auf große Begeisterung stößt: der Minimalismus. Eine Lebenseinstellung für den Menschen, der sich beladen fühlt, erdrückt von der Flut seiner Besitztümer. Diesen Trend mag nicht jeder nachvollziehen können. Aber für viele ist es ein Segen, nicht mehr andauernd neue Dinge kaufen und sich nicht mehr über seinen Besitz definieren zu müssen. Doch wie werde ich Minimalist?

Man kann in vielen Bereichen seines Lebens minimalistisch leben. Die zwei größten sind die Kleidung und die Wohnung. Bei der Kleidung ist es wichtig, nur Teile zu besitzen, die auch wirklich getragen werden. Also nicht wie bei den meisten von uns, bei denen im Kleiderschrank Fehlkauf neben Fehlkauf hängt – und wir trotzdem nichts zum Anziehen haben. Die sogenannte „Capsule Wardrobe“ ist eine Ansammlung von Kleidungsstücken, die dem Besitzer alle gefallen und die er regelmäßig trägt. Vor allem aber kann er sie auch gut miteinander stylen, damit er nicht immer dieselben Outfits tragen muss. Die Zusammenstellung einer solchen „Capsule Wardrobe“ ist eine Kunst für sich. Viele Blog Posts wurden bereits darüber verfasst. Zum Beispiel von Tanja auf ihrem Blog „blattgrün“. Sie schreibt über „Ein Jahr Capsule Wardrobe oder auch: Minimalismus kann ein Geschenk sein, wenn man’s richtig macht“. Auch Marie Luise von „luiseliebt“ greift das Thema auf. Nadine und Jörg von „eat this“ geben Tipps im Blogbeitrag „unser minimalistischer Kleiderschrank“ – übrigens auch für Jungs.

Passend zum Frühjahrsputz packt ja dann vielleicht den ein oder anderen die Motivation, den Kleiderschrank mal wieder so richtig auszusortieren. Ein Tipp dabei ist, die Teile, die man getragen hat, anders herum als die frisch gewaschenen Kleidungsstücke hineinzulegen oder zu hängen. So sieht man nach ein, zwei Wochen schnell, was ausgemistet werden kann.

Beim Ausmisten sind die Minimalisten, solange es noch einigermaßen gut aussieht, gegen wegwerfen. Sie bringen ihre Sachen dann gerne zu Flohmärkten und Secondhand-Läden oder benutzen Online-Plattformen wie Kleiderkreisel, Ebay oder die Flohmarkt-App „Shpock“.

Für die Wohnung gelten ähnliche Prinzipien. Hierbei kann man einfach nur auf Dekoartikel verzichten – die kleinen Dinger, die ohnehin nur als Staubfänger fungieren –, oder gleich alles aus seiner Wohnung verbannen, das keinen praktischen Nutzen hat. Natürlich gilt das Horten von Sachen, die man nur einmal benutzt hat und danach nie wieder braucht, unter Minimalisten auch als absolutes No-Go. Allerdings sollte man doch einiges beachten, damit die Räume nicht trist und leer wirken.

Orientieren kann man sich zunächst an den größeren Möbelstücken. Minimalistische Möbelstücke haben klare Linien und im Idealfall helle, freundliche Farben. Wer dem Stil folgen will, sollte besonders auf einen freien Boden achten. Keine unnötigen Accessoires. Dann lieber eine schöne Topfpflanze. Natürlich haben sich auch mit dem Thema „Wohnen“ viele Blogger befasst. Karina von „oh what a room“ beispielsweise teilt ihre Wohnungspläne in ihrem Text „Minimalistischer wohnen – Das sind meine Ziele.“

Das Fazit zu diesem Trend: Die Idee ist gut, und in Maßen auch super umsetzbar, aber im Extremen einfach nur nervig. Denn seien wir mal ehrlich: Jeder hat gerne diesen einen Tisch, auf dem mal etwas abgestellt wird. Und die Lieblingsecke im Zimmer, in die jede Handtasche fliegt. Oder dieses eine schicke Kleidungsstück, das er wahrscheinlich nie tragen wird, aber das da hängt – nur für den Fall der Fälle. Genauso ist es mit dem Foto-Album aus der Kindheit, das man einfach nicht wegwerfen möchte.

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