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Illertissen/Elbogen

01.09.2018

Mit Becherovka und Blasenpflastern auf Goethes Spuren

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Kürzlich sind Bürger aus Illertissen und der Partnerstadt Loket (Elbogen) in Tschechien erneut auf den Spuren Goethes gewandert – es war die neunte Veranstaltung ihrer Art.
Bild: Jens Carsten

Illertisser Delegation bereist Loket in Tschechien zur neunten gemeinsamen Wanderung. 150 Menschen nehmen teil. Im kommenden Jahr steht ein Jubiläum an.

Kürzlich sind Bürger aus Illertissen und der Partnerstadt Loket (Elbogen) in Tschechien erneut auf den Spuren Goethes gewandert – es war die neunte Veranstaltung ihrer Art. Über 150 Teilnehmer aus beiden Ländern haben das Treffen erneut zu einem Zeichen der Völkerverständigung werden lassen. Erstmals war die Begegnung aus Mitteln der Europäischen Union gefördert.

Zu Beginn des Aufenthalts gab es für die Vöhlinstädter eine Neuigkeit zu erfahren: Bei der Begrüßung informierte sie Bürgermeister Zdenek Bednarc darüber, dass die Partnerschaftsorganisatorin Jana Motlikova kürzlich als Nachrückerin in den Loketer Stadtrat eingezogen ist. Der Begründer der Goethewanderungen, Bundestagabgeordneter Karl-Heinz Brunner, erinnerte daran, dass sich die brutale Niederschlagung der als „Prager Frühling“ bekannten Bewegung für Rechtsstaatlichkeit, Pressefreiheit und Demokratie zum 50. Mal gejährt habe. Wohl niemand habe 1968 daran gedacht, dass Menschen aus beiden Staaten als Teil der Europäischen Union einmal sich frei und in Freundschaft begegnen können.

Unter dem Schlagwort „Freiheit“ stand dann die Angelpartie an den Weihern des Fischereivereins Elbogens. Mit einer Angelrute ausgestattet, griffen viele Illertisser zum ersten Mal zu diesem Gerät. Schnell wurde gefrotzelt: „Wer fängt den ersten dicken Fisch?“ Alfred Raible hatte den ersten kleinen Fisch an der Angel, den er aber wieder zurück in die Freiheit entließ. Nach etwa 30 Minuten hatte Josef Fackler durch Mithilfe von Hubert Oßwald einen großen Karpfen an der Angel und wurde zum Angelkönig erkoren.

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Illertissen und Loket: 150 Goethewanderer waren dabei

Der Samstag der Reise gehörte voll den Wanderern: Ermuntert von Jagdhornbläsern füllte sich morgens der Marktplatz schnell, sodass sich die fast 150 Goethewanderer auf den Weg machten. Es gab Routen in zwei Schwierigkeitsgraden. Vorbei an der Ruine des ehemaligen Kirchleins St. Nikolaus/Svaty Mikula ging es über den Krudum an die sogenannten Komari Jezirka, die Müzkenseen bei Schönfeld/Krasnov. Eine Stärkung durfte nicht fehlen: Es gab Gulaschsuppe, Bier, Kaffee, Becherovka und Mohnschnitten. Müde, aber glücklich, gelangten dann die Wanderer am Spätnachmittag zurück nach Elbogen, wo die Bürgermeister Zdenek Bednarc und Jürgen Eisen eine positive Bilanz zur Veranstaltung zogen und den Teamgeist der Teilnehmer würdigten.

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Illertisser wandern in Elbogen auf Goethes Spuren
Bild: Josef Fackler

Abends überreichte Organisator Josef Fackler, der mit Peter Pritschkat die Organisation auf Illertisser Seite geleistet hatte, Geschenke an die Gastgeber. Der Illertisser Partnerschaftspräsident Franz Münzenrieder händigte den tschechischen Teilnehmern am Sportfest „Run-Bike-Rock“ ihre Urkunden aus. Bis spät in die Nacht ging es noch hoch her, bevor am Sonntag die Heimreise angetreten wurde.

Die Illertisser Delegation machte in Kelheim Station, wo eine geplante Rundfahrt auf der Donau wegen niedrigen Wasserstands abgesagt werden musste. Stattdessen setzte man auf eine Schifffahrt ins Altmühltal. Mit zufriedenen Gesichtern kehrten die Teilnehmer schließlich nach Illertissen zurück, heißt es in dem Reisebericht.

Einige dürfte Goethes Worte im Kopf gehabt haben: „Freundschaft, Liebe zur Natur sind grenzenlos auf diesem wunderschönen Kontinent.“ Die Illertisser freuen sich daher auf die nächste Wanderung im kommenden Jahr, die dann zum 10. Mal stattfindet und somit ein kleines Jubiläum feiert. (az)

Mehr über die Illertisser Partnerschaften mit Loket und Carnac lesen Sie hier: Freudentänze in der Partnerstadt , Wenn aus Freunden Gegner werden und Treuer Genosse blickt zufrieden zurück.

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