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19.06.2009

Mit Eigenverantwortung im Internet

Vöhringen Keine Frage, das Internet ist eine feine Sache. Vom häuslichen Schreibtisch aus ist Kommunikation mit der ganzen Welt möglich. Zum Beispiel chatten mit einer Freundin in Italien oder Informationen aus dem Datennetz holen. Es kann aber auch unangenehme Folgen haben, wenn gewisse Regeln nicht beachtet werden. Darum ging es bei einem Projekt in den 7. und 8. Klassen der Vöhringer Hauptschule zum Thema "Im Netz der neuen Medien."

Dabei hat Netz eine doppelte Bedeutung. Zum einen ist das weltweit umspannende elektronische Netzwerk gemeint. Zum anderen das Netz, in dem sich der verstrickt und gar mit dem Gesetz in Konflikt gerät, der Vorschriften außer Acht lässt. Wie beim geistigen Diebstahl. Was bedeutet, wenn Raubkopien von Musik angefertigt werden. Dann kann sogar - wenn die Polizei dahinter kommt - der komplette Computer futsch sein.

Initiiert hat das Projekt an der Uli-Wieland-Hauptschule Schulsozialarbeiterin Andrea Burghard. "Das Ganze dient der Prävention, um zum Beispiel Internet-Mobbing zu vermeiden, denn solche Probleme werden oft in die Schule hinein getragen". Im Internet-Chat werden Dinge geschrieben, die einem nie ins Gesicht gesagt würden. Wie Gewaltdrohungen, die gar nicht so selten auftauchen. Die Anonymität mache das möglich. "Die Schüler wissen meist nicht, dass sie auch gerichtlich, falls sie strafmündig sind (ab 14 Jahren), belangt werden können. Deshalb halte ich Aufklärung und Information über das, was man tun darf und lassen sollte, für ungemein wichtig." Wichtig sei ebenfalls, dass die Eltern Bescheid wissen. Deshalb ist eigens zu diesem Thema ein Elternabend angesetzt worden. "Die Eltern sollten wissen, was ihre Kinder im Internet treiben."

Für das Projekt gewonnen wurde Barbara Beichle aus dem Landratsamt und Peter Hirsch von der Kriminalpolizei Neu-Ulm. Das Internet mit seinen vielfachen Möglichkeiten ließe kaum vermuten, welche Gefahren davon ausgehen können. Und was die wenigsten beachten: Einmal im Internet - immer im Internet. Deshalb sei zum eigenen Schutz Vorsicht geboten. So könne ein Arbeitgeber über das Internet möglicherweise Informationen über einen zukünftigen Auszubildenden bekommen.

Mit Eigenverantwortung im Internet

Die Gefahren beim Chatten liegen nach Aussagen von Hirsch und Beichle darin, dass die Angaben nicht überprüfbar seien. Täuschung werde leicht gemacht. Darunter falle auch die sexuelle Belästigung. Da helfe nur noch der Weg zur Polizei. Denn nur mit dem Wegdrücken des unerfreulichen Textes auf dem Bildschirm sei es nicht getan, betont Hirsch.

Breiten Raum nahm das Thema Urheberrecht ein. Musik nach eigenem Geschmack herunterladen sei ebenso wie das Kopieren von Daten verboten. Erlaubt sei indes eine Kopie zum rein privaten Gebrauch. Wenn eine Band einen Song einspiele, dürfe dies heruntergeladen werden, um junge Leute für den Kauf der CD zu interessieren. Es gebe selbstverständlich Gesetze, an die man sich halten muss, so Hirsch. Eigenverantwortung spiele eine große Rolle. Wenn die Polizei tätig werden soll, seien unbedingt Rückmeldungen vonnöten. Ein weiteres Thema waren Online-Rollenspiele. Darin stecke, wie Barbara Leichtle betonte, ein besonderes Suchtpotenzial.

Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich aufgeschlossen und pflegten eine rege Aussprache mit den Fachleuten.

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