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Illereichen

07.08.2016

Mit Leib und Seele Lindenwirt

Seit fünf Jahrzehnten zapft Anton Bader das Bier hinter der Schanktheke seines Gasthauses.
Bild: Armin Schmid

Seit 50 Jahren betreibt Anton Bader in Illereichen die Gaststätte „Linde“. Der gelernte Metzgermeister ist bis heute für seine deftigen Spezialitäten bekannt.

Wer vor der großen und massiven Rundbogen-Eingangstüre des Gasthauses Linde in Illereichen steht, kann bereits ahnen, dass dahinter jahrzehntelange Wirtshaus- Tradition gewachsen ist. Und der erste Blick täuscht nicht. Beim Betreten von Flur und Gastraum zeigt sich, dass alles vorhanden ist, was eine echte, schwäbische Wirtschaft ausmacht: hölzerne Eckbank, massive Möbel, grüne Sitzpolster und eine stattliche Schanktheke – und nicht zu vergessen: der Wirt.

Seit mittlerweile 50 Jahren ist Anton Bader Lindenwirt in Illereichen, einer Gaststätte, die direkt an der Marktstraße und neben dem Großen Tor liegt. Der 77-jährige, gelernte Metzgermeister ist stolz auf diese lang anhaltende Tradition.

1963 hat Bader seine Meisterprüfung abgelegt, seine Anneliese geheiratet und in Türkheim eine Metzgerei mit Wirtschaft gepachtet und eröffnet. „Mittwochs wurde geheiratet und samstags die Metzgerei geöffnet“, sagt Bader zum etwas straffen Zeitplan. 1966 haben die beiden Wirtsleute dann vom vormaligen Wirt Josef Zanker die Linde in Illereichen gekauft. Danach stand der kontinuierliche Aufbau der eigenen Existenz im Vordergrund.

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Zunächst musste ein Schlachthaus gebaut werden. Metzgerei und Gaststätte liefen gut. Großen Bekanntheitsgrad erlangte die Linde durch die traditionelle Schlachtpartie mit Kesselfleisch, sowie Blut- und Leberwurst. „Da war die Wirtschaft immer bis auf den letzten Platz voll“, erinnert sich der Wirt. Fünf Schweine und einen Stier hat Anton Bader pro Woche geschlachtet, um Metzgerei und Gaststätte mit frischen, regionalen Fleisch- und Wurstspezialitäten zu versorgen.

1972 wurde dann der Saal angebaut. Tanzmusik sei zu der Zeit halt modern gewesen, sagt Bader. Bei großen Veranstaltungen fanden bis zu 200 Personen in der Linde Platz. Wenn der Wirt daran zurückdenkt, sprudeln die Erinnerungen geradezu aus ihm heraus. Viele Busse hätten auf der Rückreise von Urlaubsfahrten gehalten und seien in der Linde eingekehrt. 20 Weizen-Biere pro Nase seien während dieser Zeit keine Seltenheit gewesen. Heute, erzählt Bader, seien es, wenn es gut geht, zwei, da fast alle Gäste Auto fahren müssen. Rauschende Faschingsbälle und Feiern gab es in der Linde natürlich auch. Manchmal waren es gar vier bis fünf Bälle pro Saison.

Im Laufe der Jahrzehnte ging das Wirtsehepaar mit der Zeit und folgte manchem Trend. So waren zeitweise ein Fußball-Kicker und ein Billardtisch im Lokal. Im Flur draußen stand ein Flipper. Auch einen kleinen Lebensmittelladen hat es zeitweise gegeben. Durch die Konkurrenz der Supermärkte mussten Lebensmittelladen und Metzgerei aber geschlossen werden.

Über fünf Jahrzehnte hinweg war die Linde auch das Vereinslokal der Illlereicher Vereine. Der Gesangverein Harmonia trifft sich heute noch jede Woche zur Singprobe. Da vor zwei Jahren Baders Frau verstarb, hat die Linde nur noch am Donnerstag geöffnet. Doch das mittlerweile traditionelle Leberkäs-Essen ist weithin bekannt und die Wirtschaft immer voll.

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