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Fotogenetic Codes

09.05.2015

Mit Mathe wird aus Mona Lisa moderne Kunst

Adi Hoesle
4 Bilder
Adi Hoesle

Der Babenhauser Künstler Adi Hoesle erschafft mit dem Computer außergewöhnliche Collagen

Der erste Blick erfasst eine faszinierende Kombination von Streifen in den Schattierungen Gold, Beige und Schwarz. Beim genaueren Hinsehen erkennt der Betrachter zwar, dass die intensiven Farben und exakten Linien einer inneren Logik folgen. Diese zu entschlüsseln, scheint aber unmöglich. Selbst Kunstkenner kämen nie auf die Idee, dass es sich bei dem abstrakten Bild um eine Art Collage aus Leonardo da Vincis weltberühmtem Ölgemälde der Mona Lisa sowie eines Porträtfotos des Babenhauser Künstlers Adi Hoesle handelt.

Das Werk ist aus der Kombination zweier digitaler Bilder entstanden. Sie wurden über ein spezielles Computerprogramm in das mathematische Binärsystem mit den Ziffern 0 und 1 verwandelt und miteinander vermischt. Die Kombination der binären Quellcodes hat Hoesle anschließend wieder in eine farbige Bildform umgewandelt. Diese lässt keinerlei Rückschlüsse auf die ursprünglichen beiden Fotos erkennen. Stattdessen ist die optisch fesselnde Kombination entstanden. Diese Kunstform nennt Hoesle „fotogenetic codes“.

„Fotogenetic codes weisen eine ästhetische und auch technische Eigenrealität auf, die versucht, Licht in das Bild zu bringen“, erklärt Hösle. Die Grundinformation eines jeden digitalen Bildes entspreche einem mathematischen Gesetz und sei damit objektivier- und verifizierbar. „Ersetzt man die beiden Zahlensymbole 1/0 des binären Codes mit wahr/falsch, dann könnten wir frei übersetzt auch sagen, die fotogenetic-codes-Arbeiten fragen nach der Bildwahrheit.“

Adi Hoesle, der bereits durch die Entwicklung des sogenannten Brain Painting und Brain Dancing internationale Bekanntheit erreicht hat, arbeitet seit einigen Jahren mit den fotogenetic codes. Die Umwandlung der Bilder aus allen Zeiten und Genres in binäre Codes unterlaufe die Kopie wie auch das Abbild und sei dennoch die künstlerische Aneignung eines Bildes, so der Babenhauser Künstler.

Nachdem er seine fotogenetic codes bereits im Jahr 2011 in Mannheim und 2014 in München und Schweden vorgestellt hat, sind einige seiner Werke noch bis Sonntag, 31. Mai, in der Galerie Mischkonzern P103 in der Potsdamer Straße 103 in Berlin zu bewundern. Präsentiert werden zwei tapetenähnliche Werke in den beachtlichen Größen von zehn mal vier Metern und sechs mal vier Metern. Außerdem hat Hoesle sieben sogenannte Lichtkästen – das sind beleuchtete und mit fotogenetic codes verkleidete Boxen – aufgebaut. Hinzu kommen drei weitere abstrakte Werke.

Da Hoesle seine Kreationen immer dem jeweiligen Ausstellungsort anpasst, sind die beeindruckenden Exponate aus digitalen Fotos verschiedener Innen- und Außenansichten und Perspektiven des Ausstellungsgebäude P103 und der Potsdamer Straße in Berlin entstanden.

Sie entfalten eine imponierende farbig-abstrakte Schönheit, teils grafisch, teils malerisch wirkend, aber immer Erzeugnis digitaler, mathematischer Umrechnungen.

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