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Altenstadt
01.02.2019

Mit dieser Stofftasche wollen die Altenstadter Plastik sparen

Von Franziska Wolfinger

Unternehmer aus der Marktgemeinde haben gemeinsam einen Jutebeutel gestaltet. Warum ausgerechnet diese Tasche öfter verwendet werden soll.

Das Thema Plastik – oder viel mehr das Thema Plastik vermeiden – bewegt derzeit viele Menschen. Auch einige Unternehmer aus Altenstadt wollen die Flut an Folien, Tüten und Einwegbechern eindämmen. Sie haben sich zusammengetan und gemeinsam 2500 Altenstadt-Stofftaschen bestellt, die sie in der Marktgemeinde nun unter die Leute bringen wollen.

Eine spontane Idee gleich umgesetzt

Dass mit Werbung bedruckte Jutebeutel wirklich keine besonders innovative Idee sind, weiß auch Jochen Anders, der in Altenstadt eine Versicherungsagentur betreibt und die Aktion organisiert hat. Es geht ihm aber mehr darum, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren. „Daher auch der Slogan ’Plastikfrei – Wir sind dabei’. Wenn auch nur einer sich davon angesprochen fühlt und versucht, auf Plastik zu verzichten, haben wir ja schon was erreicht“, sagt Anders. Die Idee zu den Taschen sei damals ohnehin sehr spontan entstanden, als er sich mit Tankstellenbetreiber Hannes Merk über den ausufernden Plastikmüll unterhalten hatte. Merk bietet in seiner Tankstelle seit einiger Zeit Recup-Becher an, Mehrweg-Plastikbecher, in denen die Kunden ihren Kaffee gegen ein geringes Pfand zum Mitnehmen kaufen können. So lag der Vorschlag nahe, dass mit Stofftaschen Einwegtüten aus Plastik ersetzt werden könnten.

Warum diese Tasche etwas Besonderes ist

Doch warum sollen die Leute, die vermutlich ohnehin schon Dutzende Stoffbeutel zuhause liegen haben, ausgerechnet diese neue Tasche regelmäßig verwenden? Anders setzt dabei ein bisschen auf den Lokalpatriotismus der Altenstadter: „In Altenstadt gehe ich nicht mit irgendeiner Tasche einkaufen, aber die Altenstadt-Tasche nehmen die Leute dann vielleicht doch mit.“ Auch Merk glaubt, dass sich zumindest einige überzeugen lassen, von Einwegtüten auf Mehrweg umzusteigen. Das habe die Erfahrung mit den Recup-Bechern gezeigt. „Es ist nicht für jeden was. Aber wer sich erst daran gewöhnt hat, den Becher mitzubringen, macht das dann auch“, sagt Merk.

Auch Alwine Holl, die Inhaberin der Metzgerei Weh, hat sich einen Stapel Taschen bestellt und hofft, nun weniger Plastikeinkaufstüten herauszugeben. Und sie sieht durchaus einiges Potenzial, Plastikmüll einzusparen. „Wenn zum Beispiel die Stammkunden, die mittags ihre Brotzeit bei mir holen, immer ihre Stofftasche dabei haben, sind das pro Woche schon fünf gesparte Tüten.“ Im Modehaus Mangold sollen neue Kleidungsstücke demnächst ebenfalls in Stofftaschen verpackt werden. Inhaberin Angelika Weber glaubt, dass das bei vielen ihrer Kunden gut ankommt. In letzter Zeit würden ohnehin schon immer mehr auf die angebotene Plastiktüte verzichten. Auch sie sieht die Herausforderung darin, beim Einkaufen auch an die Stofftasche zu denken. Ihr Tipp: Den Jutebeutel zuhause nicht wegräumen, sondern so platzieren, dass man ihn gleich wieder mitnimmt – zum Beispiel neben der Haustür, dem Autoschlüssel oder gleich direkt wieder ins Auto.

Es können noch mehr mitmachen

An der Taschen-Aktion haben sich nicht nur Unternehmer beteiligt, die im direkten Verkauf tätig sind. Jochen Anders zum Beispiel glaubt, dass er in seiner Versicherungsagentur bisher zu viele Einwegtüten verwendet hat: Seine Werbegeschenke habe er bisher immer in Plastik verpackt. In Zukunft will er dafür Stoffbeutel verwenden. Sollte das Projekt in der Marktgemeinde gut ankommen, sollen dann auch neue Taschen geordert werden. Es können sich gerne noch weitere Altenstadter Unternehmer an der Aktion beteiligen, sagt Anders.

Die teilnehmenden Händler in Altenstadt wollen ihre Taschen nun gegen eine Spende unter die Leute bringen. Alwine Holl ist schon gespannt, wie oft sie die Taschen dann in ihrer Metzgerei wieder sieht.

Wie es in der Region sonst um den Verpackungsmüll steht, lesen Sie hier: Verpackungs-Wahnsinn: Wie die Region gegen die Plastikflut kämpft

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