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28.07.2010

Mittelalter hält wieder Einzug in Waldreichenbach

Die Mitglieder der Interessengemeinschaft "Die Ritter von der Schwarzen Lanze" sitzen nicht nur gerne gemütlich beisammen, sondern sie veranstalten auch an jedem der vier Tage ein Ritterturnier - immer mit einem anderen Motto. Fotos: Anja Schuster
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Die Mitglieder der Interessengemeinschaft "Die Ritter von der Schwarzen Lanze" sitzen nicht nur gerne gemütlich beisammen, sondern sie veranstalten auch an jedem der vier Tage ein Ritterturnier - immer mit einem anderen Motto. Fotos: Anja Schuster

Waldreichenbach Wer schon immer mal an einer mittelalterlichen Tafel speisen, in einem hölzernen Waschzuber sitzen oder bei einem echten Schwertkampf dabei sein wollte, der sollte am übernächsten Wochenende dem Ritterturnier beim Forsthaus Waldreichenbach einen Besuch abstatten. Denn dort öffnen sich von Donnerstag bis Sonntag, 5. bis 8. August, nun schon zum zehnten Mal die Tore zur Welt des Mittelalters.

Anlässlich des kleinen Jubiläums hat Veranstalter Wolf Dobermann ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. "Vor allem legen wir in diesem Jahr großen Wert auf Familienfreundlichkeit", erzählt Wolf Dobermann. Der Mittelalter-Fan hat das Fest heuer in eigener Regie organisiert. Denn die Rittergruppe "Armati Equites", die bisher in Waldreichenbach ihr Turnier abgehalten hat, wollte sich vergrößern. Das war auf dem Gelände nicht möglich, daher zogen die mittelalterlichen Reiter auf den Schlossberg nach Buch um. Für Wolf Dobermann war das der Anlass, sich als Veranstalter selbstständig zu machen. Er organisiert nun sein eigenes Ritterturnier.

Ein Highlight bei diesem Turnier wird der Drache Fangdorn sein. Der zehn Meter lange, voll animierte Drache erzählt jeden Tag auf dem Turnierplatz Geschichten aus der Fangdorn Saga. Danach dürfen die Kinder den Gänseblümchen liebenden Drachen streicheln.

Natürlich gibt es auch das klassische Ritterturnier. Die rund 25 Mitglieder der Interessengemeinschaft "Die Ritter von der Schwarzen Lanze" zeigen an jedem Tag ihr Können - immer mit einem anderen Motto. Rolf Lerch, selbst ein Ritter aus Leidenschaft, sagt: "Am Freitag gibt es ein Kinderturnier mit dem Motto Die Rückkehr der Kreuzritter."

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Aber auch ein Bummel über den mittelalterlichen Markt wird wieder möglich sein. Pitt Schubert, der diesen organisiert hat, sagt: "Wir legen hier vor allem Wert auf das Mitmachen." Darum kann der interessierte Besucher Brettchen weben, Kerzen ziehen oder Schmuck herstellen. Natürlich gibt es auch typisch mittelalterliche Speisen und Getränke.

Bei allem geht es Wolf Dobermann vor allem um eines: Authentizität. "Wir wollen das Geschichtsverständnis der Leute etwas korrigieren", so Dobermann. Viele Leute seien der Meinung, im Mittelalter sei es undiszipliniert und unmanierlich zugegangen - vor allem beim Essen. Doch dies entspreche nicht der Wirklichkeit. Darum kann man bei der Gruppe "Sir Galahad" zuschauen, wie es beim ritterlichen Schmaus wirklich war.

Mit dem großen Gedränge der letzten Jahre soll Schluss sein. Pitt Schubert sagt: "Teilweise waren bis zu 5000 Leute hier, da konnte keiner mehr etwas trinken oder irgendwo mitmachen." Deshalb mache man in diesem Jahr bei 4000 Besuchern dicht. Auch Wolf Dobermann sagt: "Mir geht es nicht um Profit."

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