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Treffen

26.09.2011

Modellflieger grüßen sich in der Sonne

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Zwei Urgesteine beim Oldtimertreffen: Edgar Keßlinger aus Illertissen (mit Fernsteuerung) und Martin Meyr aus Augsburg. Der 73-Jährige ist nicht nur geschätzt als ehemaliger Pilot großer Maschinen und Modellflieger. Besondere Wertschätzung genießt er wegen seiner Erfindung: Mit seiner Pedalo-Seilwinde zieht er die Modellsegler bis zu 200 Meter hoch in die Luft.
Bild: Fotos: rp

Freunde der Oldtimer-Segelflugzeuge kommen in Illertissen zusammen

Illertissen Rund 35 passionierte Segelflug-Modellbauer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und sogar bis aus Norwegen haben am Wochenende in Illertissen beim Oldtimerfliegen zwei Tage lang ihrem Hobby gefrönt. Die Windverhältnisse über den Feldern im Rothtal hätten besser vielleicht sein können, dafür begegneten sich Flugmodelle und Flieger in strahlendem Sonnenschein. Zahlreiche interessierte Besucher verfolgten die über 150 lautlos dahingleitenden Segelflugmodelle.

Einer von ihnen ist Martin Meyr. Der 73-Jährige aus Augsburg hat früher große Maschinen geflogen und ist heute noch begeisterter Modellflieger. Zum Oldtimertreffen in Illertissen ist er in anderer Mission angereist, für die er bei seinen Kollegen höchste Wertschätzung genießt. Er betätigt sich quasi als Liftboy für die Flugmodelle.

Dazu nimmt Meyr auf einem von ihm selbst konstruierten Gestell Platz. An Leine und Haken klinkt er den Segelflug-Oldtimer von Edgar Keßlinger ein, der mit der betriebsbereiten Fernsteuerung neben ihm steht. Dann hält Meyr das Flugmodell in die Höhe, zählt bis drei, und ab geht die Post. Meyr tritt wie wild in die Pedale, während Keßlingers Segelflieger rasend schnell in die Höhe entschwindet. Mit raschen Tritten rollt Mayr die Leine, die in 200 Metern Entfernung von einer Rolle umgelenkt wird, an seinem Tretgestell auf. Weil ihm früher auf dem Land niemand geholfen habe, mit dem Gummiseil seine Segler zu starten, habe er sich halt diese besondere Seilwinde einfallen lassen müssen, erklärt der durchtrainiert wirkende 73-Jährige.

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In rund 200 Metern Höhe klinkt die Maschine aus

In etwa 200 Metern Höhe klinkt sich Keßlingers Seglerflieger, nach historischen Plänen aus leichtem Holz, Papier- oder Fliesbespannung sowie kompakter Fernsteuerungselektronik gebaut, wieder aus und begibt sich auf Suche nach Thermik.

Aufwinde verlängern die Flugzeit und darauf kommt es an beim Hans Finus-Gedächtnisfliegen, das in das zweitägige Treffen eingebettet war. Wer bei insgesamt fünf Starts sein Modell am längsten in der Luft hält, gewinnt. Finus war ein Pionier der Modellfliegerei in Deutschland, dekoriert mit zahlreichen Meistertiteln und gesegnet mit allen Insignien eines guten Konstrukteurs. Finus ist gestorben, die von ihm gefertigten Pläne und Modelle leben weiter.

Mit den Hightech-Maschinen von heute, die bis zu 20000 Euro kosten können, sind die Modelle nicht vergleichbar, aber die Fangemeinde ist groß. Sie bevorzugt den Segelfreiflug, greift inzwischen aber auch gerne auf die Hilfe einer Fernsteuerung zurück. Sonst wären die Verluste zu hoch. Während sich die Illertisser Modellfliegergruppe zusammen mit dem Münchner Dr. Heinz Eder vorwiegend um Organisatorisches kümmerte, gingen beim Gedächtnisfliegen die ersten drei Plätze an Auswärtige. Zweiter wurde ein Norweger: Henry Bjönness, 68 Jahre alt, aus der Nähe von Oslo, kommt schon mehrere Jahre nach Illertissen. Er spricht hervorragend Deutsch, weil er in München studierte. Bjönness war in seiner Jugend norwegischer Meister. In solchen Fällen bleibt man seinem Hobby aus fernen Kindheitstagen gerne treu. Das haben auch die meisten der Teilnehmer des Treffens getan. Auch am Boden überwiegen die Oldtimer. Die Jugend mag es wohl auch beim Modellflug hochmotorisiert und rasanter. Den Oldtimerfans wird der Nachwuchs aber nicht ausgehen. Walter Stöhr aus Ludwigsburg schaut in die Lüfte sagt, mit 55 entdecke er nun die Faszination des lautlosen, federleichten Gleitens. Er will einsteigen in den historischen Modellflug.

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