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Illertissen

17.12.2017

Moskauer Sänger zu Besuch in Illertissen

Die Sängerinnen und Sänger des Moskauer Kathedralchors begeisterten in der Kollegskirche etliche Zuhörer.

Der russische Chor begeistert nicht nur mit Werken aus der Zarenzeit.

Ein besonderes Weihnachtsgeschenk hat es für die Freunde hochqualifizierter Chormusik schon zehn Tage vor dem Heiligen Abend gegeben: Der „Moskauer Kathedralchor“ gastierte mit 41 Spitzenkräften der Chorkunst-Akademie der russischen Hauptstadt in der Kollegskirche in Illertissen. Der „Freundeskreis Kultur im Schloss“ hatte die Moskauer eingeladen. Und „Chorkunst“ ist die einzig richtige Bezeichnung für all das, was an diesem Abend geboten wurde – an Ausdrucksvermögen, stimmlicher Strahlkraft und höchst engagiertem Vortrag.

Im ersten Teil standen Musterbeispiele der klangvollen russischen Kirchenmusik auf dem Programm. Dirigent Nikolay Azarov hatte in seiner Anmoderation darauf verwiesen, dass man in der orthodoxen Liturgie keine Orgelmusik kennt. Deshalb übernehme die menschliche Stimme diese Rolle. Die Damen und Herren des Chores verstanden es bestens, in ihren A-Cappella-Vorträgen den Glanz der „Königin der Instrumente“ durch ihre stimmliche Vielfalt mehr als zu ersetzen.

Mit zwei Liedern von Dimitri Bortnianski, dem berühmtesten Komponisten der Zarenzeit und hierzulande fast nur durch seinen Choral „Ich bete an die Macht der Liebe“ aus dem „Großen Zapfenstreich“ bekannt, hatten die 20 Männerstimmen des Ensembles die Vortragsfolge eröffnet. Die Fähigkeiten der Sänger kamen dabei vollauf zur Geltung: Bestechende Intonationssicherheit in allen Lagen, dynamische Kontraste vom feinsten Pianissimo bis hin zum strahlenden Forte, mit dem die orthodoxe Kirchenmusik so berühmt ist.

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Aus der Vesper von Sergej Rachmaninow, des zuerst gefeierten und dann verfemten Komponisten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, prägten fünf Liedsätze („Troparion“-Strophen) die zweite Hälfte der sakralen Vorträge. Dabei zeigte auch der gemischte Chor sein Können und präsentierte den Zuhörern all das, was sie sich unter gepflegter Chormusik wohl vorgestellt hatten.

Der zweite Teil des Programms war zunächst eher volkstümlichen Weihnachtsweisen aus dem slawischen Kulturkreis gewidmet. Vor allem die Solovorträge faszinierten die Gäste.

Zum krönenden Abschluss gab es schließlich traditionelle deutsche Advents- und Weihnachtslieder, die sowohl in äußerst anspruchsvoller Harmonisierung und als auch in traditionellem Satz geradezu mit Ergriffenheit aufgenommen wurden. Fast traute man sich nicht, der Einladung von Dirigent Nikolay Azarov zu folgen, als er sich beim abschließenden „O Du fröhliche“ der Hörerschar zuwandte und zum Mitsingen aufforderte. Doch Chor und Hörerschaft vereinten sich zu gemeinsamem Gesang, der in anhaltenden Applaus mündete.

Eine weihnachtliche Liederreise um die Welt, vom englischen „Hark, the Herald’s Angels sing“ über „Stille Nacht“ und „Jingle Bells“ bis hin zu „We wish you am Merry Christmas“ beendete als Zugabe einen Abend mit Chormusik der Spitzenklasse.

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