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Illertissen

02.12.2017

Müssen Wirte bald früher zusperren?

Eigentlich sollte es im Stadtrat darum gehen, ob der Marktplatz auch 2018 an Sommerwochenenden für den Verkehr gesperrt wird: Daraus entwickelte sich eine Grundsatzsatzdebatte über Gastronomie, Pachten und Sperrzeiten. Eine Frage lautete: Wie lange sollten Wirte überhaupt öffnen dürfen?
Bild: Ralf Lienert (Symbol)

Wie sich der Illertisser Marktplatz entwickeln soll, darüber gibt es im Stadtrat mehrere Ansichten. Und auch dazu, wann und wo Ruhe herrschen sollte. Manches könnte sich ändern.

Eigentlich sollte es im Stadtrat darum gehen, ob der Marktplatz auch 2018 an Sommerwochenenden für den Verkehr gesperrt wird: Daraus entwickelte sich eine Grundsatzsatzdebatte über Gastronomie, Pachten und Sperrzeiten. Eine Frage lautete: Wie lange sollten Wirte überhaupt öffnen dürfen? Eine Antwort darauf wurde nicht gegeben. Noch nicht. Klar ist jedoch: Der Marktplatz wird auch im kommenden Jahr teilweise für den Verkehr geschlossen. Dafür stimmte eine Mehrheit der Räte. Und es werden wieder Konzerte stattfinden, die Serie „Live im Sperrbezirk“ setzt sich fort.

Ob und wie die ansässigen Gastronomen Stühle auf dem Platz aufstellen, blieb offen. Vorliegende Konzepte der Betreiber von L’Angolo und Café am Markt waren den Räten offenbar zu wenig konkret. Die Gastropläne sollen demnächst noch einmal genau vorgestellt werden. Dann könnte es auch darum gehen, ob die Wirte für die in Beschlag genommenen, öffentlichen Flächen mehr Geld bezahlen müssen. Von fünf Euro pro Quadratmeter war die Rede.

Im Rathaus wird man sich derweil Gedanken um die Sperrzeiten machen. Momentan gibt es in der Vöhlinstadt hierzu keine Verordnung. Das bedeutet: Bis auf die gesetzlich vorgeschriebene „Putzstunde“ zwischen 5 bis 6 Uhr dürfen Gastronomen nach Belieben öffnen. Das passt nicht jedem, wie in der Sitzung zu erfahren war.

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Von der diesjährigen Testphase berichtete Klaus Herrmann vom Ordnungsamt: Die westliche Seite des Marktplatzes war im Sommer an sieben Wochenenden für den Verkehr geschlossen. Danach wurden die Anwohner gehört: Von 65 Fragenbögen kamen 29 ausgefüllt zurück. Zehn Stimmen gab es für grundsätzliche Sperrungen an Sommerwochenenden – zwölf für anlassbezogene Schließungen, zum Beispiel für Konzerte. Sieben Mal wurde gegen eine Blockade gestimmt.

Andere Marktplätze in der Region hatte sich Henning Tatje vom Stadtmarketing angeschaut. Eine Auswahl: Der in Günzburg, auf dem im Sommer wegen der vielen Lokale „Remmidemmi“ herrsche, der in Ottobeuren, wo es Gastronomie und (wenn auch langsamen) Verkehr gebe, sowie der in Ulm, der über ein fest installiertes Dachzelt samt Bühne verfüge. In Illertissen gebe es unterschiedliche Bedürfnisse, stellte Tatje fest. Während sich die einen dafür aussprächen die „Betonwüste“ zu beleben, machten andere ihr Ruhebedürfnis geltend. Tatjes Fazit: „Etwas mehr könnte schon passieren.“ Drei weitere Konzerte sind für 2018 geplant. Vor dem L’Angolo sollen Stühle und Tische stehen, vor dem Café am Markt „Strandstühle“, wie es hieß. Jene könnten über das Areal verteilt und abends wieder eingesammelt werden, so die Idee. Schluss sein mit der Bewirtung solle abends um 22 Uhr, betonte Tatje. Im Zuge der Bewirtung müssten wohl zwei Parkplätze wegfallen, einer davon für Behinderte. Das Gastrokonzept sei offen für weitere Akteure, genannt wurden Pizzeria und Eckkneipe.

Das alles werde den Marktplatz aufwerten, glaubte Ewald Ott (CSU). Eine „gute Idee“ fand auch Andreas Fleischer (SPD). Anderer Auffassung war Ansgar Bauer (Freie Wähler): Man habe das Gelände beruhigen wollen, nun gehe es jedoch um eine Belebung. Von der Architektur her sei der Illertisser Marktplatz anders als andere, schließlich werde dort gefahren. Der Verkehr werde sich in Apothekerstraße und Rosenstraße verlagern.

Die Sperrungen hätten heuer gut funktioniert, sagte hingegen Bürgermeister Jürgen Eisen (CSU). Der Verkehr sei nicht zusammengebrochen, obwohl auch die „Spöck“ als wichtige Verbindungsstraße wegen der Sanierung „zu“ war. Es gebe nun die Chance, aus dem Marktplatz etwas zu machen.

Die Schließung bezwecke weniger, das Verkehrsaufkommen zu reduzieren, als viel mehr weitere Gastronomie zu ermöglichen, vermutete Andreas Lanwehr (Freie Wähler), der am Marktplatz wohnt. Es sei das Recht jedes Bürgers abends schlafen zu können. „Das ist in Illertissen ein Problem.“ Nachts würden vor Lokalen stehende Raucher Lärm verursachen. Lanwehr beantragte, erst eine Sperrzeitverordnung zu erlassen – und dann über weitere Maßnahmen für den Marktplatz zu beschließen. Konzerte könnten ja trotzdem stattfinden, weil sich eine Schließung jeweils anordnen lasse. Ordnungsamtsleiter Herrmann gab zu Bedenken, bei Sperrzeiten handele es sich um eine komplexe Angelegenheit. Wenn dann müsse ein Gesamtkonzept her.

Gegen stark verlängerte Sperrzeiten sprach sich Bürgermeister Eisen aus: Es gebe eben Wirte, die davon lebten, bis spät in die Nacht Bier zu servieren. „Ansonsten haben wir irgendwann überhaupt keine Gastronomie mehr.“ "Diese Woche

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