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Au

07.11.2017

Musik zu Ehren der Heiligen Cäcilia

Die neu gestaltete Auer Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt erwies sich als akustisch und architektonisch bestens geeigneter Raum, um dem Publikum mit der Aufführung der „Cäcilienmesse“ von Gounod ein besonderes kirchenmusikalisches Erlebnis zu vermitteln.

Nach der Generalsanierung des Auer Gotteshauses hat der Chor Vocalis zusammen mit einem Königsbrunner Orchester gezeigt, wie gut bekannte Werke in dem neuen Raum klingen

Der Stadtpfarrer Andreas Specker hat nach der Sanierung der Auer Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt passende Worte gefunden. „Damit wir sie mit allen Formen des Lebens und des Gottesdienstes erfüllen“, sagte er in seinem Grußwort, sei die Pfarrkirche generalsaniert worden, und so seien nach der Einladung von Bischof Konrad Zdarsa in seiner Festpredigt „alle aufgerufen, das Wort Gottes zu verkünden“. Der gemischte Chor Vocalis, der bereits den Festgottesdienst mitgestaltet hatte, folgte dieser Empfehlung mit einem Kirchenkonzert und bereitete dem Festtag damit einen großartigen Abschluss.

Dirigentin Heike Häußler-Paul eröffnete die Vortragsfolge mit zwei selten zu hörenden Chorsätzen von Franz Schubert (1797–1828): „Gott im Ungewitter“ und „Gott, der Weltschöpfer“ brachten dem Publikum – so gut wie alle Plätze im neuen Kirchenraum waren besetzt – dank der schön entwickelten Vortragskultur des Chores nicht nur eine gelungene Einstimmung in die gehaltvolle Klangwelt Schuberts, sondern auch die Überzeugung, dass der neu gestaltete Kirchenraum eine bewundernswert gute Akustik aufweist, die der „Musica sacra“ zu der ihr zustehenden Geltung verhalf.

Gemeinsam mit einer Teilbesetzung des „Jungen Kammerorchesters Königsbrunn“ – wie der Chor etwa aus 35 Mitwirkenden bestehend – folgte nun das Hauptwerk des Abends: Die „Feierliche Messe zu Ehren der Heiligen Cäcilia“, die der französische Komponist Charles Gounod (1818–1893) als 37-Jähriger für drei Solostimmen (Sopran, Tenor, Bass) sowie vier- bis sechsstimmigen Chor und große Orchesterbesetzung komponiert hatte und die in Au den räumlichen und personellen Möglichkeiten gekonnt angepasst war.

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Harfe, Truhenorgel und eine ausgewogene Streicher- und Bläserbesetzung harmonierten unter sicherer Leitung von Heike Häußler-Paul. So erhielt man nicht nur einen eindrucksvollen Einblick in die grandiose Klangwelt der französischen Romantik, sondern dank sauberer Intonation, klarer Sprache und bereitwilligem Eingehen auf das mitreißende Dirigat, einen überzeugenden Leistungsbeweis des Auer Chores. Mit Iris Marie Kotzian (Sopran), Stephan Baierl (Tenor) und Oliver Haux (Bass) waren dazu drei Solisten von hohem Format engagiert worden, die ihre anspruchsvollen Parts in faszinierender Weise vortrugen.

Vom durch das Soloterzett geprägten „Kyrie“ entwickelte sich so ein weiter Spannungsbogen bis zur Friedensbitte im „Agnus Dei“, unter dem sich Solisten, Chor und Orchester mit all ihren Qualitäten zeigen konnten. Dies galt vom Soloterzett im „Kyrie“ ebenso wie für das „Gloria“, das mit einem Sopransolo als lyrischer Schilderung des Weihnachtsgeschehens begann und erst mit dem kraftvollen „Laudamus te“ seine volle Pracht entfaltete, die sich in Tenor- und Bass-Soli fortsetzte und in ein „Amen“ des Chores mündete. Das „Credo“ als Hauptteil der Messe gab allen Mitwirkenden beste Gelegenheit zur Entfaltung ihrer Fähigkeiten. Besonders eindrucksvoll war das berühmte „Et incarnatus est“, das der Komponist für Solostimmen und Chor zu einem in Töne gefassten Glaubensbekenntnis verwandelte. Auch das anschließende „Crucifixus“ beeindruckte die Zuhörer genauso wie der Auferstehungsjubel des „Et resurrexit“ und den Harfenklängen, die mit dem „Et vitam venturi saeculi“ die Vision des ewigen Lebens schilderten und großen Effekt erzielten.

Das Orchester zeigte sich in den rein instrumental vorgetragenen Fürbitten zum „Offertorium“ den anspruchsvollen Aufgaben bestens gewachsen. Weitere Höhepunkte waren das Tenorsolo von Stephan Baierl im „Sanctus“ sowie das Sopransolo von Iris Marie Kotzian im „Benedictus“. Das „Agnus Dei“, ergänzt mit dem Kommuniongebet „Domine non sum dignus – Herr, ich bin nicht würdig“ sowie das „Dona nobis Pacem“ wurden danach zur Krönung einer gewiss lange nachwirkenden Aufführung, die das Publikum zu lang anhaltendem stehenden Applaus veranlasste.

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