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Vöhringen

03.12.2019

Musiker begeistern mit Klassik und Comedy in Vöhringen

Concerto Scherzetto Vorschau Vöhringen
Bild: Iconna

Das Ensemble Concerto Scherzetto überzeugt das Publikum im Kulturzentrum. Mit der Zugabe sorgen die Künstler für eine besondere Überraschung.

Vöhringen Stürmischer Applaus, spontane Lachsalven – beim Auftritt des Ensembles Concerto Scherzetto jagte eine Überraschung die andere. Zwölf Künstler wirbelten über die Bühne im Wolfgang-Eychmüller-Haus in Vöhringen und brachten Geigen, Celli oder Kontrabass zum Klingen – mal leise, mal mit der Wucht eines Sinfonieorchesters.

Schon der Beginn der Show war außergewöhnlich. Licht aus, Vorhang auf: Die Zuschauer blicken auf eine Gruppe junger Leute, die wie brave Schüler in Reih und Glied auf Stühlen sitzen. Von Instrumenten keine Spur. Stattdessen klopfen sie sich rhythmisch auf die Schenkel oder klatschen den Takt zu populären Musikstücken wie der „Pizzicato Polka“ oder dem „Kaiserwalzer“ von Johann Strauß. Erkennbar sind diese allerdings erst, als die Instrumente zu hören sind.

Die Künstler waren mit vollem Körpereinsatz dabei und bewegten sich mal elegant oder abrupt hin und her. Mit einem Satz umrundeten sie ihre Stühle, was an das Spiel „Reise nach Jerusalem“ erinnerte. Dazu spielten sie „Ungarischen Tänze“ von Johannes Brahms. Dann gab sich Jordi Purti als Dirigent zu erkennen, der das Buch zur Show schrieb.

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Neben klassischen Stücken spielen die Musiker Filmmusik

Sein Ziel war und ist es, der klassischen Musik den Nimbus des Besonderen nehmen. Das gelang dem Dirigenten mit einer Mischung aus launigen Einfällen, Gags und lupenreiner Intonierung. Das war bei dem Gewühle, das auf der Bühne herrschte, ein echte Herausforderung und forderte von den Künstlern eine vielseitige Begabung.

Musikalisch boten sie klassische Stücke wie das „Ave Maria“ von Bach. Die effektvolle Komposition von Charles Gounod verwebten die Musiker mit der schlichteren Variante von Schubert. Darauf folgte eine Lachnummer – der „Trauermarsch“ von Chopin. Dabei wurde ein Kontrabass liegend über die Bühne getragen, ähnlich einer Beerdigung. Nie geschmacklos, nie abgedroschen. Der zweite Teil der Show war eine cineastische Zeitreise. Melodien wie „Over the rainbow“ aus dem Musical „Der Zauberer von OZ“ wechseln sich ab mit Stücken aus Filmen wie „Der Pate“, „Psycho“ bis hin zu „Mission impossible“ oder „Titanic.“

Das Ensemble überrascht mit einer besonderen Zugabe

Wer die Musik nicht auf Anhieb erkannte, dem leisteten Videos auf eine riesige Leinwand projiziert, Hilfestellung. Das Publikum – darin lag der Charme der Aufführung – machte mit oder wurde zum Mitmachen auf die Bühne gebeten. „Auld Lang Syne“, das bekannte schottische Volkslied, signalisierte das Finale. Trotz skandierenden Beifalls gab es keine Zugabe – zumindest nicht im Saal des Kulturzentrums.

Zur Überraschung des Publikums zogen die Musiker von der Garderobe ins untere Foyer und bedankten sich auf diese Weise bei den Zuhörern, die sich gerade die Mäntel überstreiften. Besser hätte der Abend nicht zu Ende gehen können.

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