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04.03.2009

Musikkonzerte unter "Autobahnbrücke"

Babenhausen Mit heftiger Kritik an den Babenhauser "Konzertsälen", sprich Aula des Schulzentrums und Alte Turnhalle, geizte Andreas Ruf, der Vorsitzende des Musikvereins Babenhausen, bei dessen Generalversammlung (wir berichteten) nicht.

So sei er beim Gemeinschaftskonzert in der Aula des Schulzentrums gefragt worden, seit wann Konzerte "unter einer Autobahnbrücke" stattfänden. Laut Ruf habe der Besucher auf die nüchterne Betonkonstruktion angespielt, wo die Stützpfeiler für nicht unerhebliche Sichteinschränkungen sorgen würden.

Geeignete Alternativen fehlen

Dies bestätigte Ruf. Zwar herrsche in der Aula keine schlechte Akustik, jedoch fehle schon ein ansprechendes Ambiente. Zudem sei dort das Platzangebot begrenzt. Dies gelte für die Alternativvariante - die "Alte Turnhalle". Zwar habe man mit dem Hausherrn, dem TSV Babenhausen, nie Probleme, jedoch müsse man jedes Mal anfragen - nicht zuletzt wegen der abgehängten Decken. Diese seien in die Jahre gekommen. Ruf bezeichnet es schon als etwas beschämend, wenn eine Marktgemeinde für größere Veranstaltungen keine entsprechenden Räumlichkeiten anbieten könne.

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Die "Alte Turnhalle" sei "ebbas und nix", habe "eine Küche, aber doch keine". In diesem Zusammenhang kritisierte Ruf die mangelhafte Ausstattung des Küchenmaschinenparks, vor allem auf dem Spülsektor. Außerdem fehle das Geschirr und die Stühle müssten jedes Mal eigens herbeigeschafft werden. Zusätzlich sei die Hallennutzung durch den Schulsport eingeschränkt. Allerdings sei ein geplanter Saal im "Rössle", das derzeit saniert wird, "keine Lösung". Ruf hätte sich gewünscht, dass die Primizbühne auf dem Espachplatz noch länger stehen geblieben wäre und für kulturelle Zwecke hätte genutzt werden können.

Pläne nie realisiert

Dies sei zwar, so Zweiter Bürgermeister Thomas Held, im Marktrat eingehend diskutiert worden, jedoch fehlten nicht zuletzt entsprechende statische Überprüfungen. Die Festhallenproblematik, so Held weiter, bestünde schon seit Jahrzehnten. Zwar habe man sich für ein neues Gebäude östlich des Schulzentrums bereits vor Jahrzehnten "gedanklich Geschirr gekauft", jedoch kam es nie zur Realisation. Auch für ihn sei "die Alte Turnhalle keine Lösung", nicht zuletzt durch die eingeschränkte Verwendung. Über eine neue abgehängte Decke könne sicherlich geredet werden. Held regte an, schon einmal ins Auge gefasste Pläne wieder aus der Schublade zu holen, wobei ein Anbau im Norden durchaus möglich sei. Damit könne der von Hans Stölzle mehr als unzureichend eingestuften Anlieferungssituation etwas an Brisanz genommen werden. Eine ebenfalls ins Spiel gebrachte Nutzung des Fuggerareals bezeichnete Held als "unendliche Story".

Feste Kosten der Kapelle

Und schon einmal in Fahrt kritisierte Andreas Ruf die Zuschüsse ("Portokasse") der Musikkapelle, die schließlich die Markgemeinde durchaus überörtlich präsentiere und stets zur Stelle sei, wenn sie gerufen werde. Dort würde an der falschen Stelle gespart, wenn beispielsweise die Zuschusssätze schon seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr erhöht beziehungsweise vor vier Jahren sogar um zehn Prozent zurückgefahren wurden. Schließlich lebe die Musikkapelle "nicht vom Lob allein", sondern habe feste Unkosten, die stetig nach oben gegangen seien. Zweiter Bürgermeister Held machte den Musikern kaum Hoffnungen auf einen höheren Zuschuss, bot aber an, dass er auf Grundlage konkreter Bedarfszahlen des Musikvereins überprüft werden könnte. Unterstützt wurde er von Manfred Fischer, der anmerkte, dass sich die Marktgemeinde im Gegensatz zu so manch anderer Unterallgäuer Kommune gut beteilige.

Für die von ihm schon mehrfach angesprochene mangelhafte Präsenz der Markträte bei Konzerten versprach Held "Besserung" und unterstrich nochmals den hohen Stellenwert des Musikvereins für den Fuggermarkt.

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