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24.06.2009

Mutmaßliche Schläger sitzen im Knast

Illertissen/Memmingen (caj) - Nun sitzen sie im Gefängnis: Nach der Schlägerei vor einer Woche mitten in Illertissen hat sich der Tatverdacht gegen zwei junge Männer offenbar erhärtet. Wie die Polizei mitteilt, beantragte die Staatsanwaltschaft in Memmingen einen Haftbefehl gegen einen 16- und einen 18-Jährigen aus dem südlichen Landkreis. Sie wurden festgenommen.

Den Männern wird vorgeworfen, am vergangenen Mittwochabend auf der Illertisser Hauptstraße einen 25-Jährigen mit Pfefferspray und Tritten attackiert und schwer verletzt zu haben (wir berichteten). Das Opfer musste mit einem Nasenbeinbruch und Prellungen am Oberkörper im Krankenhaus behandelt werden. Die Schlägerei spielte sich in der Nähe eines gut besuchten Eiscafés ab. Zahlreiche Gäste konnten das Geschehen verfolgen.

Freund der Tochter kam einer Familien nicht gelegen

Zunächst vermutete die Polizei verletzte Familienehre als Motiv für den Angriff. Dies ließe sich so nicht aufrecht erhalten, sagt Dr. Johannes Kreutzpointner, Leitender Oberstaatsanwalt in Memmingen auf Anfrage unserer Zeitung. Er beschreibt den Hintergrund der Schlägerei so: Offenbar kam der Freund der Tochter einer Familie nicht gelegen. Die Mutter soll Vorbehalte gegen den 25-Jährigen geäußert haben, die Brüder des Mädchens überfielen den Mann in Illertissen.

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Dies könnte sich nach Angaben von Dr. Kreutzpointner bei der Bewertung der Tat auswirken. "Wenn sich so etwas mitten in der Öffentlichkeit ereignet, ist das anders zu sehen, als wenn sich zwei im stillen Kämmerlein streiten". Es stehe eine "nicht unerhebliche Straferwartung" im Raum. Ob die 16- und 18 Jahre alten Verdächtigen bereits zuvor mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind, will Kreutzpointner nicht sagen: "Nachdem es sich um Jugendliche handelt, gibt es dazu keine Auskunft".

Es bestehe Fluchtgefahr: "Wenn jemand Beziehungen ins Ausland hat, muss davon ausgegangen werden, dass er sie auch nutzt". Die Männer könnten aber bald freikommen. Ihr Anwalt hat Antrag auf Aussetzung des Haftvollzugs gestellt. Ob es zu einer Verhandlung kommt, entscheidet ein Gericht.

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