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Herrenstetten

21.02.2021

Nach 25 Jahren: Die Bauarbeiten am Kirchenhang in Herrenstetten starten

Die Sanierung des Herrenstetter Kirchenhangs soll nach jahrelangen Querelen nun im März endlich beginnen.
Bild: Anna Schmid (Archivfoto)

Plus Bedenken des Denkmalamtes und Kostensteigerungen haben die dringend notwendige Stabilisierung des Herrenstetter Kirchenhangs immer wieder verzögert. Nun geht es los.

Seit 25 Jahren gibt es Bemühungen zur Absicherung und Sanierung des Kirchenhanges in Herrenstetten. Die Planungsinitiative, die jetzt zur Umsetzung kommt, stammt immerhin schon aus 2008. Nach einem Viertel- jahrhundert wird es nun also endlich ernst. Was ist geplant? Und wie laufen die Bauarbeiten ab?

Die Sanierung des Herrenstetter Kirchenhangs soll nach jahrelangen Querelen nun im März endlich beginnen.
Bild: Armin Schmid

"Der lange Atem hat sich ausgezahlt", betonte die Verwaltungsleiterin Johanna Roth mit Blick darauf, dass nach vielen Querelen und Finanzierungsschwierigkeiten die Bauarbeiten im März beginnen werden. Die Gesamtkosten haben sich allerdings noch weiter auf 1,74 Millionen Euro nach oben geschraubt. In der jüngeren Vergangenheit standen der Umsetzung vor allem noch zwei Gründe im Weg: Einwände des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege und die Finanzierung, die immer wieder ins Wanken geriet.

Der Kirchenhang Herrenstetten ist ein Bodendenkmal

Die Behörde hatte den Kirchhang als Bodendenkmal eingestuft und befürchtet, dass der Untergrund durch die Bauarbeiten massiv beschädigt werden könnte. Dies veranlasste die Beteiligten zur Neuplanung, die nur noch minimale Eingriffe ins Erdreich erfordert. Die Stützmauer am Fuß des Hangs soll jetzt rund zwei Meter hoch werden. Dadurch wird eine Aufschüttung des Hangbereichs möglich, die Eingriffe in den Bodenbereich weitestgehend erübrigt. Zur Stabilisierung werden Bohrpfähle im Hang verankert. Zudem werden weitere Natursteinmauerbereiche in den Hang eingebaut.

Nachdem die Planung genehmigt worden war, sollte der Startschuss für die Bauarbeiten bereits im letzten Jahr fallen. Zumindest die notwendigen Rodungsarbeiten am Kirchhang fanden bereits vor einem Jahr statt. Ein weiterer Bremsklotz war das Ausschreibungsergebnis. "Das lag weit über allen finanziellen Spielräumen", betonte Johanna Roth. Dies sei durch die Projektpartner, also die Diözese Augsburg, die Kirchstiftung sowie die Marktgemeinde, und den Eler-Zuschuss nicht leistbar gewesen. Die Ausschreibung wurde letztlich zurückgenommen.

Erste Ausschreibung brachte nur zu teure Ergebnisse

Der Planer Ludwig Schegk musste Kosten einsparen und noch mal neu in die Ausschreibung gehen. Laut Bauamtsleiter Dirk Miethke hat sich auch das Landesamt für Denkmalpflege bewegt und so zu den verbesserten Ausschreibungsbedingungen beigetragen. In der zweiten Ausschreibung kamen dann auch Angebote, die finanzierbar waren. In den Planungen aus dem Jahr 2017 lag die Kostenberechnung bei rund 1,1 Millionen Euro. In der neuen Planung stiegen die Kosten zunächst auf 1,57 Millionen Euro. Letztendlich sind es sogar 1,74 Millionen geworden. Der Kostenansatz im Altenstadter Haushalt für 2021 wurde entsprechend angepasst.

Im vergangenen Jahr wurde der Kirchhang bereits gerodet.
Bild: Anna Katharina Schmid (Archivfoto)

Die zuletzt entstanden Mehrkosten im Bereich von 167.000 Euro werden allerdings komplett von der Diözese und Kirchenstiftung getragen. Der Kostenanteil des Marktes Altenstadt am Kirchhang summiert sich laut Dirk Miethke auf 411.000 Euro. Für die Instandsetzung der Friedhofsmauer fallen noch mal 27.000 Euro an. Die in Aussicht gestellte Eler-Förderung beläuft sich auf knapp 240.000 Euro. Die verbleibende Differenz in Höhe von 1,22 Mio. Euro wird von der Diözese und der Kirchenstiftung beigesteuert.

Nun geht es darum, dass der Hang auf dem Kirche und Friedhof stehen, stabilisiert werden muss. Dann können auch die bereits massiven Schäden an der Friedhofmauer repariert werden. Die Bergenstetter Straße wird für längere Zeit gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Jedesheim und Illereichen. "Heuer wird ganz viel passieren", betonte Planer Schegk. Die Bauarbeiten sollen heuer weitestgehend umgesetzt werden. Nachdem die Pflasterung am Dorfplatz entfernt wurde, wird die Baustraße aufgeschüttet. Zunächst soll die Ringmauer um den Kirchhang herum geschaffen werden.

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