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Au

30.11.2019

Nach Blitzschlag: Bahnübergang in Au soll ausgebaut werden

Wegen eines angeblichen Blitzschlags ist die Schrankenanlage des Auer Bahnübergangs lahm gelegt. Wenn ein Zug kommt, wird er von Hand abgesperrt. Mittlerweile gibt es sogar schon einen konkreten Zeitraum, wann der Übergang umgebaut werden soll.

Plus Nach jahrelangen Verhandlungen zwischen der Bahn und der Stadt Illertissen soll der Auer Bahnübergang ausgebaut werden. Doch eine gewisses Skepsis bleibt.

Nicht alles, was von oben kommt, ist in jedem Fall gut. Doch diesmal schon: Da hatte im Oktober vermutlich ein Blitzschlag die Schrankenanlage am Überweg zur Aumühle lahmgelegt und „irreparabel geschädigt“, wie die Bahn hinterher erklärte. Dieser Zwischenfall hat nun dazu geführt, dass die Stadt Illertissen in absehbarer Zeit ein Dauerärgernis loswird.

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Seit vielen Jahren bemühen sich Bürgermeister und Bauverwaltung in ungezählten Verhandlungen mit der Deutschen Bahn darum, dass der Übergang endlich vernünftig ausgebaut werden kann – ebenso lange ohne Erfolg. Doch der Blitzschlag hat das Unternehmen „in Zugzwang gebracht“, wie es Tiefbauamtsleiter Bernd Hillemeyr jetzt im Stadtrat formulierte. Nun gibt es auch tatsächlich einen konkreten Zeitrahmen für die Bauarbeiten.

Bahnübergang soll 2020 komplett saniert werden

„Es ist fast nicht mehr zu glauben“, sagte Hillemeyr, der in mancher Bürgerversammlung auf das Thema angesprochen wurde und immer wieder erklären musste, dass Verhandlungen mit der Bahn nun mal nicht so einfach seien. Dank des Blitzschlags kam offenbar Schwung in die verfahrene Angelegenheit, im nächsten Jahr will die DB AG den Auer Bahnübergang komplett erneuern. Seit vielen Wochen muss er jedes Mal von Hand abgesperrt werden, wenn ein Zug kommt. Zwei Schrankenwärter ziehen ein Sicherungsband über die Straße.

Nach Blitzschlag: Bahnübergang in Au soll ausgebaut werden

Vorgesehen ist für den Ausbau der Mai 2020, wie Hillemeyr erklärte. Dann kann die Stadt auch endlich das Streckenstück der Straße Zur Aumühle von der Kreuzung an der Staatsstraße bis zum Ortsrand angehen. Dafür sind die Monate April bis Juni vorgesehen. Durch den Umbau bekommt der sehr stark befahrene Geh- und Radweg eine eigene Querung der Gleise.

Die Stadt hatte in früheren Planungen für den Bau zunächst 440.000 Euro vorgesehen und bereits im Haushalt 2019 eingeplant. Nun legte die Bauabteilung im Rathaus eine neue Kostenberechnung vor, die von knapp 600.000 Euro ausgeht. Allerdings waren bisher noch keine Zuschüsse eingeplant gewesen, die sich erfahrungsgemäß auf etwa 30 Prozent belaufen können. Ein entsprechender Antrag liegt laut Hillemeyr bereits bei der Regierung von Schwaben. Einstimmig machte der Stadtrat nun den Weg frei, um das 1,5 Kilometer lange Straßenstück komplett neu herzustellen.

Au: Der Ausbau des Radweg wird noch dauern

Andreas Fleischer, SPD-Fraktionsvorsitzender, sprach Hillemeyr ausdrücklich seinen Dank für dessen Hartnäckigkeit aus. Er habe ja in der Vergangenheit schon viele Anträge zum Umbau des Bahnübergangs gestellt. Wörtlich sagte er: „Verzeihen Sie den Ausdruck, aber es ist gut, dass die Bahn jetzt den Arsch aus der Hose bekommt.“ Der CSU-Fraktionsvorsitzende Ewald Ott begrüßte den unerwarteten Fortschritt ebenfalls. Es liege ihm sehr am Herzen, dass etwas für die Radler getan werde.

Für den Ausbau des Radweges müssen keine neuen Grundstücke gekauft werden. Doch der Boden ist offenbar ein Problem, wenn es gilt, die Radlroute einmal bis in den Ort hinein zu verlängern. Das abrupte Ende des Weges an der Brücke über den Mühlbach sei für Schulkinder hochgefährlich, sagte Heidi Ritsche-Thoma (Freie Wähler): „Man muss bangen, dass da nichts passiert, da muss man in die Gänge kommen.“ Hillemeyr bedauert, es gebe da „leider große Hindernisse“.

Bürgermeister Jürgen Eisen erinnerte daran, dass der Stadtrat diesen zweiten Bauabschnitt einhellig zurückgestellt habe. Auf Nachfrage unserer Redaktion sagte er, zunächst müsse die Dorfstraße fertig ausgebaut werden, was in drei Abschnitten geschieht. Seiner Schätzung nach könnte eine Verlängerung des Radweges frühesten 2023 oder 2024 erfolgen, das hänge allerdings von den finanziellen Möglichkeiten ab. Er ist froh, dass nun in absehbarer Zeit der Bahnübergang ausgebaut werden kann: „Endlich wird da ein Haken dran gemacht.“

Bahn Illertissen: Projekt beschäftigt Stadtrat seit mehreren Jahren

Das Projekt beschäftigt ihn, seit er 2014 ins Amt gewählt wurde. Schon seine Vorgängerin Marita Kaiser hatte sich lange vergeblich mit dem Thema herumschlagen müssen. Bemerkenswert findet Eisen, dass nun ausgerechnet die Bahn bei der Stadt Druck macht, damit die Umgestaltung erledigt werden kann. „Früher war das immer umgekehrt.“ Mit dem jetzt gefällten Beschluss, das Straßenstück auszubauen, hat er seinen Teil getan.

Angesichts der Erfahrungen der Vergangenheit bleibt bei Eisen aber immer noch eine gewisse Restskepsis, denn das Projekt sollte nach langen Verhandlungen zunächst 2018 umgesetzt werden, dann hieß es, heuer werde es so weit sein. Nun wird der Mai 2020 angepeilt.

Am Bahnübergang in Au stehen Schrankenwärter - mehr darüber lesen Sie hier: Bahnübergang in Au: Hier halten Schrankenwärter Wache

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