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Illertissen

06.08.2018

Nach Fallschirm-Unfällen ermittelt die Polizei

Dramatische Szenen haben sich am Sonntag auf dem Illertisser Flugplatz abgespielt: Ein 29-jähriger Fallschirmspringer aus Baden-Württemberg hat während des Landesanflugs offenbar die Kontrolle verloren und stürzte schwer.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Ein 29-jähriger Mann wird in Illertissen lebensgefährlich verletzt. Als es zu einem weiteren Zwischenfall kommt, wird der Betrieb vorsorglich eingestellt.

Dramatische Szenen haben sich am Sonntag auf dem Illertisser Flugplatz abgespielt: Ein 29-jähriger Fallschirmspringer aus Baden-Württemberg hat während des Landesanflugs offenbar die Kontrolle verloren und stürzte schwer. Der Mann wurde über die Landeswiese gezogen und schlug mit dem Kopf mehrfach auf dem Boden auf. Er zog sich lebensgefährliche Verletzungen zu.

Kurz darauf kam es laut Polizei zu einem weiteren Zwischenfall, als ein 63-jähriger Springer aus einer Höhe von etwa fünf Meter zu Boden stürzte und sich leicht verletzte. Der Schirm sei „zusammengeklappt“, hieß es dazu von der Polizei. Nach den beiden Vorkommnissen wurde der Fallschirmsprungbetrieb am Sonntagnachmittag eingestellt. Wie genau es zu den Unfällen kam, ist noch nicht klar, sagt Ralf Kümmerle, der Sprecher der Illertisser Polizei auf Anfrage unserer Redaktion. Die Ermittlungen dauerten an.

Bisher sei bekannt, dass es sich bei dem 29-Jährigen um einen erfahrenen Fallschirmspringer handelt. Der Sturz habe sich gegen 13.10 Uhr aufgrund eines „ungeklärten Manövers“ ereignet. Nichts deute auf ein Fremdverschulden hin, andere Springer seien nicht in der Nähe gewesen. Der Mann habe die erforderlichen Lizenzen und Nachweise besessen, um eigenständig Fallschirmsprünge unternehmen zu dürfen, sagte Kümmerle. Mehrere Zeugen hätten den Sturz beobachtet. Der 29-Jährige wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Ulmer Klinik gebracht und dort operiert. Zum aktuellen Gesundheitszustand des verunglückten Sportlers hatte die Polizei gestern keine Informationen.

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Gegen 14.50 Uhr erreichte die Illertisser Polizei eine weitere Mitteilung über eine Unfall auf dem Sportflugplatz – glücklicherweise weit weniger schlimm, als der erste: Ein 63-Jähriger fiel aus etwa fünf Metern zu Boden und zog sich Prellungen und Verstauchungen an den Beinen zu. Der Mann, ebenfalls ein erfahrener Fallschirmspringer, habe angegeben, so etwas noch nie erlebt zu haben, sagt Kümmerle. Warum der Schirm nachgab, sei unklar.

Von einer Häufung von Unfällen will Hauptkommissar Kümmerle nicht sprechen: Bei gutem Wetter sei der Illertisser Flugplatz stark besucht und es werde viel gesprungen. Zwischen 150 und 300 Absprünge seien es an sonnigen Sonntagen, sagt Robert Trögele vom Fallschirmsprungverein Paranodon. Auch wenn der Sport statistisch gesehen nicht besonders gefährlich sei: „Ein gewisses Risiko kann man nicht ausschließen.“ Es hätten am Sonntag keine außergewöhnlichen Bedingungen geherrscht. Die Sportler hofften, dass es dem Verunglückten bald besser geht. Der Sprungbetrieb sei nach den Vorkommnissen vorsorglich eingestellt worden, sagt Trögele: „Es gibt einfach Tage, da sagt man sich ,Jetzt reicht’s’.“

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