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Babenhausen

04.01.2019

Nach Faustschlag in Babenhausen: Täter ist noch unbekannt

Die Polizei hat noch keine Spur, die zu dem Täter führt, der einen 19-Jährigen in Babenhausen geschlagen haben soll.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Zunächst kursierten Gerüchte über einen angeblichen Angriff dreier Dunkelhäutiger in Babenhausen. Die Polizei leitet kein Verfahren wegen falscher Verdächtigungen ein.

Noch ist unklar, wer den 19-Jährigen am Wochenende vor Weihnachten in Babenhausen ins Gesicht geschlagen und verletzt hat. Ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West sagt auf Nachfrage, dass zwar ein Hinweis bei der Inspektion Memmingen eingegangen sei, dieser jedoch keinen Ansatz für Ermittlungen ergeben habe. Fest steht dagegen, dass an den Gerüchten, die am Tag danach kursierten, nichts dran ist. Es handelte sich laut Polizei nicht um drei dunkelhäutige Angreifer. Dem Pressesprecher zufolge hatte sich das Opfer zwar kurz nach der Tat in diese Richtung geäußert. Später, bei einer formellen Vernehmung, wiederholte es diese Aussage allerdings nicht. Daher sehe die Polizei keinen Anlass, ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts einer falschen Verdächtigung einzuleiten. Jedoch sei die Akte der Staatsanwaltschaft mit einem Vermerk übermittelt worden.

Wie berichtet, hatte sich am Samstag vor Weihnachten in den sozialen Netzwerken rasch die Nachricht verbreitet, dass ein 19-Jähriger in Babenhausen von drei Asylbewerbern angegriffen worden sei. Dieses Gerücht widerlegte die Polizei noch am selben Abend per Pressemitteilung. Darin war zu erfahren, was sich zugetragen hat: Der alkoholisierte 19-Jährige traf nachts auf dem Nachhauseweg von einer Feier auf einen anderen Mann, der offenbar ebenfalls angetrunken war. Eine Schubserei entwickelte sich. Der Kontrahent schlug dem 19-Jährigen mit der Faust ins Gesicht und verletzte ihn leicht.

Zu Hause angekommen erzählte der 19-Jährige laut dem Polizeisprecher, von drei Männern angegriffen worden zu sein. Gegen 5 Uhr morgens wurde eine Streife alarmiert. Auch den Polizisten gegenüber habe das Opfer, das rund 1,5 Promille intus hatte, von drei Tätern gesprochen. Fahndungsmaßnahmen wurden eingeleitet, blieben aber erfolglos. Nachmittags sei der junge Mann dann formell nachvernommen worden. Im nüchternen Zustand habe der 19-Jährige den Vorfall anders geschildert. Er habe „glaubhafte Aussagen“ gemacht, dass es zu einer Konfrontation mit einem Unbekannten – der rund 1,85 Meter groß sein und einen dunklen Kapuzenpulli getragen haben soll – gekommen ist. Es sei nicht davon auszugehen, dass sich das Opfer die Prellungen bei einem Sturz zugezogen hat.

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Wer die Gerüchte in die Welt setzte, ist dem Polizeisprecher zufolge „nicht nachvollziehbar“. Der 19-Jährige habe erste Anschuldigungen wohl nicht „an extern“ weitergegeben. Die Ermittler hätten jedoch Kenntnis darüber, auf welchen Plattformen die Mitteilung aufgetaucht ist.

Wie berichtet, wurde oftmals die Babenhauser Ortsgruppe der AfD als Quelle genannt. Der Vorsitzende bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass er eine Meldung gepostet hatte. Seine Erklärung: Er sei von einem Familienmitglied des Opfers angerufen worden, das ihm „glaubhaft versichert“ habe, dass drei Dunkelhäutige den 19-Jährigen überfallen und zusammengeschlagen hätten und dass dies auch bei der Polizei angezeigt worden sei. „Erst am Samstagabend korrigierte der 19-Jährige seine Aussage“, ließ der Vorsitzende wissen. Er stellte die Meldung daraufhin richtig.

Der Polizeisprecher sagt, dass die Ermittler nicht davon ausgehen, dass Angehörige das Gerücht weitertrugen.

Lesen Sie dazu: Wie kamen die Gerüchte nach dem Gerangel in Babenhausen zustande?

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